Soziales

12.09.2019

Wenig Kinder im Hort

Im Februar 2020 soll der neue Hort am Großkötzer Schlossplatz in Betrieb gehen, auch wenn die Bauarbeiten derzeit etwa zwei Wochen hinter dem Plan liegen.
Bild: Irmgard Lorenz

Der Neubau in Großkötz bleibt im Kostenrahmen, aber die Zahl der Anmeldungen ist gering. Was das für die Gemeinde bedeutet

Zuerst die gute oder zuerst die schlechte Nachricht? Das Positive zuerst: Die Baukosten für den mit insgesamt 1,2 Millionen Euro veranschlagten Kinderhort am Großkötzer Schlossplatz werden voraussichtlich etwas günstiger sein als geplant. Derzeit liege man etwa 50000 Euro unter der Kalkulation, sagte Architekt Hermann Spiegler in der Gemeinderatssitzung. Teuer werden könnte für die Gemeinde Kötz aber der Betrieb, zumal derzeit nur neun Kinder für den Hort angemeldet sind, wie Bürgermeister Ernst Walter auf Anfrage mitteilte.

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Als „schleppend“ bezeichnete der Bürgermeister im Gespräch mit der Günzburger Zeitung die Anmeldungen für den Hort, dessen Trägerschaft ab diesem Schuljahr die Johanniter-Unfall-Hilfe übernommen hat. „Größeres Interesse“ habe es dagegen für die Mittagsbetreuung gegeben, sagte Walter. Mehr als 20 Familien hätten ihr Kind für diese Betreuung zwischen Schulschluss und 14 Uhr angemeldet. Allerdings gebe es in der Mittagsbetreuung nur 15 Plätze. „Viele sagen, sie wollen halt die Mittagsbetreuung“, sagte der Kötzer Bürgermeister. Erstaunlich sei, dass vor zwei Jahren im Kinderhaus Großkötz mehr als 80 Unterschriften von Eltern gesammelt worden seien, die einen Kinderhort in der Gemeinde verlangten.

Eine mögliche Erklärung für die aktuell geringen Anmeldezahlen im Hort sieht Walter in dem Umstand, dass der Hort noch provisorisch im katholischen Jugendheim untergebracht ist. „Sehr beengt“, sagte er, es gebe nur einen Raum, in dem die Kinder gleichzeitig Hausaufgaben erledigen und andere spielen. Ursprünglich hatte die Gemeinde den Interims-Hort in der Günzhalle einrichten wollen, dieser Plan war aber gescheitert und die Katholische Kirchenstiftung hatte angeboten, den Hort bis zur Fertigstellung des Neubaus doch noch weiter im Jugendheim zu betreiben (wir berichteten).

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Der Neubau soll im Februar des kommenden Jahres bezogen werden. An diesem Plan soll sich nichts ändern, wie Architekt Spiegler in der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend sagte, auch wenn man derzeit mit den Arbeiten „knapp zwei Wochen hinten dran“ sei. Architekt Spiegler erklärte das mit den Handwerkerferien, beruhigte die Gemeinderäte aber: „Am Donnerstag fängt der Gipser an.“ Er gehe davon aus, dass der Hortneubau am Großkötzer Schlossplatz „sowohl kosten- als auch zeitmäßig“ im Plan liegen werde.

Bei den für den Bau veranschlagten Gesamtkosten in Höhe von 1,2 Millionen Euro erwartet die Gemeinde Kötz nach Angaben von Bürgermeister Ernst Walter etwa 80 Prozent Zuschuss. Allerdings könnte der Betrieb des Kinderhorts ordentlich ins Geld gehen. „Bei der derzeitigen Konstellation“, so Walter, trage die Gemeinde das komplette Betriebskosten-Defizit und das fällt umso höher aus, je weniger Kinder angemeldet sind. Der Kötzer Bürgermeister zeigt sich dennoch zuversichtlich: „Wenn das Angebot da ist, steigt vielleicht auch die Nachfrage“, sagte er in der Sitzung mit Blick auf die Fertigstellung des Horts.

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