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Babenhausen

05.07.2019

Asylhelfer haben immer noch viel zu tun

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Die Asylhelfer in Babenhausen haben immer noch viel zu tun.
Bild: Bernd Wüstneck, dpa (Symbol)

Wie sich die Arbeit der Mitglieder des Vereins „Menschen begegnen Menschen“ in Babenhausen verändert hat und welche Unterstützung Zugereiste benötigen.

In Babenhausen und Umgebung leben mehr als 100 Asylbewerber. Damit diese auch in Zukunft immer eine helfende Hand auf ihrer Seite haben, gibt es die sogenannte Asylkontaktgruppe „Menschen begegnen Menschen“ (kurz: MbM). Derzeit betreut der aus einer Flüchtlingsinitiative im Jahr 2014 gegründete Verein insgesamt 141 Asylsuchende, darunter 47 Kinder. Sie stammen aus 16 verschiedenen Nationalitäten und leben in Babenhausen (97), Weinried (21), Winterrieden (12) und Kettershausen (11). Diese Zahlen legte Vorsitzender Adi Hoesle nun vor. 82 Asylbewerber seien anerkannt, 59 wurden abgelehnt oder müssen noch auf eine Entscheidung ihrer Verfahren warten, hieß es während der Mitgliederversammlung in Babenhausen. Haben Sie schon diese Neuigkeiten zu Busverbindungen im Unterallgäu gelesen?: Alle Wege sollen nach Memmingen führen

Nicht angesprochen wurde in diesem Rahmen das Thema Sexualdelikte. Wie berichtet, erschütterten Ende 2018 insgesamt gleich drei solcher Fälle Babenhausen und Egg. Als tatverdächtig gilt ein Eritreer, der seit einiger Zeit in Untersuchungshaft sitzt. Die Staatsanwaltschaft hat im April Anklage gegen den Mann erhoben. Kein Wort fiel zu diesen Delikten oder zu dem tatverdächtigen Migranten.

Bezüglich der Fluktuation der Geflüchteten konnte Hoesle von einem relativ stabilen Stand berichten. Während ein afghanischer Bewerber freiwillig in sein Heimatland zurückgekehrt ist, wurde ein anderer dorthin abgeschoben. Eine Familie ist nach Polen gereist. Dank der Initiative des Vereins konnten einige Asylsuchende mittlerweile private Wohnungen beziehen. Durch Unterstützung von MbM konnte auch eine syrische Familie zusammengeführt werden.

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Thema Asyl: Erfolge bei der Wohnungssuche

Momentan verfügen 35 Geflüchtete über einen Arbeitsplatz. Drei haben eine Berufsausbildung absolviert und demnächst stehen weitere Abschlüsse an, berichtete der MbM-Vorsitzende. Mittlerweile habe sich die ruhig und friedlich verlaufende Integration der Asylbewerber, zum Beispiel durch sportliche oder gesellige Aktivitäten und Treffen, teilweise in den privaten Bereich verlagert. Deshalb habe sich das Aufgabengebiet des derzeit 89 Mitglieder zählenden Vereins ein wenig verändert, informierte Hoesle: „Unsere Hauptaufgabe liegt jetzt darin, den Geflüchteten bei der Bewältigung des deutschen Alltags mit seinen bürokratischen Hürden zur Seite zu stehen.“ Lesen Sie auch, welches Jubiläum der Fußball in Babenhausen feiert: Eine runde Sache: Seit 100 Jahren wird in Babenhausen gekickt

Obwohl sich die Zahl der Sprachunterrichtsangebote auf einen Nachmittagskurs reduziert habe, leisteten die derzeit 15 Aktiven der Asylkontaktgruppe im Jahr 2018 insgesamt rund 5000 Arbeitsstunden. Sie fielen zum Beispiel bei der Organisation des Sommerfests und internationaler Gottesdienste, bei der Aktion „Sauberes Babenhausen“ und in der Fahrradwerkstatt an. Viel zu tun gab es auch beim Umzug von Asylsuchenden aus Unterkünften in private Wohnungen. Sowohl die notwendige Renovierung von Räumen als auch die Beschaffung und der Transport von Möbeln waren sehr zeitaufwändig, so der MbM-Vorsitzende. Auch bei Behördengängen, zum Beispiel zum Jobcenter oder Landratsamt sowie bei Fahrten zum Arzt oder ins Krankenhaus, waren die freiwilligen Helfer gefordert. Einige haben ihre Kenntnisse nebenbei bei Informations- und Asyl-Vernetzungsveranstaltungen und Fortbildungen vertieft, sagte Hoesle. Die an jedem ersten Dienstag des Monats im evangelischen Gemeindehaus veranstaltete „Teatime“ habe sich zu einem beliebten Treffpunkt zwischen heimischen Bürgern und den Menschen verschiedener Nationen entwickelt.

MbM: Adi Hoesle bleibt Vorsitzender

Der Verein bleibt unter Führung von Adi Hoesle. Er wurde während der Versammlung ebenso einstimmig im Amt bestätigt wie sein Stellvertreter Ernst Weber. Während Manfred Kaiser weiterhin das Schriftwesen verwaltet, wurde Alexandra Dihn zur Kassenwartin gewählt. Als Beisitzer fungieren Maria Molnar und Gisela Scharping. Die Kasse wird von Gerlinde Schwank und Jürgen Platschka geprüft.

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