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Handball-Bayernliga

19.01.2020

VfL Günzburg schafft Arbeitssieg auf der Sonnenseite der Tabelle

In entscheidenden Phasen sorgte Frieder Bandlow praktisch im Alleingang dafür, dass die Günzburger auf Augenhöhe mit den Gästen blieben. Insgesamt erzielte der noch für die A-Jugend spielberechtigte Handballer 13 Treffer.
Bild: Ernst Mayer

Im Stile einer Handball-Spitzenmannschaft verteidigt der VfL Günzburg die Bayernliga-Tabellenführung. Nur zwei Spieler fühlen sich wohl in der plötzlich entstandenen Rolle des Gejagten.

„Spitzenreiter, Spitzenreiter“, riefen die Arm in Arm feiernden Günzburger Handballer ihren Fans zu. Die schönen Worte, die durch die Rebayhalle wogten, hörten sich allerdings eher erleichtert an als ausgelassen. Kein Wunder, denn das Bayernliga-Team hatte gerade einen glanzlosen Arbeitssieg hingelegt, Kellerkind HT München höchst mühevoll 26:23 bezwungen.

Zu viel Zeit zum Nachdenken

Am sehr späten Donnerstagabend hatten die Günzburger erfahren, dass sie durch den Rückzug der TG Heidingsfeld und die damit verbundene Streichung aller bisherigen Ergebnisse der Würzburger Vorstädter von Position drei an die Tabellenspitze rücken würden. Offensichtlich hatte ihnen das zu viel Zeit zum Nachdenken über die neue Rolle des Gejagten gelassen. Nur wenige Tage nach dem Coup gegen Bayreuth wirkten die VfL-Handballer blockiert – ein Eindruck, der sich bis beinahe Mitte der zweiten Halbzeit verfestigte.

Dabei liest sich der Beginn der Partie auf dem Spielberichtsbogen eigentlich ganz angenehm. Nach 13 Minuten war beim 5:3 die erste Zwei-Tore-Führung erreicht und es schien alles seinen Gang zu Gunsten der Günzburger zu nehmen. Die Handball-Wahrheit spiegelt das allerdings nicht. Zu einer eher unterdurchschnittlichen Abwehrleistung gesellte sich ein Angriff, der nicht bereit war, das taktische Konzept von Trainer Gábor Czakó umzusetzen. Falls doch einmal ein Abschluss auf das gegnerische Tor erarbeitet wurde, warfen die Günzburger den Torwart der Münchner warm. Die knappe Führung war zu diesem Zeitpunkt lediglich Torhüter Patrick Rösch zu verdanken, der jetzt schon andeuten konnte, welche tolle Leistung er die restliche Spielzeit noch bringen sollte.

VfL Günzburg schafft Arbeitssieg auf der Sonnenseite der Tabelle

Kurz darauf erzielten die Hachinger trotzdem den mehr als verdienten Ausgleich und gingen dann auch erstmals in Führung; mahnend prangte ein 7:8 an der Anzeigentafel. Nach einer Auszeit von Czakó berappelte sich seine Mannschaft ein bisschen. Aber noch immer litt das Günzburger Angriffsspiel unter Ideenlosigkeit und einem fast krampfhaft wirkenden Auftreten der meisten Akteure. Da inzwischen wenigstens die Leistungskurve in der Abwehr nach oben zeigte, konnte HT München nie weiter als zwei Tore auf Distanz gehen.

Schmeichelhaftes Remis zur Pause

In die Kabine ging’s schließlich mit einem für die Gastgeber schmeichelhaften 12:12. Aus der Kabine kam zum Leidwesen der heimischen Fans eine kaum veränderte Günzburger Mannschaft. Teils krude technische Fehler und mangelnde Durchsetzungskraft verhalfen den Gästen beim 14:17 sogar zu einer Drei-Tore-Führung (38.).

Unter den Feldspielern der Gastgeber hielt lediglich der noch in der A-Jugend spielende Frieder Bandlow sein Team mit bis zu diesem Zeitpunkt schon sieben Toren halbwegs in Schlagdistanz. Entweder warf er die Tore selbst (bis zum Ende sollten es satte 13 Treffer werden) oder er erspielte durch seine unglaubliche Dynamik Durchbruchsräume für Mitspieler.

7:1-Tore-Serie kippt das Spiel

In dieser Phase kippte der neue Tabellen-Primus das Spiel. Innerhalb einer Viertelstunde machte Günzburg (im Sport-Jargon müsste man hier formulieren: im Stile einer Spitzenmannschaft) durch eine 7:1-Tore-Serie beim 21:18 einen halbwegs komfortablen Vorsprung. Für den schnellen Wechsel des Momentums war neben der herausragenden Leistung von Bandlow nun zunehmend wieder die Torhüter-Leistung verantwortlich. Mit insgesamt 14 Paraden stach Rösch als zweiter Spieler an diesem Tag absolut aus dem weinroten Durchschnitt heraus. (zg, ica)

VfL Günzburg Rösch, Bieber; Bandlow (13/5), Pfetsch (2) M. Jahn (3), S. Jahn (1), Grabher, Ruckdäschel (1), Meye (2), Hermann, A. Jahn, Jäger (4)

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