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Babenhausen

07.10.2019

Babenhauser ist zurück von erlebnisreicher Radtour durch Russland

Angekommen: Martin Krick (links) und Ildus Yanyshev auf dem Roten Platz in Moskau.
Bild: Sammlung Krick

Der Babenhauser Martin Krick ist von seiner Radtour von St. Petersburg nach Moskau zurück. Ein Höhepunkt sei die Einfahrt auf den Roten Platz gewesen.

Mit vielen Eindrücken im Kopf ist Martin Krick am Sonntagabend nach Babenhausen zurückgekehrt. Der 68-Jährige war, wie berichtet, durch Russland gereist – auf dem Fahrrad. Die Strecke führte von St. Petersburg nach Moskau. In elf Tagen legten der Unterallgäuer und sein Begleiter – Freund Ildus Yanyshev aus Russland – rund 1100 Kilometer zurück.

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Die beiden Männer testeten eine Route, die als weitere Etappe des Europaradwegs R1 ausgewiesen werden soll. Die Vision dahinter: Ein grenzüberschreitender „Great Bicycle Way for Peace and Goodwill“ soll künftig durch Europa führen, von London bis zum Ural. Wie der Babenhauser vor seiner Abreise erklärte, ist der R1 als ein Gegenstück zum Europaradweg Eiserner Vorhang gedacht, welcher einst Trennendes symbolisiert. Er soll verbinden. Diese Botschaft ist den Ideengebern wichtig.

Und so hat Krick das Projekt vor seinem Rückflug auch im Rahmen eines Kongresses in Moskau vorgestellt. Er nahm an einer Veranstaltung der Universal Peace Federation (UPF) teil, laut Krick eine Nichtregierungsorganisation, mit Verbindung zu den Vereinten Nationen und mehr als 100 Mitgliedsländern.

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Zuvor hatte der Unterallgäuer, der für seine extremen, tiefsinnigen Radtouren bekannt ist, tagelang im Sattel gesessen. Während der Tour spielte das Wetter jedoch nicht immer mit: „Fünf Stunden im strömenden Regen und bei vier bis fünf Grad, das ist nicht gerade vergnügungssteuerpflichtig“, sagt Krick rückblickend und lacht. Außerdem habe sich die Qualität der Wege sehr unterschieden: Mal waren sie nicht asphaltiert und matschig, mal sehr gut ausgebaut. „Das gehört zu Russland dazu“, meint Krick. Einmal ließen sich die Radfahrer ein Stück von einem Lieferwagen mitnehmen, um das Tagesziel und die Unterkunft noch zu erreichen. „Wir hatten zur Sicherheit eine kleine Zeltausrüstung dabei, aber die haben wir nicht benötigt“, so der 68-Jährige, der freiberuflich Unternehmen berät.

Generell bewertet er die künftige R1-Etappe als „gut und sehr durchdacht“. Mit Schwierigkeiten, für die es keine Lösung gibt, sei er nie konfrontiert gewesen. Als etwa Fahrradbremsen defekt waren, wurden sie kurzerhand repariert. „Meine Empfehlung: Man sollte nicht das modernste, sondern das robusteste Material mitnehmen“, sagt Krick.

Zehn Stunden pro Tag waren die beiden befreundeten Radler im Schnitt unterwegs, Pausen inklusive. „Wir haben ja eine Testfahrt gemacht, bei der wir Dinge prüfen und wahrnehmen wollten“, sagt der Babenhauser. So hatten Yanyshev und er beispielsweise die Beschaffenheit der Wege im Blick, stoppten an sehenswerten Orten, führten Gespräche mit Anwohnern.

Etliche interessante Begegnungen kamen auf diese Weise zusammen. „Die Zeit nimmt man sich“, sagt Krick, dem der Austausch mit den Menschen ein besonderes Anliegen war. Einmal habe ihm eine alte Frau einen Eimer voller Äpfel geschenkt. Diesen konnte er freilich nicht transportieren, doch die Geste habe gezählt. Krick zeigt sich beeindruckt von den Menschen, die teils wenig besitzen und die fremden Radfahrer dennoch mit viel Herzlichkeit und Gastfreundschaft aufnahmen. Er glaubt, als Außenstehender und Fahrradfahrer einen recht guten Eindruck von Russland erhalten zu haben. Es sei ein riesiges Land mit einer Vielfalt an Bewohnern, die ganz unterschiedliche Bedürfnisse, Wahrnehmungen und Besitzverhältnisse haben. Er will dazu animieren, Verständnis aufzubringen für die Entwicklungen in Stadt und Land, aber auch kritisch zu sein angesichts der Kontraste.

Ein Höhepunkt der Fahrradreise war für Krick die Fahrt durch Moskau, entlang von Uferpromenaden und Parks. Das Ziel: der Rote Platz. „Das war ein Happening“, schwärmt der Babenhauser.

Wie es nun weitergeht? Die Idee des „Great Bicycle Way“, ein Beitrag zur Völkerverständigung, soll weiter verbreitet werden. Und bis zur europäisch-asiatischen Grenze im Ural sind es von Moskau aus noch etwa 2000 Kilometer...

Lesen Sie auch unseren ersten Bericht zur Fahrradtour von Martin Krick: Hunderte Kilometer für eine Botschaft: Babenhauser radelt durch Russland

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