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Illertissen

06.01.2020

300 Gäste wollen Jürgen Eisens Neujahrsrede hören

Für Gabriele Weikmann-Kristen war das der letzte Neujahrsempfang als Zweite Bürgermeisterin. Nach 24 Jahren im Stadtrat tritt sie nicht mehr an. Mit im Bild: Der Dritte Bürgermeister Wolfgang Ostermann (links) und Bürgermeister Jürgen Eisen.
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Für Gabriele Weikmann-Kristen war das der letzte Neujahrsempfang als Zweite Bürgermeisterin. Nach 24 Jahren im Stadtrat tritt sie nicht mehr an. Mit im Bild: Der Dritte Bürgermeister Wolfgang Ostermann (links) und Bürgermeister Jürgen Eisen.

Rund 300 Gäste drängten sich bei der Ansprache von Bürgermeister Jürgen Eisen in der Illertisser Schranne. Der durfte auch Gäste aus Tschechien begrüßen.

Bürgermeister Jürgen Eisen hatte zum Anstoßen aufs neue Jahr in Illertissens gute Stube – die Historische Schranne – geladen. Rund 300 Bürger, darunter politische Vertreter aus der Nachbarschaft, waren gekommen. Vor dem Eingang bildete sich sogar eine lange Schlange. Aus Illertissens tschechischer Partnerstadt Loket/Elbogen reiste Bürgermeister Petr Adamec mit einer achtköpfigen Delegation an.

Den Neujahrsempfang eröffnete Eisen wie in den Vorjahren mit einer Bilanz über umgesetzte Vorhaben und einer Vorausschau auf die unmittelbare Zukunft der Stadt. Eisen sagte: „Es gehört schon zur guten Tradition, dass wir uns über unsere Ideen, Visionen und Pläne für das begonnene Jahr austauschen.“ Er sei überzeugt, dass alle zusammen etwas für die Weiterentwicklung der Stadt tun können, ganz unter dem Motto: „Gemeinsam für eine Heimat mit Zukunft.“

Abschiedsworte für die Zweite Bürgermeisterin

So war bei der Feier des Jahreswechsels von allem etwas dabei: Dank und Abschiedsworte gab es für die Zweite Bürgermeisterin Gabriele Weikmann-Kristen, die mit dem Ende der kommunalen Legislaturperiode aus ihrem Amt ausscheiden wird. Sie gehörte 24 Jahre dem Stadtrat an, darunter sechs Jahre als Dritte und weitere sechs als Zweite Bürgermeisterin. Zum Thema Personalien passte auch, dass Lokets Bürgermeister mit Kamila Prusova die neue Vorsitzende des Partnerschaftskomitees mitgebracht hatte.

300 Gäste wollen Jürgen Eisens Neujahrsrede hören

Wie andernorts zeichneten sich auch in Illertissen Veränderungen ab, so Eisen weiter. Doch der Wille dazu reiche oft nicht, wenn damit auch Verzicht verbunden sei. Da gelte es, das eigene Handeln zu hinterfragen und sich den brennenden Themen der Zeit zu stellen, etwa den Umweltproblemen. Eisen erklärte dazu, die städtische Verwaltung habe sich vielen Herausforderungen gestellt, etwa in Form eines klimaneutralen Bauhofs, mit einem E-Auto für Car-Sharing oder Blüh- und Ausgleichsflächen. Weiter habe sich der Stadtrat für künftige Bauvorhaben der Initiative „innen vor außen“ angeschlossen. Zukunftsentscheidend sei jedoch, dass noch mehr Unternehmen und Bürger auf klimaschonende Mobilität und Technik setzten. Es gelte, sich mit Fragen über die Art des künftigen Wohnens, Arbeitens und den Vorstellungen von Freizeitbeschäftigung auseinanderzusetzen.

Meinungsstreit ja, politische Stimmungsmache nein

Damit war Eisen beim Thema des persönlichen Engagements angelangt, innerhalb der Vereine, in öffentlichen und politischen Bereichen. Eisen wörtlich: „Ich danke allen, die sich entschlossen haben, sich heuer um ein Mandat im Stadt- beziehungsweise Kreisrat zu bewerben.“ Der politische Wettstreit sei ein Grundpfeiler der Demokratie. Dazu gehöre Meinungsstreit, aber keine politische Stimmungsmache. Vielmehr gehe es darum, mit Sachargumenten zu operieren und die Auffassung der anderen zu respektieren.

In den Bereichen Kultur, Bildung, aber auch Wirtschaft sah Eisen die Stadt Illertissen ebenfalls als einen empfehlenswerten Standort. So könne sich die Kommune glücklich schätzen, dass die Steuereinnahmen noch sprudelten. Doch der Bürgermeister mahnte zu Achtsamkeit: „Nach rund zehn Jahren kontinuierlichen Aufschwungs werden wir uns auf schwächere konjunkturelle Zeiten einstellen müssen.“ Heimische Betriebe spürten bereits teilweise eine verhaltene Nachfrage. Daher sein Appell, beim Einkauf örtliche Betriebe und Geschäfte zu bevorzugen.

Wie im zurückliegenden Jahr halte der städtische Haushalt auch 2020 Mittel zum Ausbau der Infrastruktur bereit. Mit der beendeten Sanierung der Vöhlinstraße habe Illertissen sein Eingangstor in die Stadt verschönert. Mit dem neuen Feuerwehrhaus befinde sich eine weitere große Baustelle in Arbeit. Abschließend warb der Bürgermeister um die Mithilfe der Bürger: „Wir haben schon manche Herausforderung gemeistert, lassen Sie uns Illertissen gemeinsam gestalten.“

Bereits während der Ansprache hatten sich Gesprächskreise gebildet, ganz nach Vorstellung des Bürgermeisters, dass sich Vertreter aus Wirtschaft, Handel, Vereinen, Politik und öffentlichen Institutionen unterhalten sollten. Die Bigband City Swingtett aus Wiblingen unterhielt dabei mit spritzigen Oldies aus dem vergangenen Jahrhundert. Bereits zum dritten Mal spielten sie bei dem Neujahrsempfang. Ihre Musik kommt in der Vöhlinstadt gut an: Manche nützten die Gelegenheit sogar für ein kleines Tänzchen.

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