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Eishockey

19.01.2019

Zuschauen statt Mitspielen

Opfer der Ausländerregelung im BEV: Die Slowaken Vladimir Klinga, David Tomecko und Boris Drozd (von links) werden nicht mehr für die Eisbären antreten.
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Opfer der Ausländerregelung im BEV: Die Slowaken Vladimir Klinga, David Tomecko und Boris Drozd (von links) werden nicht mehr für die Eisbären antreten.

Wie der ESV Burgau auf die Verbands-Spielwertung reagiert

Burgau Die Entscheidung ist gefallen! Eishockey-Landesligist ESV Burgau beugt sich dem Bayerischen Eissport-Verband (BEV) und wird die weiteren Partien der Aufstiegsrunde zur Bayernliga nur noch mit zwei transferkartenpflichtigen Spielern (Ausländern) bestreiten.

Das entschieden Vereinsführung, Trainer und Mannschaft bei einem gemeinsamen Treffen am Donnerstagabend. Der Verein reagiert damit auf die Spielwertung des BEV, der den 5:1-Sieg des ESV Burgau über den EV Moosburg in eine Niederlage verwandelt hatte (wir berichteten). Die Eisbären hatten im Spiel am vergangenen Sonntag durch den Einsatz von mehr als zwei ausländischen Spielern nach Ansicht des Verbands geltende Regeln verletzt. Der ESV prüft jetzt rechtliche Schritte.

Vorerst will man sich nun der in der Bayernliga, aber eben nicht in der Landesliga gültigen Regelung fügen. Eine der beiden Ausländerpositionen bei den Eisbären ist ab sofort fest vergeben: Der Tscheche David Zachar wird diese Position einnehmen. Michal Horky (Tschechien) und Stefano Coco (Italien) werden im weiteren Saisonverlauf im Wechsel die zweite Ausländerposition auf dem Eis besetzen.

Diese Entscheidung fordert auch Opfer. Die Slowaken Boris Drozd, Vladimir Klinga und David Tomecko werden in dieser Spielzeit nicht mehr für die Eisbären aufs Eis gehen. Das beschlossen ESV-Vorsitzender Werner Gebauer, sein Stellvertreter Christian Leitner, Abteilungsleiter Heinz Heinrich, Trainer Stanislav Hlozek, Kapitän David Heinrich und Spieler Niklas Arnold nach intensiver Diskussion.

ESV-Eigengewächs und Kapitän David Heinrich betont, er bedauere es, dass seine Mitspieler Drozd, Tomecko, und Klinga nicht mehr mitmachen dürften. Aber er trage die Entscheidung mit, nur noch mit zwei Ausländern aufzulaufen: „Wenn Spiele, die wir auf dem Eis gewonnen haben, uns dann nachträglich am Grünen Tisch wieder abgenommen werden, ist das frustrierend.“ Eine Situation wie nach dem überzeugenden Sieg gegen Moosburg wolle man nicht noch einmal erleben.

Auch Abteilungsleiter und Co-Trainer Heinz Heinrich war am Ende dafür, nur zwei Ausländer pro Spiel einzusetzen: „Das, was wir bei Auswärtsspielen erleben müssen, wie wir da behandelt werden, weil wir mit unseren EU-Ausländern spielen, war teilweise grenzwertig. Ich hoffe, es wird jetzt besser“, so Heinz Heinrich. Der Vorwurf, eine „Söldnertruppe“ zu sein, wurde von den gegnerischen Fans der Eisbären immer wieder intoniert, obwohl Burgau in dieser Beziehung bestimmt kein Einzelfall im bayerischen Eishockey ist.

Gegen die Aberkennung der Punkte aus der Partie gegen den EV Moosburg hat der ESV Burgau Einspruch eingelegt. ESV-Chef Gebauer rechnet aber damit, dass trotz dieses Einspruchs das ursprüngliche Urteil und damit der Punktabzug bestehen bleiben. Wie es dann weitergehen könnte, prüft derzeit ein vom Verein beauftragter Fachanwalt für Sportrecht. Gebauer hofft derweil, dass der BEV für die kommende Saison eine eindeutige Regelung ausarbeitet. Dass in der Aufstiegsrunde zur Bayernliga nur zwei transferkartenpflichtige Akteure und in den Abstiegsrunden der Landesligen unbegrenzt viele Ausländer eingesetzt werden dürfen, kann der langjährige Funktionär nicht begreifen. Zumal der abgeschlagene Letzte der diesjährigen Bayernliga-Saison, der EV Pegnitz, sich für die Verzahnungsrunde problemlos mit ehemals höherklassigen Spielern verstärken konnte, die eben einen deutschen Pass besitzen.

Auch Burgau musste in Sachen Kaderplanung noch einmal aktiv werden. Um nach dem Verzicht auf die slowakischen Akteure personell nicht in Not zu geraten, haben die ESV-Verantwortlichen noch drei Spieler verpflichten können. Beim Spiel in Fürstenfeldbruck am gestrigen Abend (Partie war bei Redaktionsschluss noch nicht beendet) standen mit Phillip Birk, Martin Keller und Dominik Schönwetter drei neue Eisbären auf dem Eis.

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