Newsticker
Bald vier Impfstoffe in Europa? Am 11. März wird über Johnson-Impfstoff entschieden
  1. Startseite
  2. Lokales (Günzburg)
  3. Vorbilder und Favoriten: Das sagen Handballer aus der Region zur Heim-WM

Günzburg/Niederraunau

19.01.2019

Vorbilder und Favoriten: Das sagen Handballer aus der Region zur Heim-WM

Der deutsche Bundestrainer Christian Prokop bejubelt während des Vorrundenspiels gegen Frankreich einen Torerfolg seiner Mannschaft.
2 Bilder
Der deutsche Bundestrainer Christian Prokop bejubelt während des Vorrundenspiels gegen Frankreich einen Torerfolg seiner Mannschaft.
Bild: Sören Stache, dpa

Am Samstag beginnt bei der Handball-WM die Hauptrunde. Welche Vorbilder die Handballer aus Günzburg und Niederraunau haben und welches Team sie vorne sehen.

Jetzt wird’s richtig ernst: Mit der Partie gegen Island starten die deutschen Handballer am Samstag (Anspiel: 20.30 Uhr) in die Hauptrunde der „Weltmeisterschaft dahoam“. Annähernd 20.000 Fans werden in der Halle in Köln mitfiebern, Millionen Zuschauer die Partie im Fernsehen verfolgen.

Auch in den heimischen Handball-Hochburgen steigt die WM-Begeisterung. Unsere Sportredaktion wollte es genau wissen. Deshalb haben wir Handballer aus der Region gefragt, wer Weltmeister wird und welche Chancen sie der deutschen Mannschaft einräumen. Außerdem fragten wir für jede einzelne Position nach Vorbildern und nach den auffälligsten Spielern bei diesen Titelkämpfen. Vier Gesprächspartner (Patrick Bieber, Daniel Jäger, Michael Jahn und Nicolai Jensen) fanden wir beim Bayernligisten VfL Günzburg, weitere vier (Björn Egger, Oliver Kiebler, Lukas Konkel und Udo Mesch) beim Landesligisten TSV Niederraunau. Jeder der sieben Spieler sowie der Trainer steht für eine Position auf dem Spielfeld.

Vier Fragen an die Handballer aus Günzburg und Niederraunau

Konkret lauteten unsere Fragen an die Handballer:

Wer ist Ihr sportliches Vorbild auf Ihrer Position?

Welche Spieler zeigten während der Vorrunde dieser Weltmeisterschaft die besten Leistungen auf Ihrer Position?

Wer gewinnt das Finale am 27. Januar – und wie weit kommt die deutsche Mannschaft in diesem Turnier?

Patrick Bieber (Torwart), VfL Günzburg

Vorbild: Ich habe kein richtiges sportliches Vorbild. Aber Andreas Wolff ist schon sehr leistungsstark und emotional immer voll bei der Sache. Das entspricht auch meinem Stil, Handball zu spielen.

Vorrunde: Sehr stark sind beide deutschen Torhüter. Sie haben eine sehr gute Vorrunde gespielt und sich gut ergänzt. Das sieht man sofort bei der Anzahl der Gegentore: Sie ist verschwindend gering – natürlich auch, weil die Abwehr sehr stark ist.

Weltmeister: Das werden wir. Wir haben einen immensen Vorteil, weil wir daheim spielen. In Köln vor fast 20 000 Leuten zu spielen ist einfach einmalig. Ich fahre übrigens am Mittwoch hin und bin schon sehr gespannt, wie das wird gegen Spanien. Es könnte, denke ich, auf ein Finale Deutschland – Dänemark hinauslaufen. Das wäre interessant.

Der Günzburger Torwart Patrick Bieber.
Bild: Ernst Mayer

Oliver Kiebler (Linksaußen), TSV Niederraunau

Vorbild: Neben Uwe Gensheimer ist für mich der Russe Timur Dibirow der beste Linksaußen der Welt. Er hat unglaubliche Wurfvarianten und kann innerhalb einer halben Sekunde entscheiden, genau dahin zu werfen, wo der Torwart nicht hingeht.

