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Flohmarkt

16.05.2011

Aus Gründen der Nostalgie ein Biertragl von Deil

Deil-Flohmarkt: Johannes Käufler hievt die alten Biertragl aus rohem Holz und mit Bügelflaschen vom Stapel.
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Deil-Flohmarkt: Johannes Käufler hievt die alten Biertragl aus rohem Holz und mit Bügelflaschen vom Stapel.
Bild: Fotos: lor

Hunderte von Schnäppchenjägern interessieren sich für ausrangiertes Brauerei-Inventar. Erlös dient der Kirchenrenovierung

Osterberg Die Rechnung ist aufgegangen beim Deil-Bräu am Samstag. Profitiert hat Georg Deil allerdings nur von den Einnahmen in der Gastwirtschaft, die während des Flohmarktes geöffnet hatte. Denn der Erlös aus dem Flohmarkt mit altem Brauerei-Inventar kommt der Renovierung der Pfarrkirche zugute. 20 Helfer aus den kirchlichen Gremien hatten Organisation und Verkauf des Flohmarkts übernommen. Martin Rogg und Johannes Käufler von der Kirchenverwaltung freuten sich über die vielen Schnäppchenjäger, die bis aus Stuttgart oder Legau angereist kamen.

Während sich die auswärtigen Flohmarktbummler fürs rein Materielle interessierten, wussten die Osterberger auch die eine oder andere Erinnerung beim Stöbern zu erzählen. „Ich erinnere mich noch gut, wie wir früher mit Bulldog und Anhänger zwei- oder dreimal die Woche den eiweißreichen Treber für die Kühe holten“, plaudert Peter Wiest. „Das war für uns Kinder jedes Mal ein kleiner Ausflug.“ Eben aus guter Gewohnheit hat er auch jetzt gerne den Weg von Weiler hierher gemacht, um alte Bekannte zu treffen und mal zu schauen.

Wer allerdings in dem Getümmel der alten Brauereihalle zu lange schaute, konnte erleben, wie ihm die begehrten Stücke vor den Augen weggeschnappt wurden. Karl Bodenmüller aus Osterberg zog seine Konsequenzen daraus und setzte sich auf einen seiner erstandenen Gartenstühle, um so auf bequeme Weise die anderen gekauften verteidigen zu können: „Ich sitze auf meinem Eigentum“, bekundete er launig auf mehrere Anfragen.

Das ausgelegte Warenangebot war ebenso vielfältig wie originell und ließ so manche Sammlerherzen höher schlagen: der typische Wirtshausaschenbecher für 50 Cent oder Holzbiertragl mit Bügelflaschen in heute nicht mehr üblichen Formaten für vier Euro. Oder das typische Speisezettelkästchen mit dem Deil-Logo, für das sich Irmgard Bayer aus Winterrieden erwärmen konnte: „Wir wohnen an dem neuen Radweg. Meine Eltern betrieben da eine Gastwirtschaft, solange noch die Bahn fuhr, und schenkten Deil-Bier aus.“ Der Gedanke, zu gegebener Zeit für die Radler neu zu eröffnen, geht ihr nicht aus dem Kopf. Dann würde sie mit Freuden den eisernen Schaukasten anbringen.

Gläserangebot wie auf einem Geschirrmarkt

Aus Gründen der Nostalgie, aber auch zum Gebrauch sucht sich Edgar Schreiber ein Deil-Glas mit Farbaufdruck und Spruch aus. „Als gebürtiger Babenhauser bin ich immer an Pfingsten zum Schwabenmarkt gekommen, deshalb fehle ich auch heute nicht.“ Das Gläserangebot hätte jedem Geschirrmarkt zur Ehre gereicht, weshalb sich Karl Bodenmüller den Satz nicht verkneifen konnte; „Haufa Kriaga, dabei went mir doch da Friada“ – was auf Hochdeutsch keinen Sinn mehr gibt, denn „Krüge“ reimt sich nicht auf „Frieden“.

Martin Rogg erzählt, dass Tage davor schon Nachfragen wegen des Flohmarkts eingegangen seien und, als am Samstag pünktlich um neun Uhr die Tore geöffnet wurden, schon ein ganzer Schwarm von Leuten gewartet habe. Erst nach zwei Stunden war der Ansturm weniger geworden. Am schnellsten den Besitzer gewechselt hatte die hölzerne Bierbar, ein anderer Interessent kaufte den Kompressor und sämtliche Maschinen auf, die Spinde werden wohl im Schützenheim landen, und bei den Sonnenschirmen in Biergartenformat gab es mehr Anwärter als Exemplare. Den Kirchenpfleger freut’s, aber auch, dass dank der Mithilfe von Feuerwehr und Gemeindemitarbeitern sich alle für das Flohmarktvergnügen gut gerüstet sahen.

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