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30.01.2019

Wer übernimmt mein Unternehmen?

Hans-Peter Rauch, Präsident der Handwerkskammer für Schwaben, mahnt, rechtzeitig die Unternehmensübernahme zu klären.
Bild: Ulrich Wagner

Die Handwerkskammer rät, die Nachfolge frühzeitig zu planen. Viele Betriebe in der Region stehen vor dem Schritt

29000 Handwerksbetriebe sind bei der Handwerkskammer für Schwaben (HWK) eingetragen. 4900 dieser Firmen haben einen Inhaber, der älter ist als 60 Jahre. Für diese Unternehmer ist es an der Zeit sich über die Nachfolge Gedanken zu machen und sie auch zu regeln.

Hans-Peter Rauch, Präsident der HWK Schwaben, zeigt die volkswirtschaftliche Bedeutung der Weiterführung solcher Betriebe auf: „Das Handwerk sichert Arbeits- und Ausbildungsplätze und ist ein wichtiger Faktor für die Versorgung in der Region. Diese Firmen erbringen Leistungen, die wesentlich zur Stabilität der Gesamtwirtschaft beitragen. Immerhin sind in diesen Firmen rund 30000 Mitarbeiter beschäftigt.“

Die Handwerkskammer ist für die Unternehmen der neutrale und kompetente Berater bei Betriebsübergaben. Gemeinsam wird ein Übergabekonzept entwickelt, bei dessen Umsetzung die passenden Experten eingebunden werden.

Um die Unternehmensnachfolge auf ein stabiles Fundament zu stellen sind verlässliche Partner unabdingbar. Der betriebswirtschaftliche Beratungsservice der HWK ist hier für die Handwerksfirmen der erste Ansprechpartner, teilt die Kammer mit. Im Zuge einer Individualberatung wird ein Fahrplan für die Betriebsübergabe erarbeitet. Dabei werden unter anderem die wirtschaftliche Situation des Unternehmens analysiert, Maschinen und Einrichtungen bewertet, der Unternehmenspreis ermittelt und handwerksrechtliche Fragen geklärt.

Zusammen mit einem Netzwerk von Spezialisten bei Banken und Steuerberatern können so optimale Lösungen für beide Parteien, den bisherigen Chef und den Nachfolger, erarbeitet werden. „Dieses Zusammenspiel von Fachleuten, die fit in ihren Bereichen sind, ist elementar für das gute Gelingen einer Übernahme“, betont Rauch.

„Die Experten der Handwerkskammer sind zur Neutralität verpflichtet. Die HWK zieht keinen Vorteil daraus, mit welcher Bank, mit welchem Steuerberater oder mit welchem Juristen gearbeitet wird. Unser Fokus liegt darauf, unsere Mitgliedsbetriebe optimal zu bedienen und erfolgreiche Unternehmen in die Zukunft zu führen. Das ist im Interesse der Mitarbeiter in diesen Betrieben und der Gesamtwirtschaft.“ Finanzierung, steuerliche Aspekte (Wo fällt für wen welche Steuer an?), die Situation der eigenen Altersversorgung, die Wahl der Rechtsform, die bestmögliche Einbindung von Mitarbeitern in die Übergabe, Fördermöglichkeiten für den Übernehmer – das alles sind Themen, die genauestens bearbeitet werden müssen.

Um wirklich alle Möglichkeiten auszuschöpfen, braucht es genügend Zeit für die Vorbereitung und Abwicklung sowie zuvor eine gute Planung und Beratung.

Von der ersten Überlegung bis zur konkreten Übergabe rechnet die HWK mit einem Zeitraum von ungefähr drei Jahren. „Entscheidend ist natürlich, dass ein Nachfolger da ist. Das kann innerhalb der Familie sein, aber auch unter den Mitarbeitern, sind oft fähige junge Meister interessiert.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die Betriebsbörse der HWK Schwaben zu nutzen. „Hier sind Firmen, die einen Nachfolger suchen eingetragen und wir stellen den Kontakt her“, erklärt Rauch. Die Umsetzung des Konzepts dauert dann erfahrungsgemäß ein Jahr. „Wichtig ist natürlich, dass alle Beteiligten auch wirklich wissen, was sie wollen.

Die Unternehmensnachfolge ist mit vielen Emotionen verbunden und auch diesen persönlichen Aspekten muss Rechnung getragen werden.“ Das ist für Rauch eine Grundvoraussetzung für ein gutes und dauerhaftes Gelingen. (zg)

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