Vorrunde: Gensheimer ist unumstritten Weltklasse. Er kann mit dem Druck, als Star abliefern zu müssen, aber auch umgehen. Musche rockt die Bundesliga, er hat da mit 162 aktuell die meisten Tore. Und er ist immer bereit, wenn Gensheimer mal eine Pause braucht. #

Weltmeister: Ich sehe Dänemark als Favorit. Sie haben ein bockstarkes Team, sind auf jeder Position auf Weltklasse-Niveau. Für Deutschland wünsche ich mir das Halbfinale, aber dafür müssen sie gewinnen vor allem in der Schlussphase noch cooler werden.

Oliver Kiebler vom TSV Niederraunau.
Bild: Ernst Mayer

Lukas Konkel (Rechtsaußen), TSV Niederraunau

Vorbild: Ich bin ein großer Fan des Schweden Niclas Ekberg vom THW Kiel. Er ist absolute Weltklasse. Der Franzose Luc Abalo kann wahnsinnig hoch und weit springen, hat dadurch in der Luft sehr viel Zeit, was seine Würfe so variantenreich macht. Ich probiere das auch im Training, aber mir fehlt oft die Sprungkraft.

Vorrunde: Patrick Groetzki ist ein Spieler, der an einem guten Tag sehr viel beitragen kann, um ein Spiel zu entscheiden. Die Flügelzange in Kombination mit Uwe Gensheimer ist immer gefährlich. Für mich zählt Groetzki zu den besten Rechtsaußen.

Weltmeister: Ich traue Deutschland zu, dass Titel holen zu können. Die Mannschaft ist zusammengerückt, auch mit dem Trainer. Und das Heimpublikum ist noch mal ein spezieller Faktor.

Immer für Tore gut: Raunaus Linksaußen Lukas Konkel.
Bild: Ernst Mayer

Daniel Jäger (Kreisläufer), VfL Günzburg

Vorbild: Von den Deutschen würde ich sagen, Patrick Wiencek. Der spielt richtig gut am Kreis, kann sich oft durchsetzen und ist noch dazu eine echte Maschine in der Abwehr.

Vorrunde: Am Kreis ist es schwer zu sagen. Alle drei Deutschen sind wirklich gut und auf gleichwertigem Weltklasse-Niveau. Es gibt in der Weltspitze auch kaum andere Kreisläufer, die so gut sind. Vielleicht den Spanier Julen Aguinagalde, aber der spielt bis jetzt keine besondere WM. Nein, ich würde sagen, auf dieser Position haben wir in Deutschland echt die Besten.

Weltmeister: Weltmeister wird Deutschland oder Dänemark. Ich glaube, dass der Heimvorteil für eine der beiden Mannschaften reichen könnte. Vor allem für die Dänen, die das Finale daheim spielen können, wird es im Turnier sehr weit gehen.

Daniel Jäger, für den VfL Günzburg am Kreis.
Bild: Ernst Mayer

Udo Mesch (Trainer), TSV Niederraunau

Vorbild: Kai Wandschneider von der HSG Wetzlar ist für mich ein Trainervorbild. Ich durfte schon zwei Mal bei ihm hospitieren. Er hat jahrelang mit wenigen Ressourcen viel gemacht, viele heutige Nationalspieler sind durch seine Hände gegangen.

Vorrunde: Ich war angenehm überrascht, sowohl vom Team als auch vom Trainer. Prokop hat es geschafft, seine Art zu arbeiten komplett zu ändern. Er wirkt ruhiger, klarer, lässt die Mannschaft mitreden. Ich fand es auch gut, dass er seinen breiten Kader auch breit einsetzt. Das könnte noch ein großer Vorteil werden.

