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Eishockey-Landesliga

15.10.2020

Wie Trainer Stefan Roth den ESV Burgau auf die Saison einstimmt

Gute Laune vor dem Saisonstart: An der Taktik-Tafel erklärt Trainer Stefan Roth den Landesliga-Eishockeyspielern des ESV Burgau die richtige Strategie.
Bild: Ernst Mayer

Plus Der neue Eishockey-Trainer des ESV Burgau sieht sich im Umgang mit den Spielern auch als Pädagoge und Psychologe. Was seine Arbeit so herausfordernd macht.

Der Ruf, mit jungen Spielern gut klarzukommen, eilte Stefan Roth voraus. Das war ein Grund, warum ihn Eisbären-Chef Werner Gebauer unbedingt als Trainer für den Eishockey-Landesligisten ESV Burgau verpflichten wollte. Weil der 40-Jährige allerdings in Peißenberg, also 130 Kilometer weit weg wohnt, wagte Gebauer erst gar nicht, ihn zu fragen. Letztlich tat er es doch, schilderte die Vorzüge einer Tätigkeit an der Mindel und überzeugte Roth mit dem Konzept, so weit es geht mit Sportlern aus der Region zu arbeiten und trotzdem erfolgreich Eishockey zu spielen. Jetzt steht die zunächst auf zwei Jahre angelegte Zusammenarbeit vor ihrer ersten Bewährungsprobe.

An diesem Freitag, 16. Oktober, starten die Burgauer in die Landesliga-Saison. Die Partie beim EV Pfronten beginnt um 20 Uhr und Roth ist überzeugt, dass sich die Eisbären gleich drei Punkte schnappen.

Saisonziel: Unter die besten vier kommen

Die dürften angesichts des ehrgeizigen Saisonziels, sich unter den besten vier der zehn Mannschaften in der Gruppe zu platzieren, auch nötig sein. Als Topfavoriten nennt Roth die Teams aus Germering und Bad Aibling. Ambitionen hegen nach seiner Einschätzung auch der SC Reichersbeuern und der SC Forst, den er in der zurückliegenden Runde noch selbst betreute. Einen Anwärter auf die Aufstiegsrunde müssen die Eisbären also mindestens hinter sich lassen – und das reicht auch nur, falls sich zu diesen vier Mitbewerbern kein Überraschungskandidat gesellt.

Doch die Eisbären werfen selbstbewusst ihre eigenen Fähigkeiten in die Waagschale. Das Dreieck aus schmuckem Eispalast, soliden Vereinsstrukturen und entwicklungsfähiger Mannschaft bildet ein stabiles Gerüst. Und die Trainingseindrücke stimmen Roth hoffnungsfroh. Im abschließenden Test gegen den Bayernligisten aus Königsbrunn konnten die Seinen überraschend gut mithalten. Roth lobte hinterher: „Letztlich führten individuelle Dinge und die Cleverness eines klassenhöheren Team zum 4:8, aber ich will nicht sagen, dass wir da wahnsinnig abgefallen sind.“

Nur ein Neuzugang

Einen guten Eindruck hat er von den wenigen Neuzugängen im Kader. Ganze drei sind es. Wobei das schon die euphemistische Zählweise ist, denn der erst 17-jährige Marc Mändle stößt aus dem eigenen Nachwuchsbereich nach oben und der in Langenau lebende Bence Makovics war bereits in Teilen der vergangenen Saison ein Eisbär. Bleibt als echter Neuzugang genau einer übrig: Daniel Silar. Der 22-jährige Linksaußen kommt aus Tschechien und genoss in seiner Heimatstadt Chomutov alle Vorzüge der böhmischen Eishockey-Ausbildung. Anschließend verbrachte er ein Jahr in den USA und ein weiteres in England. Nun ist er also in Burgau und von Gebauer mit der Einschätzung „Er hat Perspektive, ist sehr engagiert und fit“ geadelt. Ein Apartment und eine Arbeitsstelle für den jungen Mann sind bereits gefunden.

Los geht’s: Am 16. Oktober erfolgt der Eröffnungs-Bully zur Landesliga-Saison 2020/21.
Bild: Ernst Mayer

Warum es trotz des Verlusts einiger Leistungsträger (Boris Drozd, Pascal Rentel, David Tomecko und Ronny Zientek verließen den Verein) bei diesem einen Neuzugang blieb, erklärt Gebauer auf zwei Argumentationsebenen. Zum einen sei angesichts der Corona-Krise lange Zeit schwer einzuschätzen gewesen, ob die Saison überhaupt würde starten können. Zum anderen sehe sich der ESV Burgau eben als Verein, der lieber auf seinen eigenen Unterbau setzt, als fertige Spieler von außen zu holen. Oder, um es in den Worten des Vereinsvorsitzenden zu sagen: „Es ist wichtig und richtig, dass in Burgau auch Burgauer spielen.“

Drei Youngster aus dem eigenen Nachwuchs im Team

Noch habe man als Spätfolge des alten Freiluft-Stadions das Problem, dass vor Ort einfach zu wenige Talente vorhanden sind. Inzwischen jedoch stellt der ESV vier eigene Jugendmannschaften und hofft, künftig auch eine U20 bilden zu können. Angesichts der früheren Voraussetzungen ist Gebauer zufrieden, dass mit Dennis Bacher, Niklas Dörrich und jetzt Marc Mändle drei ganz junge Eigengewächse an Bord sind. Sie und alle künftig hinzukommenden Youngster zu möglichst guten Spielern zu formen sei Priorität Nummer eins, betont Gebauer und weiß sich darin einig mit Roth, der betont: „In so einer Liga muss es Ziel jedes Vereins sein, möglichst viele eigene Spieler einzubauen.“

Problemzone Abwehr

Jetzt müssen es die Eisbären eben bringen. Die Problemzone vor dem Landesliga-Auftakt kann Roth klar benennen: „Wir schießen sehr viele Tore, da sind wir gut dabei. Aber wir kriegen noch zu viele Tore. Das abzustellen, daran arbeiten wir.“ Hilft ihm das Lehrer-Sein in derartigen Prozessen eigentlich im Umgang mit den Spielern? Der Mittelschullehrer ist davon überzeugt und sagt: „Das sind alles verschiedene Charaktere, wie in einer Schulklasse. Jeder will, jeder muss anders behandelt werden. Und es ist wahnsinnig wichtig, viel mit ihnen zu reden. Das sind meine großen Kinder, so kann man das beschreiben.“

Sie bei Laune zu halten und ihr spielerisches Potenzial herauszukitzeln, wird in den kommenden Wochen und Monaten seine Aufgabe sein. Allzu viel Zeit für Experimente oder Negativ-Phasen darf nicht verstreichen, wenn es diesmal was werden soll mit dem formulierten Ziel. Und dann ist da noch die Unwägbarkeit der Corona-Entwicklung. Reine Kopfsache, sicher. Selbst Roth kann nur achselzuckend sagen: „Es ist eine Saison, von der man nicht weiß, wo sie hinführt. Aber alle müssen mit dieser Situation und den ganzen Erschwernissen, die sie mit sich bringt, klarkommen.“

Die ersten Spiele

Die ersten fünf Landesliga-Spiele des ESV Burgau: EV Pfronten – ESV Burgau (16. Oktober, 20 Uhr); EHC Bad Aibling – ESV Burgau (23. Oktober, 20 Uhr); ESV Burgau – EV Bad Wörishofen (25. Oktober, 18 Uhr), ERC Lechbruck – ESV Burgau (30. Oktober, 19.30 Uhr); ESV Burgau - EHC Bad Aibling (1. November, 18 Uhr)

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