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Interview

23.08.2019

Warum die Zusammenarbeit zwischen Leipheim und Bubesheim scheiterte

Franz Göttel
Bild: Ernst Mayer

Was Leipheims Trainer Franz Göttel zur gelebten Integration beim A-Klassisten und zum Scheitern der Zusammenarbeit mit dem SC Bubesheim II sagt.

Der VfL Leipheim hat die vergangene Saison in einer Spielgemeinschaft mit der Reserve das Bezirksligisten SC Bubesheim gespielt. In der neuen Punktrunde bietet er nun wieder eine eigene Mannschaft in der A-Klasse West 1 auf. Was war der Grund für diesen Schritt, Herr Göttel?

Franz Göttel: Die Bubesheimer sind mit unseren Spielern nicht klargekommen und einfach weggeblieben. Lediglich Abteilungsleiter Karl Dirr hat sich auf Bubesheimer Seite um die SG gekümmert, aber der allein konnte halt auch nichts machen. So konnten wir gerade noch mit Müh und Not die Saison zu Ende spielen und den Abstieg verhindern.

Nur der vorletzte Platz im Endklassement mit 13 Punkten aus 26 Spielen war sicher nicht das, was man vor der Saison erwartet hatte.

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Franz Göttel: Stimmt! Wir wollten vorne mitspielen, als wir gehört haben, wer aus Bubesheim angeblich alles zu uns kommt.

Ist man beim VfL Leipheim personell jetzt wieder so gut gestellt, um die Saison problemlos durchstehen zu können?

Franz Göttel: Das schaffen wir auf jeden Fall. Wir haben einen Kader von 17 Mann. Allerdings sind da einige Akteure darunter, die ewig nicht mehr gespielt haben. Leider haben wir in der Sommerpause auch zwei gute eigene Spieler an Bubesheim verloren.

Für die Bildung einer Reservemannschaft reicht es aber wohl noch nicht.

Franz Göttel: Daran ist momentan nicht zu denken. Wir sind froh, wenn wir mit der ersten Mannschaft gut durchkommen.

Asylbewerber Dana Babaie aus Syrien kickt beim VfL Leipheim

Dabei hat der Verein einen nicht alltäglichen Neuzugang zu bieten. Wie kam es dazu?

Franz Göttel: Das kann man so sagen. Der 25-jährige Dana Babaie ist Asylbewerber und kommt aus Syrien. Er ist einfach mit anderen Asylbewerbern zu uns gekommen und hat gefragt, ob er mittrainieren kann. Er ist ein toller Typ, höflich, ehrgeizig, trainingsfleißig und hat die Vorbereitungsspiele mitgemacht. Wir haben ihm inzwischen einen Arbeitsplatz und eine Wohnung besorgt. Er wäre eine große Verstärkung für uns, ist aber leider jetzt verletzt. Es wird ein Kreuzbandriss vermutet. Wenn dem so ist, wird er wohl ein paar Monate ausfallen.

Wie klappt die Verständigung?

Franz Göttel: Dana Babaie versteht uns ganz gut, antwortet aber noch in Englisch. Das dürfte aber immer besser werden, denn zurzeit besucht er einen Deutschkurs.

Sehen Sie den VfL Leipheim als gutes Beispiel dafür, wie Integration gelebt und praktiziert werden kann?

Franz Göttel: Es war schon früher so, dass Fußballer aus anderen Nationen bei uns willkommen waren. Auch aktuell trainieren einige junge Asylbewerber bei uns mit und wir würden sie auch gerne – wie eben Dana Babaie – fest in die Mannschaft aufnehmen. Aber solange sie keine Aufenthaltserlaubnis haben, bringt das nichts. Mit Karim Ali Zada haben wir einen Fußballer aus Afghanistan in unserem Kader, der schon bei uns in der Jugend gespielt hat.

Leipheim ist mit zwei Niederlagen gestartet

Viele Hürden stehen vor dem Erhalt einer Spielberechtigung. Wie war das in Ihrem Fall?

Franz Göttel: Dana Babaie musste fast ein halbes Jahr auf seine Spielerlaubnis warten. Soviel ich weiß, stellt der Bayerische Fußballverband konsequent Nachforschungen an, ob die betreffende Person in ihrem Heimatland ebenfalls einen Spielerpass hat oder nicht.

Zum aktuellen Spielbetrieb. Leipheim ist mit zwei Niederlagen in die Saison gestartet. Nun stehen kurz hintereinander – an diesem Freitag gegen den TSV Wasserburg (7.) und am Sonntag beim TSV Balzhausen II (5.) – zwei Spiele auf dem Programm. Sind Sie zuversichtlich, dass Ihr Team den ersten Dreier schafft?

Franz Göttel: Wir haben gut trainiert und kapiert, dass wir hinten besser stehen müssen. Mit jeweils einem Remis aus diesen beiden Spielen könnten wir gut leben und uns Mut für die kommenden Aufgaben machen.

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