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Brauchtum

12.02.2019

Vorfreude auf den nächsten Hutznobnd

Gemütlich voll wurde es beim zweiten Hutznobend in Ichenhausen. Musik, Geschichten, Gedichte und Kunsthandwerk erinnerten an das Erzgebirge.
Bild: Gerhard Büsch

Musik, Geschichten und Kulinarisches erinnern in Ichenhausen ans Erzgebirge

Der erste Arzgebirger Hutznobnd in Ichenhausen war ein großer Erfolg – darum machten sich die Organisatoren Heinrich Welscher und Manfred Stanzl gleich im Februar an eine Neuauflage in der Gaststätte Adler. Auch diesmal wurde der Saal gemütlich voll.

Diesmal war als besonderer Gast Felix Vogt dabei, Mitglied im Bundesvorstand der Sudetendeutschen, der in Gundelfingen ein sudetendeutsches Museum betreibt. Einige der Besucher sind noch im Erzgebirge geboren. Aber auch viele Kinder und Enkel der damals Heimatvertriebenen waren unter den Gästen.

Bei Liedern aus dem Erzgebirge, gespielt von den Autenrieder 4/3 Blechmusikanten unter Leitung von Hermann Schwarz sagen die Besucher kräftig mit. Besonders, als Margit Scheppach und Anna Pfeffer im Zweigesang das Lied „Mei Grußmütterla“ von Anton Günther sangen, wurde es ganz heimelig. Beim gemeinsamen Sammeln von erzgebirgischen Wörtern und Redewendungen lachten die Besucher viel und es kamen Erinnerungen auf, wie „drham gelatscht“ wurde.

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Barbara Hoser erklärte, wie das Klöppeln ins Erzgebirge kam, mit welchen Eigenheiten speziell dort gearbeitet wurde und zeigte kunstvoll aufgespannte Spitzen. Die drei Frauen von der Klöppelgruppe Günzburg ließen den ganzen Abend mit Leichtigkeit die Klöppel auf ihren Klöppelsäcken tanzen. Heinrich Welscher bereitete derweil in der Küche Ergebirger Spezialitäten zu. Als Nachtisch gab es „ewas Sießes“, nämlich verschiedene Arten von „Hefnzeich“.

Ichenhausens Zweiter Bürgermeister Franz Zenker las aus seinem Buch eine wahre Begebenheit vor, als er vor einigen Jahren auf einer Busreise in der halb verfallenen Kirche in Abertham spontan auf der Orgel das Lied „Großer Gott, wir loben Dich“ spielte und die Mitreisenden, unter denen viele Heimatvertriebene waren, mitsangen. Auch die Stadträte Gerlinde Schweiger und Reinhold Lindner, deren Vorfahren aus dem Erzgebirge stammen, waren „zun Hutzn“ gekommen. Das Schöne am Hutznobnd war, dass viele Besucher Geschichten, Anekdoten und Wortsammlungen vorgetragen und erzählt haben. Einige hatten auch „Räuchermännl“, Bilder und Landkarten mitgebracht und gezeigt. (zg)

Wegen des großen Zulaufs findet am 23. März um 19 Uhr ein dritter Hutznobnd statt. Anmeldung täglich ab 17 Uhr, außer montags, Telefon 08223/1284.

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