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Illertissen

20.01.2020

Baumfällung: Die Eschen mussten weg

Am Mühlbach zwischen Illertissen und Au sind mehrere Bäume gefällt worden. Grund dafür ist offenbar das Eschentriebsterben.
Foto: Edeltraud Bauer

Am Mühlbach bei Au sind Bäume gefällt worden. Auch die Stadt will demnächst in diesem Bereich aktiv werden. Die Rodung hat einen guten Grund.

Der Anblick hat einige erschreckt: Am Mühlbachrand, nördlich der Straßenbrücke in Richtung nach Au ragen statt mächtiger Bäume nur noch Stümpfe aus dem Ufer. Die Fällung auf einem Privatgrundstück hat allerdings einen guten Grund – und die Stadt Illertissen plant, direkt nebenan weitere Bäume zu fällen.

Pilzkrankheit macht Bäume anfälliger für weitere Schädlinge

Hauptschuld trägt ein kleiner Pilz mit verheerender Wirkung: „Falsches weißes Stengelbecherchen“ (Hymenoscyphus pseudoalbidus) heißt der Übeltäter, der verantwortlich für das Eschentriebsterben in den Wäldern Mittel- und Nordeuropas ist. „Die Fällung der Eschen auf dem privaten Grund einer Firma hängt damit zusammen“, sagt Michael Kienast vom städtischen Bauhof. Die Baumkrankheit ist tückisch: Alte Bäume, die befallen werden, sind anfälliger für andere schädliche Organismen. Wind und Wetter können sie in der Folge schlechter standhalten.

Der Erreger erreichte Bayern im Jahr 2008 und hat seitdem nach Schätzungen der Waldschutzabteilung der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) 60 bis 80 Prozent der Eschen infiziert. Bislang gibt es noch keine Information darüber, auf welchem Weg der Pilz nach Europa eingeschleppt wurde und warum er so aggressiv die einheimische Esche befällt.

Baumfällungen: Auch der Biber macht Probleme

Michael Kienast macht in diesem Zusammenhang deutlich, dass eine Fällung dieser Art sicher nicht leichtfertig erfolge. „Niemand macht sich die Mühe, so große Bäume an so einer Stelle zu fällen, wenn sie gesund sind. Der Aufwand, der dafür betrieben werden muss, ist riesig – und sicher nicht mit einem eventuell zu erzielenden Holzpreis aufzuwiegen.“

Auch die Stadt Illertissen wird in dem Bereich demnächst weitere Eschen fällen – zum einen wegen des aggressiven Pilzes, zum anderen aber auch wegen eines anderen Schädlings: „Der Biber macht uns an dieser Stelle Probleme“, sagt Kienast. Dass die Tiere an Eschen nagen, sei zwar ungewöhnlich, aber die Spuren recht deutlich zu sehen gewesen. „Wir haben noch versucht, rechtzeitig zu reagieren und einige Bäume mit Maschendraht zu schützen. Aber die Stämme sind bereits so weit verletzt, dass wir sie nicht mehr retten können. Die Bäume sind quasi bereits tot.“

Ersatzlos werden die Bäume freilich nicht verschwinden, sagt Kienast. „Das haben wir auch in der Vergangenheit bereits gemacht, wenn wir beispielsweise wegen des Eschensterbens Bäume entfernen mussten. Dann pflanzen wir nach.“

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