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Newsticker
US-Regierung geht nicht von schnellem Ende des Krieges aus
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30.05.2010

Anspruchsvolle Musik, serviert mit Leichtigkeit

Begeisterte in Illertissen ein weiteres Mal: Veronika Eberle. Foto: arc
Foto: arc

Illertissen Im schweren Tremolo dahingrummelnde Akkordfolgen oder spritzig-frech angespielte Töne über alle Oktaven hinweg - mit Stücken von Mozart, Brahms und Schumann hatten sich Veronika Eberle (Violine) und Yumiko Urabe (Flügel) anspruchsvolle Konzertliteratur herausgesucht. Diese meisterten sie mit jugendlichem Schwung bei gleichzeitiger Professionalität. Für das Duo war es nicht der erste Auftritt im Barocksaal Illertissen, sodass im begeisterten Publikum auch viele Fans anwesend waren.

Indem Veronika Eberle zum Auftakt der Mozart-Sonate D-Dur von 1778 (KV 306) vehement ihren Bogen aufsetzt und sogleich einen virtuosen Reigen an Finger- und Bogentechnik inszeniert, hatte sie für sich und ihre nicht minder temperamentvoll erwidernde Pianistin hohe Maßstäbe gleich zu Konzertbeginn gesetzt. Veronika Eberle spielt auf einer Violine von Giovanni Battista Guadagnini aus dem Jahr 1783 und will alles aus ihr herausholen, schafft Tonreinheit bis in höchste Lagen und Pianissimo knapp an der Rauschgrenze des gespannten Bogens vorbei. Impulsiv, tonsicher und mitunter gestenreich spielt sie Triller und Tonleitern, flitzt oder hüpft ihr Bogen über die Saiten beim ersten Satz (Allegro con spirito). Nur wenig mehr ausgeglichen der Zweite (Andantino cantabile), wenngleich der Komponist mal lang gestrichene, hingehauchte Töne vorgibt. Schließlich im dritten Satz (Allegrette - Allegro) wieder Tempo und Technik, wobei in den Violinpausen das Klavier mit Fingerläufen antwortet.

Nach der quirligen Mozart-Sonate nun Johannes Brahms mit der Sonate in G-Dur (op. 78) von 1878/79 und der prägnanten, immer wieder auftauchenden Regenlied-Melodie, welche Clara Schumann gewidmet war. Veronika Eberle spielt sie mit dicht gestrichenen Tönen und dahinschmelzendem Vibrato bis in höchste Höhen. Im ersten Satz (Vivace ma non tropo) die Tonfolgen leidenschaftlich bis zerbrechlich, im Zweiten (Adagio) beeindruckende Passagen mit Doppelgriffen und im Dritten (Allegro molto moderato) ein fulminantes Ineinandergreifen der Violin- und Klavierstimmen, bis sich die G-Moll-Tonart nach G-Dur auflöst.

Kaum Zeit zum Luftholen

So richtig in musikalische Abgründe führt dann die Sonate D-Moll (op. 121) von Robert Schumann. Ein fast melodramatischer Einstieg in den ersten Satz, da kann sich der Zuhörer auf eindringliche Klangbilder gefasst machen. Nach den unter viel Bogendruck gespielten Doppelgriffen und markant intonierten Klavierakkorden lässt der zweite Satz kaum Zeit zum Luftholen. Der dritte Satz beginnt mit einem Pizzicato - gezupfte Violinsaiten - danach melodiöses Zusammenspiel von Geige und Klavier, schließlich eine Verdichtung des Themas beider Instrumente bis zum leidenschaftlichen Ausklang.

Mit einem weiteren Stück von Schumann bedanken sich Veronika Eberle und Yumiko Urabe beim Publikum für den dicken Applaus. Trotz tragender Passagen wusste die Pianistin ihr Spiel dem der Solistin harmonisch unterzuordnen. Die Geigerin ihrerseits verblüffte mit der Unmittelbarkeit ihrer absolut sauberen Einsätze.

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