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Podiumsdiskussion

08.11.2019

Wohnungsmangel ist auch im Landkreis ein Problem

Über den Mangel an bezahlbarem Wohnraum diskutierten (von links) Thannhausens Bürgermeister Georg Schwarz, Staatsminister Hans Reichhart, Christoph Ost (Bauunternehmen Abenstein), Georg Baur (Pflegedienstleiter Bezirkskrankenhaus Günzburg), Salma Muschtaki vom Sozialdienst Katholischer Männer und Michael Seipl als Betroffener.
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Über den Mangel an bezahlbarem Wohnraum diskutierten (von links) Thannhausens Bürgermeister Georg Schwarz, Staatsminister Hans Reichhart, Christoph Ost (Bauunternehmen Abenstein), Georg Baur (Pflegedienstleiter Bezirkskrankenhaus Günzburg), Salma Muschtaki vom Sozialdienst Katholischer Männer und Michael Seipl als Betroffener.
Foto: Heinrich Lindenmayr

Von Möglichkeiten, das Bauen zu beschleunigen und zu verbilligen

Bezahlbarer Wohnraum für alle, das sei die große soziale Frage unserer Zeit, sagte Hans Reichhart, Staatsminister für Wohnen, Bau und Verkehr, bei einer Podiumsdiskussion des CSU-Kreisverbands im Rahmen der Veranstaltungsreihe Zukunftsdialog im Heinrich-Sinz-Haus in Ichenhausen. Bei dem Gespräch zeigte sich: Wohnraummangel, das ist inzwischen auch im Landkreis ein Problem.

Viele Jahre hätten Expertenprognosen einen Rückgang der Bevölkerung, mindestens aber eine Stagnation vorhergesagt. Es sei anders gekommen, sagte Ichenhausens Bürgermeister Robert Strobel. Seit 2014 wachse seine Stadt jährlich um etwa 100 Einwohner, der unerwartete Zuwachs im Landkreis stelle die Kommunalpolitik vor herbe Herausforderungen. Wie vielschichtig das Problem ist, demonstrierte Mathias Kiermasz mit einem Impulsreferat, das zahlreiche, teils einander auch widersprechende Presseartikel zum Thema zitierte. Er und Ruth Niemetz moderierten die Diskussion, die auch ein großes Potenzial an Lösungsansätzen aufzeigte.

Nur im Zusammenspiel von Politik, Wirtschaft und Handwerk kann nach Meinung von Hans Reichhart hinreichend Wohnraum bereitgestellt werden, und dafür müssten die Akteure ein ganzes Bündel an Maßnahmen abarbeiten. Die Genehmigungsverfahren wären zu beschleunigen, staatliche Förderprogramme für Kommunen und private Investoren wären auszuschöpfen, die Kommunen müssten Flächen zur Verfügung stellen und ergänzend dazu müsste ein Leerstandsmanagement greifen. Thannhausens Bürgermeister Georg Schwarz verwies in diesem Zusammenhang auf die finanziellen und verwaltungstechnischen Schwierigkeiten von Kommunen, wenn sie selbst Wohnraum schaffen wollten. Hier wäre es effektiver, wenn Wohnungsbaugesellschaften die Fördergelder nutzen könnten. Georg Baur, Pflegedienstleiter am Bezirkskrankenhaus Günzburg und Christoph Ost von der Baufirma Abenstein machten in ihren Beiträgen klar, dass die wichtigste Strategie gegen den Fachkräftemangel die Bereitstellung von bezahlbarem Wohnraum sei. Ost kritisierte Regelungen, die das Bauen in den letzten Jahrzehnten enorm verteuert hätten.

Die Politik habe das Problem erkannt, entgegnete Minister Reichhart. Die Staatsregierung konzipiere derzeit ein dreistufiges Normierungsmodell, das es dem Bauherrn künftig erlaube, selbst zu entscheiden, auf welchem Preisniveau er bauen wolle. Diskutiert wurden auch die Vorschläge aus dem Publikum, dass sich die öffentliche Hand als Zwischenvermieter engagieren sollte, dass Abschreibungsmöglichkeiten für Bauherrn ausgeweitet und das intelligente Bauen, das gleichen Wohnkomfort auf weniger Fläche ermöglicht, intensiver verfolgt werden sollte. Die Situation derjenigen, die von Obdachlosigkeit bedroht seien und welche Hilfsangebote sie nutzen könnten, thematisierten Salma Muschtaki vom Sozialdienst katholischer Männer (SKM) und Michael Seipl als Betroffener. Landtagsabgeordneter Alfred Sauter lenkte zum Schluss den Blick auf das Positive und sagte, der Wohnraummangel sei auch ein Indiz für die Attraktivität des Landkreises. Weil die Region wirtschaftlich so stark sei, habe sie Handlungspotenziale, den Mietwohnmarkt wieder zu entlasten. (zg)

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