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Hupkonzert in Günzburg: Beethoven mal anders erleben

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Verrückte Idee: Burgauer Dirigent spielt Beethoven mit Autohupen

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    Musikdirigent Bernhard Löffler mit seinem einzigartigen Hupensatz.
    Musikdirigent Bernhard Löffler mit seinem einzigartigen Hupensatz. Foto: Jana Korczikowski

    „Hup‘ den Beethoven“: Unter diesem Motto findet am 13. Oktober um 15.30 Uhr ein außergewöhnliches Konzert vor der Günzburger Frauenkirche statt. Mit dabei sind fünf Autohupen, die eigens für diesen Zweck angefertigt wurden und deren musikalischer Einsatz eine Premiere wird. „Ich bin selbst gespannt“, sagt der Initiator, Musikdirigent Bernhard Löffler. Ausprobiert hat der Burgauer die Autohupen „natürlich schon öfter“. Am Sonntagnachmittag werden sie dann zum ersten Mal vor Publikum gemeinsam mit anderen Musikinstrumenten bespielt.

    Ein eigenes Stück und auch Beethovens „Ode an die Freude“ werden an diesem Nachmittag zu hören sein. Fünf Chormitglieder bespielen die Autohupen, die die Günzburger Firma Opel Zimmermann in fünf Fahrzeuge eingebaut hat und zur Verfügung stellt. Mit diesen lasse sich der diatonische Satz spielen, es erklingen die Tonhöhen C, Cis und D. Und sie sind mit anderen Instrumenten kompatibel. Löffler, der zwanzig Jahre lang Kirchenmusiker in Heilig Geist war und heute an mehreren Orten tätig ist – unter anderem in Passau als Chefdirigent sowie in Bühl bei Baden-Baden als Musikschulleiter – erzählt, wie er auf die Idee mit den Hupen gekommen ist: „Ich war einmal als Zuhörer in Paris, da hat ein Amerikaner Gershwin dirigiert.“ Dort wären nur vier unterschiedliche Töne zum Einsatz gekommen. „Da wollte ich wissen, wie geht das?“ Er habe bei der Firma Bosch in Baden-Baden angefragt, ob sie Autohupen für ihn bauen würden, um so etwas auszuprobieren.

    Die Firma stimmte zu, doch bis die außergewöhnlichen Instrumente bespielt werden konnten, verging viel Zeit. „Es wurde drei Jahre lang gebastelt“, sagt Löffler, der in die Fertigung eingebunden war und die Hupen immer wieder testete. Zudem mussten finanzielle Mittel her. Mit seinem Frauenchor Corda Vocale habe er sich 2023 für den Amateurmusikfonds des Bundesmusikverbands Chor & Orchester (BMCO) beworben und die Förderung erhalten. Diese gelte für verschiedene Projekte, die der Musikdirigent über das ganze Jahr ausführt, alle unter dem Titel „Hup‘ den Beethoven.“ Der Höhepunkt ist das Konzert am 13. Oktober.

    Hupensatz dient der Musikvermittlung an Schulen

    Bis das Autohupenprojekt vollendet war, setzte Löffler noch eine weitere Idee um. „Ich habe mir vergangenes Jahr von einer Percussionfirma einen Hupensatz bauen lassen. So etwas gibt es nur einmal in Deutschland.“ Diesen Hupensatz nehme er mit auf Schul- und Jugendkonzerte. Ihm gehe es vor allem um Musikvermittlung. Es werden neue Kontexte erstellt und damit spannende Geschichten erzählt, so Löffler. So würden Teile des Lebens von Beethoven nacherlebt und mit der Musik verknüpft. „Die Kinder und Schüler dürfen dann natürlich auch aktiv werden, jeder bekommt eine Hupe.“ Seinen Hupensatz verleiht Löffler auf Anfrage per E-Mail an info@corda-vocale.de.

    Mit dem Hupensatz sowie den Autohupen will der Burgauer neue Ansätze zur Musik herstellen und auch neue Zielgruppen ansprechen, etwa Kinder und technikaffine Menschen, „die sonst eher kein klassisches Konzert besuchen würden.“ Direkt im Anschluss an das Hupenkonzert vor der Frauenkirche beginnt um 16 Uhr am Sonntag ein weiteres Konzert. Erstmals erklingen Karl Kempters Vesperae de Dominica sowie seine Messe in C op 13 darin in einer eigenen Instrumentierung. Kempter hat seine Werke immer wieder bedeutenden Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens gewidmet. Sie enthalten auf dem Titelblatt eine Widmung für den damaligen Günzburger Stadtpfarrer und Geistlichen Rat Albert Höfer. Nun kommen die Werke wieder an ihrem ursprünglichen Widmungsort in Günzburg mit bekannten Solisten, dem Karl-Kempter-Chor und -Orchester, zur Aufführung. Wegen des Hochwassers konnte der erste Konzerttermin im Rahmen des Musikalischen Frühlings nicht stattfinden. Der Eintritt zu den Konzerten ist frei, Spenden sind erwünscht. (mit AZ)

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