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Konzert

02.12.2019

Zwei präzise agierende Kapellen begeistern

Die Jugendkapelle der Sing- und Musikschule Ichenhausen unter Leitung von Hermann Schwarz zeigte bei dem Gemeinschaftskonzert großes Können.
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Die Jugendkapelle der Sing- und Musikschule Ichenhausen unter Leitung von Hermann Schwarz zeigte bei dem Gemeinschaftskonzert großes Können.
Bild: Emil Neuhäusler

Die Spielgemeinschaft Ellzee-Ichenhausen und die Jugendkapelle der Musikschule Ichenhausen traten vor 250 Besuchern und Gästen aus Valeggio in der Friedrich-Hahn-Halle in Ichenhausen auf.

So viel Schwung und Temperament hatten die Gäste aus Valeggio, der italienischen Partnergemeinde, auf einem deutschen Blasmusikkonzert vermutlich nicht erwartet. Auf jeden Fall honorierten sie wie die übrigen 250 Besucher des Jahreskonzerts der Spielgemeinschaft Ellzee-Ichenhausen in der Friedrich-Hahn-Halle deren Auftritt unter ihrem Dirigenten Konstantin Eheim mit begeisterten Beifallsbekundungen. Auch nach einem „Mammutjahr“ – die Vorsitzende des Musikvereins Ellzee Petra Klingler verwies auf die Ausrichtung des Bezirksmusikfestes – hatten die 46 Musikerinnen und Musiker nichts an Spielfreude eingebüßt und überzeugten in Spiel und Gesang.

Den ersten Programmteil gestalteten die über 30 Mädchen und Buben der Jugendkapelle der Sing- und Musikschule Ichenhausen unter der Leitung von Hermann Schwarz. Sie hinterließen ebenfalls einen sehr starken Eindruck. Mit der Konzertouvertüre „Fun Fare“ schufen sie einen kraftvollen und gleichzeitig feierlichen Auftakt. Tuba, Tenorhorn und Posaune gaben hinter den Fanfaren-Trompeten ein klangintensives Geleit. Hervorragend gelang in „Donegal Bay“ von Florian Ziller die musikalische Charakterisierung der größten Bucht Irlands. Flöten und Klarinetten fangen einleitend eine sanfte Stimmung ein, die nach und nach von allen Registern einschließlich des einfühlsamen Schlagwerks ausgemalt wird. Die Überleitungen innerhalb der teilweise sehr schnellen irischen Tänze und auch die Taktwechsel werden ausgezeichnet gemeistert, ohne dass auch nur einmal die sehr saubere Intonation verloren ging.

Mit diesen Stärken glänzten die Jungmusiker anschließend in „How to Train Your Dragon“ von John Powell und Johnnie Vinson mit teilweise sehr schwierigen Stimmungskreationen. Konzentriert wurde dann der Titel „Bohemian Rhapsody“ von Queen interpretiert. Galt es doch Pop- und Rockmusik mit Elementen aus der Oper bis hin zum Hardrock in Einklang zu bringen. Am Ende von „The Jungle Book“, arrangiert von Michael Brown, stand nicht nur der Dschungel „auf dem Kopf“, sondern auch das Publikum. Mit Mary Poppins „Supercalifragilisticexpialidocious“ als Zugabe verabschiedete sich das Jugendorchester verspielt und selbstbewusst.

Hatten bei der Jugendkapelle drei Jungs und ein Mädchen die Moderation übernommen, führte bei der Spielgemeinschaft Ulrike Scheinert humorvoll in die Vortragsstücke ein. Mit dem schwungvollen Konzertmarsch „Kaiserin Sisi“ von Timo Dellweg legte das Orchester einen packenden Auftakt hin. Da passte jeder Takt und jede Note. In „Herbstglück“, einer Polka, ließ Komponist Dellweg die Zuhörer an seiner großen Freude anlässlich der Geburt seines Sohnes Paul teilhaben. Lebensfreude versprühten Hörner und Trompeten. Diese schwerelose Stimmung schwappte dann über auf Guido Henns Gesangspolka „Meine böhmische Welt“. Das ist die „Blasmusik, die mir gefällt“, bekannte das Gesangsduo Petra Bombeck und Wolfgang Lambacher in schöner Harmonie. Eingestreute rhythmische Verzögerungen gaben der Melodie zusätzliche Akzente.

Es folgten drei moderne Klassiker, denen Alexandra Jörg ihren Stempel aufdrückte. Die Gesangssolistin aus Krumbach tritt unter Dirigent Eheim auch im Big-Band-Orchester Fun&Brass auf und gestaltet eigenverantwortlich Konzerte. Ihre Stimme ist sehr facettenreich und entfaltet in Höhen wie in Tiefen vielfältige Stimmung. Etwas dunkel und „anrüchig“ agiert sie in John Glenesk Mortimers „Goldfinger“ und hinterlässt Gänsehaut in „Gabriellas Song“ aus dem schwedischen Kinofilm „Wie im Himmel“, einem berührenden Lied über Freiheit, Selbstbestimmung und Lebensglück. Zuletzt gelingt ihr eine klangvolle Interpretation der Popballade „You raise me up“ von Heinz Briegel.

Nun ging es wieder ausschließlich instrumental weiter. In prächtiger Geschlossenheit stellt die Kapelle den nordwestlichen Staat der USA „Oregon“ vor. In gelungener Klangmalerei kristallisieren sich spannende und abwechslungsreiche Szenen der Wildwestromantik vor dem geistigen Auge des Publikums in Dur und Moll heraus. Mit „Feliz Navidad“ von Heinz Briegel und „White Christmas“ von Rieks van der Velde stimmt die Kapelle abschließend auf das kommende Weihnachtsfest ein. Auf Zugaberufe und rhythmisches Klatschen hin verabschieden sich die Musikanten sowie das Gesangsduo Bombeck/Lambacher mit der Polka „Dankeschön und auf Wiedersehen“.

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