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Boos

02.03.2020

Aus Ruine in Boos soll belebtes Schloss werden

Die Schlossruine in Boos soll schon bald der Vergangenheit angehören. Das  Bild zeigt (von links) Projektleiter Marc Zoll, Kreisbaumeister Claus Irsiegler, JaKo-Geschäftsführer Bernd Jäger und Bürgermeister Helmut Erben vor der ehemaligen Schlosskapelle.
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Die Schlossruine in Boos soll schon bald der Vergangenheit angehören. Das Bild zeigt (von links) Projektleiter Marc Zoll, Kreisbaumeister Claus Irsiegler, JaKo-Geschäftsführer Bernd Jäger und Bürgermeister Helmut Erben vor der ehemaligen Schlosskapelle.
Bild: Armin Schmid

Plus Boos legt die Entwicklung des Gebäudes in die Hände einer Firma für Baudenkmalpflege. Ideen reichen von Wohnen und Gewerbe bis Gastronomie.

Das Fuggerschloss in Boos fristet seit vielen Jahren ein tristes Dasein. Bald aber könnte dieser Zustand der Vergangenheit angehören. Denn der Gemeinderat hat die Weiterentwicklung des Schlossareals in die Hände der Firma JaKo Baudenkmalpflege gelegt. Mögliche Nutzungsformen wären demnach Wohnungen, Gewerbe, eine gastronomische Bewirtung und der Aufenthalt zu vielerlei Anlässen im Schloss. Der Vorteil dieser Zusammenarbeit liegt für Bürgermeister Helmut Erben darin, dass das Unternehmen aus dem benachbarten Rot an der Rot ein Dienstleistungspaket mit Planung, Projektentwicklung, Investorensuche, Gebäudesanierung und Hausverwaltung anbietet. JaKo kümmert sich beispielsweise auch um die Weiterentwicklung des Hohen Schlosses in Bad Grönenbach.

Der Ausgangspunkt liegt laut dem Bürgermeister im Jahr 2015. Damals hatte die Gemeinde Boos das Schlossareal erworben. Doch die Suche nach Investoren gestaltete sich schwierig: „Wir haben fast wöchentlich Schlossführungen veranstaltet, doch es kam nichts Zählbares dabei heraus.“ Das soll sich nun ändern. Das ehemalige, stark baufällig wirkende Fuggerschloss hat seinen historischen Charme über die Jahrhunderte hinweg bewahrt. Für Helmut Erben ist die neue Nutzung des markanten Gebäudekomplexes ein wichtiger Baustein für die Innerortsentwicklung.

Finanzieller Kraftakt ist erforderlich

Das Haupthaus des ehemaligen Stammsitzes der Grafen Fugger-Boos wurde im 16. Jahrhundert errichtet und über die Jahre hinweg um zahlreiche Bauten erweitert. Die weiteren drei Flügel des Schlosses stammen laut Kreisbaumeister Claus Irsiegler aus dem 17. und 18. Jahrhundert.

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Bernd Jäger sagt, dass die Firma JaKo aus der Schlossruine wieder ein Fugger-Schloss machen wird. Dafür ist allerdings ein finanzieller Kraftakt notwendig. Rund 20 Millionen Euro an Investitionskosten könnten es laut dem Geschäftsführer schon werden. Der Bürgermeister meint, dass man den riesigen Komplex aus dem Dornröschenschlaf wecken müsse. Letztlich sollen der Denkmalschutz und entsprechende Fördermittel eine Stütze hierzu sein.

Auf dem Bild ist das Innere der Kapelle zu sehen.
Bild: Armin Schmid

Laut Jäger soll es auf dem rund 6000 Quadratmeter großen Areal eine Mischnutzung geben. So sei Wohnen ebenso möglich wie Gewerbe, das allerdings zum Charakter des Schlosses passen müsse. Eine Gastronomie wäre ebenfalls denkbar. 5000 bis 6000 Euro soll der Quadratmeter Nutzfläche in etwa kosten. Zahlen, die auch Claus Irsiegler für realistisch hält.

Bürgermeister Erben erläuterte, dass die Gemeinde und die Firma einen Kaufvertrag mit aufschiebender Wirkung geschlossen haben. Die Sanierungsfirma hat nun bis Mitte 2021 Zeit, ein Konzept für den Umbau und die Nutzung des Fuggerschlosses auf die Beine zu stellen. Weitere fünf Jahre sind für die Umsetzung des Nutzungskonzepts vorgesehen.

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