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Kreis Günzburg

20.12.2020

Weihnachten wie in Portugal: Für das Festessen wird in Leipheim groß aufgetischt

In Portugal gehört der Bolo Rei, ein runder Königskuchen, zu Weihnachten dazu. Diogo Pais, gebürtiger Portugiese, freut sich schon, wenn der Bolo Rei an Heiligabend angeschnitten wird.
Bild: Sandra Kraus

Plus Diogo Pais kam als Vierjähriger von Portugal nach Leipheim. Er feiert hier mit seiner Familie das Weihnachtsfest wie daheim. Was die Feiertage für ihn ausmachen. (Mit Rezept)

Weihnachten wird fast überall auf der Welt gefeiert und doch jedes Mal anders. Wie begehen Menschen in anderen Ländern und auf anderen Kontinenten die Weihnachtszeit? Unsere Zeitung ist der Frage nachgegangen und lässt in einer kleinen Serie Menschen aus dem Landkreis zu Wort kommen, die über die Gepflogenheiten in ihrem Heimatland berichten.

Weiße Weihnachten in Portugal? In Guarda, der höchstgelegenen Stadt Portugals, ist das durchaus möglich. Der Leipheimer Diogo Miguel Ferreira Pais hat in diesem Distrikt, wo die Gipfel der Serra da Estrela bis zu 1900 Meter hoch sind, die ersten Jahre seiner Kindheit verbracht. Als Vierjähriger kam er mit seiner Familie in die Güssenstadt. „Weihnachten in Portugal hat viele Gemeinsamkeiten mit Weihnachten in Deutschland“, findet er. Und doch gibt es Unterschiede. Die Christbäume werden mit viel Lametta, Glitzer und Kugeln in kunterbunten Farben geschmückt. Vergleichbar mit denen aus den USA seien sie. Auch Weihnachtskrippen werden im katholisch geprägten Land aufgestellt.

An Véspera de Natal, dem Heiligen Abend, trifft sich die ganze Familie festlich angezogen zum traditionellen Weihnachtsessen. Ein absolutes Muss ist dabei der Stockfisch, getrockneter, gesalzener und stocksteifer Kabeljau, der vor der Zubereitung in Wasser gelegt und entsalzt worden ist. „Kein Weihnachten ohne Bacalhau, wie der Stockfisch auf Portugiesisch heißt, mit Kohl und Kartoffeln!“, betont der 34-Jährige. Zum Nachtisch backt seine Mutter den Bolo Rei, den Königskuchen, es gibt Pudding und viele süße Köstlichkeiten.

Für das Festessen können sich portugiesische Familien viel Zeit nehmen

Der Bolo Rei ist ein runder Kuchen auf Basis eines gehaltvollen Hefeteigs mit viel Eiern und Butter, gefüllt mit Nüssen, Pinienkernen, Rosinen und leckeren Trockenfrüchten. Für das Festessen, für das reichlich gekocht und aufgetischt wird, können sich die Familien viel Zeit nehmen, denn die Geschenke gibt es erst um Mitternacht. Pai Natal, der Weihnachtsmann, bringt sie. Kleinere Kinder, die nicht bis Mitternacht aufbleiben können, packen ihre Geschenke am nächsten Morgen aus.

Nach Leipheim zu Familie Ferreira Pais kommt allerdings an Heiligabend das Christkind, verrät der Familienvater. Geschenke bei der Oma, seiner Mutter, gebe es nach portugiesischer Tradition am Morgen des ersten Weihnachtstags. An diesem Tag trifft sich in Portugal die ganze Familie ein zweites Mal und es gibt Truthahn, ein Fleischgericht nach dem Fisch von Heiligabend.

Den in Deutschland üblichen zweiten Weihnachtsfeiertag gibt es in Portugal nicht, der 26. Dezember ist ein ganz normaler Arbeitstag. In Leipheim ist dieses besondere Weihnachten während der Pandemie schon gut geplant. „Wir teilen uns auf, anstatt alle zusammen zu feiern. Die Runde ist dann zwar kleiner, doch wir freuen uns auf Weihnachten und wenn die Kinderaugen unter dem Christbaum leuchten, dann passt alles.“ Schon jetzt wünscht Diogo Miguel Ferreira Pais: „Feliz Natal – frohe Weihnachten!“

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