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Musik

22.05.2018

Altenstadter Liedermacher singt im Ulmer Zelt

Der 22-jährige Maximilian Jäger hat im vergangenen Jahr seine erste CD veröffentlicht. Nun tritt er bald im Ulmer Zelt auf – es ist nicht sein erstes Konzert: Er war bereits auf einer kleinen Europatour.
Bild: Felicitas Macketanz

Maximilian Jäger ist 22 Jahre alt, schreibt eigene Songs und arbeitet an seinem zweiten Album. Wie sich das anhört, ist beim Festival in der Friedrichsau zu erfahren. Es ist längst nicht das erste Konzert des jungen Künstlers

Maximilian Jäger spricht ruhig und wählt seine Worte mit Bedacht. Texte, sagt der 22-Jährige, seien ihm wichtig. Er schreibe gerne, habe meist sein Notizbuch dabei und kritzle darin alles auf, was ihm gerade im Kopf umher schwirrt. Und dann greift er auch mal zur Gitarre oder in die Tasten – und macht Musik aus seinen selbst geschriebenen Texten. Die hat er inzwischen sogar auf eine CD gebracht.

„In Richtung Horizont“ heißt seine erste Platte, die im Oktober erschienen ist. „Ich verarbeite darin viel, was in meinem Leben passiert ist“, erklärt der Industriekaufmann aus Altenstadt, der nun als Singer- Songwriter durchstarten möchte. „Ganz viel von dem, was ich singe, habe ich selbst erlebt“, erzählt er. Klar, dass er seine Lieder auf Deutsch singt: „In meiner Muttersprache kann ich mich einfach besser ausdrücken.“

So dreht sich etwa der Titel „So wie ich bin“ um eine Beziehung. Und in „Jeder lebt sein Leben“ geht es um den eigenen Freiraum, den jeder Partner in einer solchen benötigt. Es sind gefühlvolle Zeilen, die der 22-Jährige in seinen Songs verpackt, meist handeln sie von der Liebe. Und das hat einen Grund: Schließlich war es eine gescheiterte Beziehung, die Jäger zu seinem jetzigen Tun bewegt hat, wie er sagt. Er hat damals seinen Liebeskummer mithilfe der Lieder verarbeitet.

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Begonnen mit dem Komponieren hat Jäger schon mit 16 Jahren. „Ich habe mir dann eine Akustikgitarre gekauft und eigene Songs geschrieben“, sagt er. Bis dahin hatte er bereits jede Menge musikalische Erfahrung gesammelt: Im Alter von etwa 13 Jahren bekam er eine E-Gitarre geschenkt. Er nahm Unterricht, hatte erste Auftritte und wurde schnell Mitglied einer Band. Die fünf Nachwuchsmusiker spielten Hits von Weltstars wie Linkin Park oder Green Day. „Ich wollte ursprünglich auch immer Rockmusik spielen“, sagt Jäger und lacht. Nach einigen Jahren zog es die einzelnen Gruppenmitglieder in andere Richtungen, die Band löste sich auf. Es dauerte nicht lange, da formierten sich Jäger und Schlagzeuger Tim Nobis mit zwei weiteren jungen Männern zur Gruppe „Ized Creme“. „Wir hatten einige Auftritte, unter anderem im Jugendhaus in Illertissen“, sagt der Altenstadter. Gespielt wurden beispielsweise Lieder von Kraftklub. Jäger wollte aber eigene Lieder schreiben – und natürlich singen. Er trat mit Schlagzeuger Nobis als Duo auf und stand auch immer öfter alleine auf der Bühne. „Ich habe damals dann angefangen, so mit 16 Jahren, Gesangsunterricht zu nehmen“, sagt er. Jäger landete schließlich bei Christopher Langton, der zusammen mit ihm die erste CD produzierte. Mehr als ein Jahr lang haben Jäger und Langton Ideen gesammelt, Melodien komponiert, Texte verfasst, zu Papier und auf die Platte gebracht. Und schon vor der Veröffentlichung gab es eine Premiere: Der Sänger präsentierte sein erstes Musikvideo. „In der heutigen Zeit muss man als Musiker schon auf Youtube aktiv sein“, erklärt der 22-Jährige. So könne man sich besser vermarkten.

In seinem Video zu „So wie ich bin“ zeigt sich Jäger am Klavier spielend im ausgebauten Dachboden seines Elternhauses oder auch an der Iller in Altenstadt. Und dann gibt es da noch diese Szene, in der er Wut entbrannt eine Flasche gegen die Wand wirft. Das sei im Proberaum entstanden, sagt er und lacht. Die meisten Szenen habe er schon vorher im Kopf gehabt. Ein Kumpel habe den Film aufgenommen und mehr oder weniger an einem Tag geschnitten.

Inzwischen ist seine zweite Platte in Arbeit und schon mehrere Videos wurden produziert. Insgesamt ein teures Geschäft, wie Jäger zugibt, aber er hatte Glück und konnte über seinen Bekannten die Filme relativ günstig produzieren. Dennoch: Leben kann er von seiner Musik noch nicht, sein Traum wäre es jedoch schon. „Das ist schwierig, wenn man weiß, was alles dahinter steckt. Auch, weil man weiß, wie viele gute Musiker es in der Region gibt, die eben nicht davon leben können.“ Stolz ist er trotzdem auf das, was er bisher geschafft hat.

Und auch auf einer kleinen Europatour war der Musiker bereits: Als „Support“, also Vorband, für „The Residence“ durfte Jäger unter anderem in London und Amsterdam Bühnenerfahrung sammeln. Wie er das alles mit seinem Alltag in Altenstadt unter einen Hut bekommt? „Ich habe Urlaub genommen und spiele in der Region eben meistens am Wochenende“, sagt er. Dann ginge das schon. Nebenher nimmt Maximilian Jäger nach wie vor Gesangs- und mittlerweile auch Klavierunterricht. Unterstützt wird er dabei von seiner Familie und seinem Mentor Michael Sisto. Seine Inspiration holt sich der junge Künstler aber auch woanders.

„Clueso ist eines meiner Vorbilder. Mit dem würde ich gerne mal einen Kaffee oder ein Bier trinken“, sagt Jäger. „Zuerst Kaffee und dann Bier“, korrigiert er sich schnell. Inspiriert wird Jäger genauso von den Titeln von Philipp Poisel oder Udo Lindenberg, wie er sagt. Seine Lieblingsband seien aber nach wie vor die rockigen Toten Hosen. Doch durch seine damals gekaufte Akustikgitarre sei er einfach bei seiner jetzigen Musikrichtung hängen geblieben.

Aber: Auf seinem neuen Album soll es rockiger zugehen, er plant ebenfalls Streicher ein und will seine Titel fröhlicher klingen lassen. Wer sich selbst ein Bild von Maximilian Jäger machen möchte, kann das am Sonntag, 3. Juni, im Ulmer Zelt tun – oder ihn für ein Wohnzimmerkonzert kontaktieren.

Der Singer-Songwriter Maximilian Jäger aus Altenstadt spielt am Sonntag, 3. Juni, ab 11.30 Uhr im Ulmer Zelt in der Friedrichsau. Der Eintritt ist frei.

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