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Illertissen

31.10.2020

Am Scharfen Eck sollen Wohnungen und Praxisräume entstehen

Schon mehrfach gab es Überlegungen, das „Scharfe Eck“ in Illertissen neu zu überplanen. Jetzt gibt es eine konkrete Planung. Das Eckhaus, die ehemalige „Dogan-Stuben“, müsste dafür unter anderem abgerissen werden.
Bild: Alexander Kaya

Plus Eine der exponiertesten Lagen in Illertissen soll nach mehreren Anläufen jetzt eine neue Nutzung bekommen. Wohnungen und Praxisräume sind im Gespräch.

Es ist schon der vierte oder fünfte Versuch, das „Scharfe Eck“ in Illertissen neu zu gestalten. Diesmal soll es klappen. Architekt Daniel Schmid aus Illertissen stellte dem Stadtrat die Pläne vor, die jetzt für die markante Stelle in der Innenstadt vorgesehen sind.

Die Vorschläge, was auf dem Gebiet zwischen Hauptstraße, Memminger Straße und Ulrichstraße entstehen könnte, seien von der Stadt als auch vom Eigentümer Alexander Motz gekommen, so Schmid. Bisher waren die Vorhaben aus unterschiedlichen Gründen gescheitert. Jetzt aber gibt es ein konkretes Vorhaben: Es gibt einen „Ankermieter“ für den neuen Gebäudekomplex, der den kompletten Erdgeschossbereich an der Memminger Straße und weitere Räume im ersten Stockwerk belegen würde. Namen könne er noch nicht nennen, betonte Schmid, die Gespräche seien noch nicht unter Dach und Fach. Ein Anbieter aus dem Gesundheitsbereich soll es sein, deshalb ist in der Bauvoranfrage, die dem Stadtrat vorlag, auch von „Wohn- und Praxisräumen“ die Rede. „Es ist schwierig, Mieter für ein Objekt in dieser Größe zu finden“, erklärte der Planer.

Die Kreuzung zwischen der Memminger Straße und der Hauptstraße in Illertissen.
Bild: Alexander Kaya

Auf drei Stockwerken des Gebäudes in Illertissen verteilen sich Wohnungen

Für das Areal gibt es einen rechtsgültigen Bebauungsplan – trotzdem musste das Vorhaben dem Stadtrat vorgelegt werden, denn der Bauherr möchte einige Abweichungen vom Plan verwirklichen. Laut Schmid ist ein Gebäudekomplex mit mehreren Giebeln zu den Straßen hin, Satteldächern und einer Tiefgarage mit 79 Stellplätzen vorgesehen. Die Zufahrt zur Tiefgarage solle dabei über die Ulrichstraße erfolgen. Über den Praxisräumen im Erdgeschoss verteilen sich auf insgesamt drei weiteren Stockwerken Wohnungen. „Es soll ein Mix werden, von Appartements mit 45 Quadratmetern bis zur Drei-Zimmer-Wohnung auf 90 Quadratmetern“, so Schmid. Der Planer betonte, dass das Vorhaben auch optisch passen sollte – immerhin stelle der Standort eine der hervorgehobensten Lagen der Stadt dar. „Ich bin selber Illertisser, Alexander Motz auch – uns liegt daran, dass das gut aussehen wird.“

Dem Neubau müssen Bestandsgebäude weichen – darunter die Dogan-Stuben an der Ecke. Bereits im Vorfeld hatten sich Bürger zu Wort gemeldet, die für den Erhalt des Gebäudes plädiert hatten – das Schreiben einer Illertisserin lag dem Stadtrat in der Sitzung sogar vor. Doch im Stadtrat selbst war man sich weitgehend einig, dass ein Erhalt des Gebäudes nicht möglich sein dürfte. Ewald Ott (CSU) formulierte es so: „Wir sind froh darüber, dass sich an einem so zentralen Punkt in Illertissen etwas tut. Das Gebäude ist in einem Zustand, den man so nicht mehr halten kann.“

Die Dogan-Stuben an der Memminger Straße in Illertissen.
Bild: Alexander Kaya

Die Dogan-Stuben in Illertissen müssen dem Neubau weichen

Auch bei den Freien Wählern gingen die Überlegungen in diese Richtung. Susanna Oberdorfer-Bögel sagte, man habe lange diskutiert in der Fraktion. „Wir müssen sorgsam mit den wenigen alten Gebäuden umgehen, die wir in Illertissen haben. Aber wir sind auch froh, dass diese exponierte Lage in der Stadt überplant wird. Wir haben Sorge, dass das sonst komplett runtergammelt.“ Die Schuld am schlechten Zustand sah Helga Sonntag (ÖDP/AB/Grüne) freilich klar beim Besitzer. „Warum ist denn diese Ecke verkommen? Weil sie jemand hat verkommen lassen.“ Sonntag wünschte sich ein größeres Mitspracherecht des Stadtrats bei der äußeren Gestaltung des Gebäudekomplexes. Sie verwies auf mehrere Bauprojekte in der Innenstadt, bei denen das mehr oder weniger geklappt habe. Dieser Meinung waren auch Vertreter anderer Fraktionen – zumal für die meisten ein Bau mit vier Stockwerken zu wuchtig erschien.

Auch Stadtplaner Florian Schilling ist dieser Ansicht: Der Sachgebietsleiter im Rathaus sprach sich ebenfalls dafür aus, bei drei Vollgeschossen plus ausgebautem Dach zu bleiben. Auch, wenn dadurch weniger Wohnungen entstehen würden. „Wir müssten sonst den Bebauungsplan, den wir vor sieben Jahren erst aufgestellt haben, verwerfen“, gab er zu bedenken. Mehrheitlich sprach sich der Stadtrat dafür aus, das Projekt in der niedrigeren Variante zu planen. Einhellige Zustimmung gab es für einen Workshop des Stadtrats zur Fassadengestaltung sowie den Vorschlag von Susanna Oberdorfer-Bögel, die Grünordnungsplanung der Ulrichstraße mit einzubeziehen.

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