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Babenhausen

13.05.2019

Als aus der Nachtmusik eine Lachmusik wurde

Mit Disziplin und Spielfreude brachte das Kammer-Kolleg-Orchester die „Kleine Nachtmusik mit Lachmusik nach Mozart“ zum Klingen.
Bild: Bader

Illertisser Musiker des Kammer Kolleg Orchesters überzeugen in Babenhausen mit Humor - und mit klassischen Klängen.

Mancher Besucher im Babenhauser Theater am Espach zeigte sich zunächst verwundert. Denn die als „Eine kleine Nachtmusik“ bekannte „Serenade Nr. 13“ von Wolfgang Amadeus Mozart klang ganz anders als erwartet. Auf wenige Takte des populären Werks folgten unvermittelt andere Klänge, zum Beispiel aus dem Volkslied „Du, du liegst mir im Herzen“, der Kinderweise „Ein Männlein steht im Walde“ oder dem Radetzky-Marsch. Trotzdem kam die spannungsgeladene konzertante Gratwanderung zwischen philharmonischem Unernst und virtuosen Albernheiten beim Publikum prima an.

Denn das Illertisser Kammer-Kolleg-Orchester brachte die „Kleine Nachtmusik mit Lachmusik nach Mozart“, die Komponist Wolfgang Schröder mit 20 verschiedenen Melodien gespickt und zum musikalischen Kabinettstückchen der besonderen Art kombiniert hat, mit spürbarer Disziplin und Spielfreude auf die Bühne. Die Sympathie der Zuhörer wandte sich den Jugendlichen zu, die neben bewundernswertem Können auch Humor und schauspielerische Talente unter Beweis stellten.

Dirigent Peter Hupfer verstand es hervorragend, sein vorwiegend mit jungen Frauen besetztes Ensemble zu motivieren und dabei auf musikalisch saubere Ausführung Wert zu legen. Mit lockerer, beschwingter Hand führte er seine Musiker zu einem variantenreichen Streicherklang. Es war ein Vergnügen zu erleben, wie die Kommunikation zwischen ihm und den Jugendlichen funktionierte.

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Die kleine Nachtmusik darf natürlich nicht fehlen

Nach einer kleinen Erholungspause brachte das Kammer-Kolleg- Orchester Mozarts einfache, aber in der Struktur geniale „Kleine Nachtmusik“ im Original zum Klingen. Peter Hupfer führte das mit rund 30 Schülern des Gymnasiums Kolleg der Schulbrüder besetzte Ensemble wie ein fürsorglicher Vater. Nebenbei verstand er es, den Zuhörern das Werk mit Erläuterungen näherzubringen. Beginnend mit dem Allegro des erste Satzes über eine Romanze, bei der die erste Geige mit dem Cello flirtet und die Streicher durch schwingende Saiten beeindruckten, durften die Zuhörer im dritten Satz ein elegantes Menuett genießen.

Wie ein abschließendes Feuerwerk ließ das Orchester das im Stil eines Rondo gehaltene Allegro, das an die Lebhaftigkeit des ersten Satzes erinnerte, durch den Saal tönen. Für solch eine Leistung belohnten die Gäste die jungen Leute mit begeistertem Applaus. Auch der als Zugabe präsentierte Satz „Spanish“ aus der „Liverpool Suite“ von Paul McCartney ließ die Hingabe erahnen, mit der sich die jungen Musiker dem kostbaren Kulturgut klassische Musik widmen. Schade, dass sich so viele Babenhauser diesen im Rahmen der Kulturtage gebotenen Musikgenuss entgehen ließen.

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