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Kirchberg

27.06.2019

Baden-Württemberger Nachbarn tüfteln an neuem Mobilitätskonzept

Nachbargemeinden im Illertal wollen gemeinsam neue Ideen für den ÖPNV entwickeln.
Bild: Alexander Kaya (Symbol)

Das Nachbarbundesland Baden-Württemberg treibt die Digitalisierung voran. Eines von zehn Reallaboren wird im Illertal gegründet.

Im Illertal soll ein sogenanntes Digitallabor entstehen: Hintergrund ist das Vorhaben des Landes Baden-Württemberg, die Digitalisierung voranzutreiben – und dabei den ländlichen Raum mit einzubeziehen. In der Region geht es konkret um die Entwicklung eines innovativen und grenzüberschreitenden Mobilitätskonzepts für Kirchberg, Kirchdorf, Dettingen, Erolzheim und Berkheim.

Bei den Digitallaboren werden Menschen aus einer Region an einen Tisch gebracht, um gemeinsam Ideen zu entwickeln. Das Fraunhofer Institut hat dafür ein Konzept entwickelt. In dem Prozess sollen nicht nur Ideen konzipiert werden, sondern auch als Prototyp umgesetzt werden. Es haben bereits mehrere Gespräche zwischen Vertretern des Fraunhofer Instituts und den Bürgermeistern der Verbandsgemeinden Berkheim, Dettingen, Erolzheim, Kirchberg und Kirchdorf stattgefunden: Vor allem das Thema „Verkehr“ beschäftigte die Lokalpolitiker. Denn Verkehr betrifft alle Bürger und gerade der ÖPNV ist in der Region nicht optimal ausgebaut.

Busfahrer sollen als Experten mit dabei sein

Einen Einblick in die geplante Arbeitsweise in den Digitallaboren gab Ralph Bürk, Leiter des Expertenkreises des Kommunalen Innovationscenters im Rahmen der Digitalakademie: Er erklärte, dass in den Digitallaboren alle Beteiligten – 15 bis 25 an der Zahl – „gleichberechtigt mitreden sollen und dürfen“. Wichtig sei auch, „externen Sachverstand“ dabei zu haben: in diesem Fall sind das beispielsweise Busfahrer. In ganz Baden-Württemberg gebe es acht Digitallabore. Sie alle hätten dasselbe Ziel: „Den digitalen Wandel gemeinsam mit den Bürgern zu gestalten“, sagte Bürk. „Denn die Zukunft von Kommunen und Verwaltung ist digital.“ Alle Projekte besäßen ein Alleinstellungsmerkmal. Im Illertal sei dies der grenzüberschreitende Aspekt.

Jetzt gehe es darum, ein solches Labor durchzuführen und die Akteure dafür zu finden, erläuterte Bürk. Die Kosten übernehme das Land. In einem bis eineinhalb Tagen sollten dann Vorschläge erarbeitet werden. Wichtig sei es, „lebensnahe Anwendungen zu finden“, unterstrich Bürk. Das Thema Mobilität sei dafür ein ideales Anwendungsfeld. Er glaube, das Illertal brauche ergänzende Anschlussverkehre, auch mit Blick auf die Regio-S-Bahn. Im Digitallabor gehe es nun darum, ein „arbeitsfähiges und realitätsnahes Konzept“ zu erstellen, das von Experten überprüft worden sei. Und bei aller Aufbruchstimmung kommen auch alte Ideen wieder zum tragen. Der Berkheimer Bürgermeister Walther Puza etwa äußerte die Hoffnung, das einst aufgegebene Projekt Bürgerbus nun möglicherweise in die „moderne digitale Welt“ zu transportieren.

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