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Verkehr

04.05.2019

Verschwinden Ichenhausen und Kötz von Straßenschildern?

Noch sind die Ortsnamen Ichenhausen und Kötz auf den Beschilderungen der A8 und der B16. Aber das könnte bald nicht mehr so sein. Jedenfalls hat die Stadt Günzburg in ihrer Funktion als Untere Straßenverkehrsbehörde einen entsprechenden Antrag gestellt.
Bild: Bernhard Weizenegger

Plus Neben der 9000-Einwohner-Stadt könnte die Gemeinde Kötz dasselbe Schicksal ereilen – und die Ortsnamen stehen dann nicht auf den Schildern von Autobahn und Bundesstraße. Was dahinter steckt und wer seine Finger im Spiel hat.

Wer auf der A8 nach Westen in Richtung Stuttgart fährt und die Günzburger Ausfahrt wählt, wird es demnächst leichter haben. Nach Günzburg wird an einer Abbiegespur gebaut, auf der Autofahrer nicht länger von einer Ampel ausgebremst werden. Dafür gibt es künftig zwei Linksabbiegespuren in den Freizeitpark Legoland oder zu Zielen darüber hinaus. Die Gemeinde Kötz und die Stadt Ichenhausen liegen ebenfalls an der B16, was an jenem gelben Verkehrsschild abzulesen ist, auf das Autofahrer beim Abfahren von der Autobahn unweigerlich stoßen.

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Das Aussehen des großen gelben Schildes könnte bald der Vergangenheit angehören. Denn nach dem Willen der Großen Kreisstadt Günzburg werden Ichenhausen und die Gemeinde Kötz von dem Schild an der B16 verschwinden. Nicht, weil Günzburg seinen kommunalen Nachbarn Böses will. Aber das Ordnungsamt der Stadt, das zugleich die zuständige Straßenverkehrsbehörde ist, will einen rechtskonformen Zustand herstellen, der momentan nicht gegeben sei. Das gelbe B16-Schild entspricht nach Auffassung der Günzburger Verkehrshüter nicht den Vorgaben und ist überladen.

Auch die Hinweise auf Lauingen und das Industriegebiet sollen weg

Bisher werden in Richtung Süden Krumbach, Ichenhausen, Kötz, Legoland und das Industriegebiet Deffingen aufgelistet. Künftig, so schlägt die Stadt Günzburg in einem Schreiben vom 23. Januar der Autobahndirektion Südbayern vor, soll dort Kaufbeuren, Krumbach, Legoland, das Industriegebiet Deffingen und der Autohof aufgelistet werden. Zu viel des Guten weist auch in Richtung Norden – nämlich Donauwörth, Dillingen, Lauingen, Günzburg, das Industriegebiet Donauried und ein Piktogramm der B16. Das Industriegebiet und Lauingen sollen in Zukunft wegfallen.

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Die Absicht ist, in eine Fahrtrichtung nicht mehr als vier Nah- und Fernziele aufzunehmen. Und weder Ichenhausen noch Kötz gehören offenbar in diese Kategorie, zumindest nicht nach dem Bundesstraßenverzeichnis aus dem Jahr 2009.

Noch sind die Ortsnamen Ichenhausen und Kötz auf den Beschilderungen der A8 und der B16. Aber das könnte bald nicht mehr so sein. Jedenfalls hat die Stadt Günzburg in ihrer Funktion als Untere Straßenverkehrsbehörde einen entsprechenden Antrag gestellt.
Bild: Bernhard Weizenegger

Der Einheitlichkeit wegen: Auch keine Hinweise mehr auf der A8

Damit sind Ichenhausen und Kötz aber nicht komplett ausgelöscht. Denn auf den blauen Autobahnschildern stehen die Namen der Kommunen – Ichenhausen sogar in beiden Fahrtrichtungen – sehr wohl. Sie weisen Autofahrer darauf hin, dass diese Örtlichkeiten mit einer Abfahrt hier am schnellsten zu erreichen sind. Noch ist das so. Aber die Stadt Günzburg hat weitergedacht und will „eine Kontinuität in der Beschilderung wahren“.

Das bedeutet: Auch auf der A8 könnten die Ortsnamen Ichenhausen und Kötz in absehbarer Zeit nicht mehr zu finden sein. Einheitlichkeit ist nach Ansicht der Unteren Straßenverkehrsbehörde gefragt. Konkret heißt dies: Günzburg, Krumbach und Dillingen sollen auf den Schildern in beiden Autobahnrichtungen noch Platz finden – und damit soll’s dann gut sein.

Ichenhausens Stadtrat hält gar nichts von dem Vorschlag

Die Autobahndirektion hat per Mail vom 17. April unter anderem die Stadt Ichenhausen über das Landratsamt um eine Stellungnahme gebeten. Die Verwaltung hat aus Fristwahrungsgründen bereits einen Tag später darauf reagiert und sieht ihre Stadt mit mehr als 9000 Einwohnern durchaus als „Leitziel mit Sammelfunktion“. Daher sei Günzburgs Antrag abzulehnen, der die Entfernung der Zielangaben „Ichenhausen“ verfolgt.

Am Donnerstagabend hat der Ichenhauser Stadtrat dies nachdrücklich bekräftigt. Dritter Bürgermeister Hubert Schuler (CSU) fand es „ganz schön dreist“ von den Beteiligten einer Ortsbesichtigung im Dezember (Staatliches Bauamt Krumbach, Straßenmeisterei, Autobahnpolizei, Polizeiinspektion Günzburg, Straßenverkehrsbehörde der Stadt Günzburg), so zu tun, als ob Ichenhausen nicht so wichtig wäre. Die Besichtigung war dem Verwaltungshandeln vorausgegangen.

Günzburgs OB hat nichts dagegen, wenn die Orte auf den Schildern bleiben

Auch die Rathauschefs von Ichenhausen und Günzburg haben in dieser Angelegenheit zwischenzeitlich telefoniert und sich am 26. April auf den Text einer Stellungnahme von Günzburgs Oberbürgermeister Gerhard Jauernig geeinigt. Darin heißt es, dass der OB „an sich“ nichts dagegen hätte, wenn „Ichenhausen“ und „Kötz“ wie bisher auf den Schildern stehen würde, „sofern die rechtlichen Vorgaben für die Beschilderung eingehalten werden können. Genau hierin liege jedoch das Problem.“

CSU-Fraktionsvorsitzender Ottmar Sauter sieht das Problem nicht. Aber wenn gar nichts helfe, solle sich Landesverkehrsminister Hans Reichhart der Sache annehmen. Der wohnt eine Autobahnausfahrt weiter – in Jettingen-Scheppach.

Lesen Sie die glossierte Betrachtung von Till Hofmann dazu: Weniger Ortsnamen auf Schildern: Schilda am Stadtrand Günzburgs

Lesen Sie hierzu auch: A8-Anschlussstelle in Günzburg wird gesperrt

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