Weltmeister: Ich hoffe, dass Deutschland mindestens ins Halbfinale kommt. Aber die Hauptrunde wird schwer. Spanien liegt uns mit seinem taktischen Spiel überhaupt nicht. Aber ich bin froh, dass sie den K.-o.-Modus wieder abgeschafft haben. Das jetzige Modell ist fairer.

Raunaus Trainer Udo Mesch.
Bild: Ernst Mayer

Michael Jahn (Rückraum links), VfL Günzburg

Vorbild: Der ehemalige tschechische Nationalspieler Filip Jicha ist ein sehr interessanter Mann, der sein ganzes sportliches Leben auf meiner Position gespielt hat.

Vorrunde: Steffen Fäth ist unter anderem deshalb für mich faszinierend, weil er bei seinem Verein nicht unbedingt die Spielanteile bekommt, die man für einen Nationalspieler erwarten könnte. Bei der Nationalmannschaft blüht er dann immer auf und bringt seine Leistung hundertprozentig. Paul Drux, der noch dazu genau mein Jahrgang ist, spielt sowohl in der Mitte als auch links sehr stark. Er wird uns in der Hauptrunde noch richtig weiterhelfen.

Weltmeister: Unsere Mannschaft kommt aufgrund ihres unglaublichen Zusammenhalts ins Endspiel. Aber weil dieses Finale in Herning stattfindet, wird Dänemark gewinnen.

Michael Jahn (links) im Günzburger Trikot.
Bild: Ernst Mayer

Nicolai Jensen (Rückraum Mitte), VfL Günzburg

Vorbild: Ein richtiges Vorbild habe ich nicht, ich schaue immer ein bisschen auf die Summe der Spieler. Da gibt es natürlich einige gute. Man kann hier den Namen Nicola Karabatic nennen. Morten Olsen von den Dänen finde ich toll – auch wenn er bei der Nationalmannschaft kein Stammspieler ist. Der gefällt mir von der Spielart. Oder den Isländer Aron Palmarsson.

Vorrunde: Ich habe leider fast nur die deutschen Spiele gesehen. Ich war aber positiv angetan von Martin Strobel. Und als ich an einem Spieltag in München vor Ort war, fand ich witzigerweise den Mann aus Bahrain im Spiel gegen Mazedonien ganz gut. Man sympathisiert ja immer ein bisschen mit solchen WM-Exoten.

Weltmeister: Mein WM-Tipp ist Dänemark. Die Dänen haben mich am meisten überzeugt. Die deutsche Mannschaft kann ins Halbfinale kommen.

Nicolai Jensen (VfL Günzburg).
Bild: Ernst Mayer

Björn Egger (Rückraum rechts), TSV Niederraunau

Vorbild: Ich schaue mir die Deutschen auf meiner Position natürlich genauer an. Da kann man immer was lernen. Vor allem Fabian Wiede hat eine wahnsinnige Spielintelligenz und Übersicht. Da sieht man immer wieder tolle Pässe. Aber Frankreich ist auf halb rechts mindestens ebenbürtig.

Vorrunde: Insgesamt haben alle Deutschen bis jetzt tolle Spiele abgeliefert. Was ich aber von Anfang an nicht verstanden habe, ist, warum Kai Häfner daheimbleiben musste. Er hat aus meiner Sicht eine höhere Qualität als Weinhold oder Semper.

Weltmeister: Das ist eine schwierige Frage. Ich hoffe, dass Deutschland so weit wie möglich kommt. Ich sehe sie eigentlich im Halbfinale. Weitere Favoriten sind für mich Frankreich und Spanien. Aber auch von Norwegen war ich positiv überrascht.

Björn Egger (TSV Niederraunau).
Bild: Ernst Mayer

Vor mehr als 35 Jahren war Günzburg auch Spielort einer Handball-WM. Wie es dazu kam, lesen Sie hier: Erinnerungen an die Zeit, als Günzburg WM-Spielort war

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren