1. Startseite
  2. Lokales (Günzburg)
  3. VfL Günzburg: A-Jugend schafft erstmals Klassenerhalt in der Bundesliga

Handball

16.04.2019

VfL Günzburg: A-Jugend schafft erstmals Klassenerhalt in der Bundesliga

Die fantastische Stimmung in der Rebayhalle beflügelte die A-Jugendlichen immer wieder. Am Sonntag waren 850 Zuschauer da. Die Handballer bedankten sich bei ihren Fans für die Unterstützung und die Treue auch in schwächeren Phasen.
Bild: Ernst Mayer

Erstmals schafft die A-Jugend des VfL Günzburg den Bundesliga-Klassenerhalt ohne Qualifikation. Dass Göppingen das Derby gewinnt, wird da zur Randnotiz.

Wenn Stephan Hofmeister zum sprachlichen Stilmittel Superlativ greift, muss Besonderes vorgefallen sein. Umso mehr, wenn eine sportliche Niederlage den Ausgangspunkt seiner Ansprache bildet. Doch das 28:30 der heimischen A-Jugendhandballer im Bundesliga-Finale gegen Frisch-Auf Göppingen war vielleicht die schönste Niederlage, die ein Günzburger Handball-Team jemals erlitten hat. Weil nämlich an den anderen Erstliga-Schauplätzen die beiden VfL-Konkurrenten im Kampf um den unmittelbaren Klassenerhalt ebenfalls verloren, bleiben die Weinroten in der Eliteliga. Zum ersten Mal auf direktem Weg, ohne den Umweg über die kraftraubende Relegation. Und so sprudelte aus dem Cheftrainer hervor: „Es war wieder ein wunderbares A-Jugend-Spieljahr beim VfL Günzburg, das kein Beteiligter jemals vergessen wird.“

850 Zuschauer in der Günzburger Halle

850 Zuschauer erlebten hochklassige 60 Minuten, die eine Werbung für den schwäbischen Leistungshandball waren. Nach dem Abpfiff der ausgezeichneten Schiedsrichter Lucas Hellbusch und Darnel Jansen gab es das seltene Bild, dass beide Teams und ihre tollen Fans ausgelassen feierten. Grund genug gab es: Göppingen hate die zwei Punkte unbedingt benötigt, um Vizemeister der Süd-Gruppe zu werden und damit die Qualifikation zur Deutschen A-Jugend-Meisterschaft zu erreichen. Dem VfL Günzburg reichten die bis dahin hart erkämpften 18 Punkte zum erstmaligen Bundesliga-Klassenerhalt, was Hofmeister gleich als „absoluten Ausnahmefall für einen Viertligisten“ einordnete. Denn schon vor dem Spiel stand die 22:35-Niederlage von SV Zweibrücken in Bittenfeld fest. Das parallel zum Geschehen in der Rebayhalle noch laufende Spiel zwischen den Rhein-Neckar-Löwen und der JSG Echaz-Erms endete 44:37. Damit war klar: Der VfL hatte das Fernduell ums Drinbleiben unabhängig vom eigenen Resultat zu seinen Gunsten entschieden.

Mike Heim erzielte für den Erstliga-Nachwuchs den ersten Treffer der Partie. Zweimal Devin Ugur und einmal Frieder Bandlow besorgten die erste Günzburger Führung zum 3:2. Bis zum 7:6 durch Johannes Rosenberger ging es in einem Höllentempo sehr ausgeglichen hin und her. Dann gelang den Göppingern ein Viererpack. Wieder einmal Bandlow und Ugur, der beste Spieler auf dem Platz, brachten die Weinroten heran. Beim 14:15 wurde gewechselt.

AZ WhatsApp.jpg

Fabio Bruno hält den Kopf hin

Leicht hatten es die Keeper nicht, besonders zu Spielbeginn waren die Angreifer dominant. Das Torwartduell gewann aber Fabio Bruno. Einen Ball hielt der schnelle VfL-Torwart mit dem Kopf. Nach dem Spiel musste das Talent dann zur Beobachtung ins Krankenhaus mit Verdacht auf Gehirnerschütterung.

Im zweiten Durchgang wurde spielbegeistert und fair weiter um die Punkte gerungen. In der 38. Minute stand es 20:19, kurz danach 22:22 (45.). Nirgendwo war zu erkennen, wer da um die Vizemeisterschaft spielte und wer gegen den Nichtabstieg. Dann erarbeiteten sich die Schützlinge von Gerd Römer Vorteile und führten lange mit zwei, drei Treffern. Doch der Bayernliga-Nachwuchs kämpfte. Beim 27:28 gelang Louis Dück, der hinten wie vorne ein ganz starkes Spiel zeigte, der Anschluss. Ugur schaffte das Gleiche noch mal beim 28:29.

Die Günzburger A-Jugend feierte danach eine Party in der uralt-ehrwürdigen Jahnhalle. Das Motto „Urlaub statt Quali“ klingt nach Stolz und Befreiung. Hofmeister sagte mit ein wenig Abstand zum Klassenerhalt: „Zwar gibt es für einen Jugendlichen keine lehrreichere Zeit als den Qualifikations-Marathon, Pausen gehören aber auch zur Leistungsentwicklung. Die kommende A-Jugend wird erstmals in der VfL-Geschichte eine ganz normale Bundesliga-Saisonvorbereitung machen.“

Dank an die Weggefährten

Der Klassenerhalt ist der größte Erfolg einer Günzburger Jugendmannschaft seit Jahrzehnten. Er ist eine Fortentwicklung des viel zitierten „Günzburger Weges“. Auf diesem wird demnächst in Form der Kooperation mit dem TSV Niederraunau ein neuer Abschnitt gebaut. Für die Vergangenheit sah Hofmeister den Punkt gekommen, vielen Weggefährten Danke zu sagen. Unter anderem führte er aus: „Großen Anteil an diesem Erfolg haben natürlich die Vorgänger-Trainer, allen voran Rudi Jahn, der die Jahrgänge lange förderte. Großer Dank gilt auch dem nach einem dreiviertel Jahr wieder scheidenden Mit-Trainer Sandro Jooß und Physiotherapeut Hans-Peter Beer.“ Speziell wendete er sich an alle Handball-Mamas und -Papas, denen Hofmeister einen erheblichen Anteil am Erfolg ihrer Sprösslinge einräumt. „Der VfL ist ein Verein, der auf die Dienste und Unterstützung der Eltern angewiesen ist. Auch in dieser Gemeinschaft wurde Vorbildliches geleistet“, sagte der Cheftrainer. (zg)

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
Copy%20of%20Armroboter_2_P1000291.tif
Burgau

Roboter hilft Patienten im Therapiezentrum Burgau

ad__pluspaket@940x235.jpg

Webseite und App freischalten!

Die schnellsten Lokalnachrichten - live, aktuell und multimedial.
Alle Online-Inhalte auf allen Endgeräten zu jeder Zeit, mtl. kündbar.
Damit sind Sie daheim und im Büro immer auf dem Laufenden.

Plus+ Paket ansehen