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Klosterbeuren

14.02.2020

Baugebiet-Pläne in Klosterbeuren: „Was wäre, wenn...“

Wann kann in Klosterbeuren gebaut werden? Das fragen sich die Interessenten an Grundstücken.
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Wann kann in Klosterbeuren gebaut werden? Das fragen sich die Interessenten an Grundstücken.
Bild: Alexander Kaya (Symbolfoto)

Plus Die Vorbereitungen für das Baugebiet in Klosterbeuren laufen. Nun soll ein Gutachten zum Immissionsschutz her – und im Marktrat geht es um Zukunftsmusik.

Die Planung des Baugebiets im Klosterbeurer Westen schreitet voran. Im Babenhauser Marktrat wurde nun über den aktuellen Stand informiert. Außerdem beschloss das Gremium, noch ein weiteres Gutachten erstellen zu lassen – zum Lärm. Das Kuriose daran: Darin sollen Geräuschquellen berücksichtigt werden, die so noch gar nicht vorhanden sind. So soll nun – überspitzt gesagt – geprüft werden, mit wie viel Biergarten-Lärm die künftigen Anwohner rechnen müssten. Dabei liegt die frühere Gaststätte St. Georg an der Dorfstraße noch immer brach. Und auch ein neues Feuerwehrhaus taucht als Szenario auf – obwohl sich auf dem in diesem Zusammenhang genannten Standort momentan ein Wohnhaus befindet. Die Annahmen deuten an, welche Überlegungen für die Zukunft des Areals in dem Babenhauser Ortsteil angestellt werden.

Doch von vorn: Mitte des vergangenen Jahres hatte der Marktgemeinderat den Beschluss gefasst, einen Bebauungsplan für ein Gebiet im Westen Klosterbeurens aufstellen zu lassen. Für die Bewohner des Ortsteils dürfte dies eine erfreuliche Nachricht gewesen sein – denn junge Familien warten seit Langem auf neue Bauplätze, um sich im Ort niederlassen zu können.

Im Fokus steht nun ein Gebiet westlich der Ludwig-Leinsing-Straße und der Dorfstraße, an der sich auch die ehemalige Gaststätte St. Georg befindet. Im Süden grenzt an das künftige Wohngebiet außerdem das Areal „Alte Schule“ an der Reichauer Straße an, auf dem gerade das Dorfgemeinschaftshaus gebaut wird. Im Norden endet der Geltungsbereich in etwa an der Häuserreihe des Blumenwegs. Im Osten befinden sich freie Flächen und – mit etwas Abstand – ein Aussiedlerhof. Planer Wilhelm Daurer sprach allgemein von einer „unverbrauchten, grünen Ortsrandsituation“. Mehr dazu lesen Sie hier: Neuer Platz für Häuslebauer in Klosterbeuren

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Zukunft der Gaststätte St. Georg spielt wichtige Rolle

Was in der Zwischenzeit geschehen ist: Ein Termin mit Anliegern im Oktober habe ergeben, dass diese nicht grundsätzlich gegen die Aufstellung des Bebauungsplans sind. Es sehe also danach aus, „dass wir das Projekt jetzt weiterbringen können“, sagte Daurer. Ende des Jahres habe sich herausgestellt, dass der Geltungsbereich noch etwas vergrößert werden müsste, vor allem aus Gründen der Entwässerung. Gutachten hätten ergeben: „Man muss sich gescheit um das Regenwasser kümmern“, berichtete Daurer. In einer „Zwischenzone“ mit offener Mulde könnte das Wasser künftig gehalten werden.

Wie es mit der ehemaligen Gaststätte St. Georg in Klosterbeuren weitergeht, hat wohl auch Einfluss auf das dahinter geplante Baugebiet.
Bild: Fritz Settele (Archivbild)

Daurer hat in seinen Entwurf des Bebauungsplans vorläufig 26 Bauparzellen eingezeichnet – die aus Sicht des Marktrats Martin Gleich (CSU) zu eng bemessen sind. Daurer verwies darauf, dass es sich um noch keine festen Grundstücksgrenzen handele. Bei vier Parzellen müsste auch noch geprüft werden, inwiefern sich diese mit einem Wirtshaus vertragen, „sollte die Gaststätte wieder betrieben werden“.

Wie berichtet, gibt es einen Interessenten an dem leer stehenden St.-Georgs-Gebäude, das sich aktuell im Besitz der Marktgemeinde befindet. Bürgermeister Otto Göppel (CSU) sagte dazu in der Sitzung, dass die Gespräche andauern. Unter Dach und Fach sei noch nichts. Trotz des offenen Ausgangs der Verhandlungen rät Daurer dazu, vorsorglich mit einer „Reaktivierung des Gaststättenbetriebs“ zu planen. Konkret bedeutet das: mit Biergarten, Saalbetrieb und Gästeverkehr. Diese theoretischen Geräuschquellen sollten dem Planer zufolge sicherheitshalber in einem Immissionsschutzgutachten Beachtung finden.

Eine weitere, in die Zukunft gerichtete Option sollte aus Sicht des Planers ebenfalls von Gutachtern berücksichtigt werden: ein Feuerwehrhaus auf dem Areal der „Alten Schule“, neben dem derzeit im Bau befindlichen Dorfgemeinschaftshaus – für den Fall, dass das dort gelegene Wohnhaus in Zukunft „nicht mehr benötigt werde“.

Christian Pfeifer (CSU) erkundigte sich nach dem Zeitplan. „Wann kann man mit dem ersten Haus beginnen?“, fragte er im Interesse der Bauwerber. Daurer sagte, dass der Bebauungsplan – „wenn es gut läuft“ – bis zum Jahresende rechtskräftig sein könnte. Das Immissionsschutzgutachten soll noch im Februar in Auftrag gegeben werden.

Lesen Sie außerdem: Warum in Babenhausen das Bauland knapp ist

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