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Natur

26.06.2017

Ärger um Bäume setzt sich fort

Bürger wollen weitere Pflanzen fällen lassen. Mehrheit im Gemeinderat ist dagegen

Im Gemeinderat Bellenberg pflanzt sich – wie zu befürchten war, der Ärger um missliebige oder zu groß gewordene Bäume fort. Wie berichtet, hat sich das Gremium mehrfach mit drei gesunden Linden auf kommunalem Grund im Bereich „An der Römerhalde“ befasst, die der Anwohner gerne fällen würde. Im Zuge hochemotionaler Diskussionen war ein Abstimmungsergebnis zustande gekommen, das manche im Nachhinein bedauern: Denn auf Gemeindekosten wird der mittlere Baum gefällt und durch einen jungen ersetzt. Mit Verweis auf die Demokratie sagte Bürgermeisterin Simone Vogt-Keller: „Die Entscheidung fiel knapp, jeder stimmte nach seiner Rechtsauffassung.“

Darauf folgten weitere Anträge von Privatleuten, die Gemeinde möge die vor ihren Häusern stehenden Bäume ebenfalls fällen. Das führte erneut zur Debatte über Richtlinien. Ob, dem Beispiel in der Römerhalde folgend, gesunde Bäume gefällt werden dürfen, nur weil sie Anwohner stören. Oder ob, um weitere Präzedenzfälle zu vermeiden, nur Kriterien wie mangelnde Standfestigkeit, Krankheiten oder durch die Pflanze verursachte Schäden zählen. Vogt-Keller erklärte, dass von den unsicher stehenden Bäumen an der Bachstraße und dem Baum auf der Insel an der Bauerngasse, dessen Wurzeln zu Stolperstellen wurden, Gefahr ausgegangen war, weswegen sie gefällt wurden.

Der Antrag der Firma Rapp, vier Kastanien zu fällen, weil herabfallende Früchte die Autos der Kunden beschädigten und Kinder zum Werfen verleiteten, wurde mehrheitlich abgelehnt. Nur die Gemeinderäte Stefan Schaich, Abdo de Basso und Wolfgang Schrapp waren für das Fällen, wobei Schrapp auf den Grundsatz der Gleichheit pochte.

Der Wunsch, bei einer Tankstelle Bäume zu entfernen, die die Preistafel verdecken, fand nur Zustimmung bei Abdo de Basso und Stefan Schaich. Zweiter Bürgermeister Kurt Bucher schlug alternativ vor, mit Schildern auf die Tankstelle hinzuweisen – was im Gremium ankam.

Der Antrag eines Anwohners, im Osten der Bauerngasse zwei Linden zu fällen, da sein Haus beschädigt werde, wurde in zwei Abschnitten abgehandelt. Mit Gegenstimmen der Räte Schrapp, Schaich und de Basso wurde abgelehnt, beide Linden zu fällen. Darauf stimmte das Gremium bis auf de Basso dafür, den kranken Baum zu fällen und durch einen niedrigen Strauch zu ersetzen. (lor)

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