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Handball

09.10.2017

Jubel überwiegt im Wechselbad der Gefühle

Teamgeist zählt zu den Erfolgsgeheimnissen des VfL Günzburg. Treffer der Mitspieler werden am Spielfeldrand genauso bejubelt wie auf dem Feld.
Bild: Fred Schöllhorn

Günzburg bleibt auch im Schwaben-Derby ungeschlagen und ist die größte Überraschung in dieser Frühphase der Bayernliga-Spielzeit. Trainer Hofmeister empfindet das Unentschieden in Haunstetten wie einen Sieg

Goethes Faust fällt einem nach dem 27:27 (14:14) im Schwaben-Derby nicht sofort ein. Beim Blick auf die Tabelle möchte man als Freund der Günzburger Handballer den Augenblick allerdings schon umarmen, länger festhalten und in Anlehnung an das Meisterstück formulieren: „Verweile doch! du bist so schön!“.

Nach einem verbissen geführten Bayernliga-Krimi beim TSV Haunstetten stehen mittlerweile 6:2 Punkte auf dem Konto der Günzburger. Der VfL ist trotz der drei schon absolvierten Auswärtsspiele beim Zweiten, Dritten und Fünften der vergangenen Spielzeit unbesiegt und hat bereits jetzt so viele Punkte errungen wie in der gesamten Hinrunde der Aufstiegs-Saison.

Mehr als 100 mitgereiste Günzburger Handballfans erlebten in der Haunstetter Sporthalle ein Wechselbad der Gefühle. Los ging’s schon mal gut aus Sicht der gewohnt jugendlich-forsch auftretenden Gäste. Den ersten Treffer der Begegnung erzielte Michael Jahn, der erstmals in der noch jungen Saison in der Anfangsformation stand. Es sollte bei einer Top-Quote nicht sein einziges wichtiges Tor an diesem frühen Samstagabend bleiben.

Der TSV Haunstetten begann mit seiner offensiven Deckungsformation. „Krake“ Stefan Tischinger mit seinen langen Fangarmen erschwerte die Passwege. Doch insgesamt zahlten sich aus VfL-Perspektive die vielen Testspiele gegen württembergische Mannschaften aus, bei denen solche Varianten nicht ungewöhnlich sind. Immer wieder konnte frei abgeschlossen werden. 6:3 führten die Gäste. TSV-Trainer Michael Rothfischer reagierte und stellte schnell von hoher Deckungskunst auf eine hundsgemeine 6:0-Deckung um. Obwohl dies den Rückraum der Weinroten freute, gab ihm der Erfolg länger recht, als es VfL-Coach Stephan Hofmeister lieb war.

Die Gastgeber glichen durch den ausgefuchsten Spielmacher Max Schnitzlein beim 8:8 die Günzburger Anfangsvorteile aus. Mit einem Dreierpack enteilten die Haunstettener dann übergangsweise. Günzburger Kampfeslust war geweckt, die erste Aufholjagd war erfolgreich, gleichauf wechselten die beiden Teams die Seiten.

Scharf schoss der Günzburger Rückraum in der zweiten Halbzeit. Besonders hervor tat sich Pascal Buck, der laut Hofmeister „mit viel Trainingsfleiß einen Riesen-Sprung nach vorne gemacht hat“. Doch umgekehrt tankten sich die Horner-Brüder immer wieder kompromisslos durch. Neun Mal stand es allein im zweiten Durchgang unentschieden. Der VfL versuchte, seinen Innenverteidigern wenigstens kleine Pausen zu geben. Die Umstellungen waren schwierig, manch einer fand sich auf ungewohnten Positionen wieder. Jakob Hermann erzielte beispielhaft ein Tor von Rechtsaußen und eines vom Kreis.

Beim 23:23 war Ende der Ausgeglichenheit. Weinrote Würfe verfehlten plötzlich ihr Ziel. Haunstetten führte fünf Minuten vor Schluss mit zwei Treffern Vorsprung. Buck erhielt eine Zeitstrafe, Günzburg spielte in Unterzahl. Und dann das: Nico Jensen fasst sich ein Herz und wenig später verwandelt Stefan Knittl seinen fünften Siebenmeter. 26:26. Max Schnitzlein trifft auf der anderen Seite des Feldes und nährt Hoffnungen auf den ersten Heimsieg der Haunstetter. Doch Michael Jahn hämmert den Ball zum 27:27 ins Netz. Noch 50 Sekunden auf der Uhr. Jedes Team kommt noch einmal in Ballbesitz. Aber es passiert nichts mehr. Hofmeister sagt kurz: „Gerechtes Unentschieden. Gefühlter Sieg.“ Und er ist erkennbar stolz auf seine Jungs.

VfL Günzburg Bieber, Mendle; Knittl (7/5), Guckler (1), Jahn (4), Buck (6), Leix (1), Hermann (2), Groß, Jensen (4), Lehr, Scholz (2)

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