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Eishockey

12.01.2019

Die Eisbären beugen sich dem massiven Druck

Sind derzeit gar nicht gut auf den Bayerischen Eissport-Verband zu sprechen: Heinz Heinrich und Werner Gebauer vom ESV Burgau.
Bild: Ernst Mayer

Warum Burgau in der Aufstiegsrunde zur Bayernliga nur zwei Ausländer einsetzt.

Eishockey-Landesligist ESV Burgau wird die laufende Aufstiegsrunde zur Bayernliga mit lediglich zwei sogenannten „transferkartenpflichtigen“ Spielern bestreiten. Damit folgen die Burgauer den Durchführungsbestimmungen des Bayerischen Eissport-Verbandes (BEV). Beim ESV Burgau stehen derzeit insgesamt sechs EU-Ausländer im Kader. Paradox: Wäre Burgau in der Abstiegsrunde gelandet, dürften sie allesamt aufs Eis.

Der Passus der Durchführungsbestimmungen, der den Einsatz der transferkartenpflichtigen Spieler regelt, geht auf eine Vereinbarung der 14 Bayernligisten aus dem vergangenen April zurück. Die Bayernliga-Teams einigten sich damals darauf, in ihrer Punktrunde maximal zwei Ausländer einzusetzen. Die Landesliga-Teams, die nun den Sprung in die Verzahnungsrunde schafften, haben diese Vereinbarung nicht mitgetragen. Sie sollen die Regelung jetzt aber akzeptieren.

Sechs EU-Ausländer sind im Kader

Beim ESV sind derzeit Michal Horky, David Zachar (beide Tschechien), Boris Drozd, Vladimir Klinga, David Tomecko (alle Slowakei) und Stefano Coco (Italien) transferkartenpflichtig. Die Verantwortlichen des ESV Burgau wollten die Aufstiegsrunde an sich auch mit allen ausländischen Akteuren bestreiten. Bevor die Eisbären in die Aufstiegsrunde starteten, fragte ESV-Chef Werner Gebauer beim Eishockey-Obmann des BEV, Frank Butz, nach, ob und welche Sanktionen verhängt würden, „wenn wir mit unseren EU-Bürgern spielen“. Der Verbandsfunktionär antwortete: „Meisterschaftsspiele der Verzahnungsrunde Bayernliga/Landesliga, in denen mehr als zwei transferkartenpflichtige Spieler eingesetzt werden, sind unabhängig vom Ausgang des Spieles gemäß den gültigen Durchführungsbestimmungen generell zu werten.“ Für Gebauer heißt das im Klartext, „dass die Spiele mit 0:5 Toren gegen uns gewertet werden, wenn wir mehr als zwei EU-Bürger einsetzen.“

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Als feststand, dass der ESV Burgau den Sprung in die Aufstiegsrunde schaffen würde, hatten sich die Vereinsoberen bei einem Fachanwalt für Sportrecht informiert. Der Jurist riet den Burgauern, ihre Spieler einzusetzen und dann eventuelle Sanktionen abzuwarten.

Gebauer spricht von „Diskriminierung“

Dass eine derartige Regelung in Zeiten eines zusammenwachsenden Europas Bestand hat, kann der ESV-Funktionär nicht verstehen. „Für mich ist das eine Diskriminierung von EU-Bürgern. Dabei ist Sport ein optimales Mittel zur Integration von Ausländern, das dürfte unbestritten sein.“ Vier der ausländischen Spieler stehen immerhin schon seit drei beziehungsweise vier Jahren in Burgauer Diensten. „Alle unsere ausländischen Spieler wohnen hier, arbeiten bei Unternehmen in der Umgebung und bezahlen in Deutschland ihre Steuern“, erklärt Gebauer. Für ihn ist es unverständlich, dass die Spieler daran gehindert werden, ihrem Hobby nachzugehen. Die Akteure bringen sich außerdem in der Jugendarbeit der Eisbären ein. „Die Jungs aus Tschechien und der Slowakei sind eishockey-technisch sehr gut ausgebildet und können unseren jungen Spielern sehr viel beibringen“, schildert Gebauer seine Eindrücke aus dem Training.

Einen Tag vor dem Start in die Aufstiegsrunde erklärte Eishockey-Abteilungsleiter Heinz Heinrich seiner Mannschaft, dass der BEV den Eisbären eventuelle Siege am grünen Tisch aberkennen könnte, falls gegen die Durchführungsbestimmungen verstoßen wird. „Die Mannschaft hat sich dann dafür ausgesprochen, nur mit zwei transferkartenpflichtigen Spielern anzutreten“, erklärt Heinrich. In Pegnitz besetzen David Zachar und Vladimir Klinga die Ausländerplätze. Wer anschließend die beiden Kontingentplätze im Heimspiel gegen Moosburg einnehmen wird, steht noch nicht fest. „Spieler, die in der Landesliga den ersten Platz erreicht haben, werden jetzt um die Aufstiegsspiele betrogen. Die Jungs verstehen das nicht“, beschreibt Gebauer die Stimmung. Heinrich wird drastischer: „Es ist konfus, was der BEV beschließt. Diese Regelung hat die Mannschaft auseinandergerissen und die tolle Stimmung innerhalb von Minuten zunichte gemacht.“

Nächstes Heimspiel am 13. Januar

Am Sonntag, 13. Januar, treten die Eisbären ab 18 Uhr auf eigenem Eis gegen den EV Moosburg an.

Lesen Sie hier den Kommentar zum Thema Ausländer im Eissport von UIi Anhofer.

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