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Vöhringen

21.01.2019

Bei dieser Breakdance-Show hätte auch Mozart seinen Spaß gehabt

Typische Breakdance-Figur: Hände auf dem Bühnenboden, die Beine in der Luft. Für solche Formationen gab es donnernden Applaus.
Bild: Ursula Katharina Balken

Die Gruppe DDC-Breakdance ist mit Breakin‘ Mozart zu Gast in Vöhringen. Die Tänzer bringen dabei klassische Kompositionen und akrobatische Tänze zusammen.

Super – So lautete das Urteil des Publikums im ausverkauften Saal des Wolfgang-Eychmüller-Hauses. Dort trat die bayerische DDC-Breakdance-Gruppe und brachte die Stimmung zum Brodeln. „Klassik meets Breakdance“ ist die Performance überschrieben, mit der die Gruppe seit zwei Jahren durch Deutschland tourt – von München bis Berlin – und jetzt Vöhringen.

Breakdance ohne Hiphop, dafür mit Mozart

Musikalisch gab es dabei kein Cross-over, Mozarts Kompositionen bestimmten das Programm. Was zum Mozartfest in Würzburg 2013 kreiert wurde, entwickelte sich durch geschickte Regie und eine wirbelnde Choreografie zu einer Show, die die Zuschauer mitreißt. Eigentlich war es nur ein Versuch, den Opernregisseur und Dirigent Christoph Hagel mit der DDC-Gruppe unternahm. Die Breakdeancer sollten ihren Tanzstil mit der vielschichten Musik Mozarts verknüpfen. Die Tänzerinnen und Tänzer stellten sich der Herausforderung und schufen einen bunten Mix aus Sinfonien, Sonaten und Opern. Da fehlen selbst die beiden berühmten Arien der Königin der Nacht aus Mozarts „Zauberflöte“ nicht, die einer Koloratursopranistin das Äußerste an Stimmakrobatik abverlangt. Darlene Ann Dobisch setzte die Spitzentöne wie exakte Nadelstiche. Diese Szene mit Breakdance-Akrobatik wurde zur köstlichen Persiflage. Die Musik bei der Vorstellung wurde teils eingespielt, teils war sie live gespielt von Eiko Okuno-Jürgens am Flügel.

Breakdance entwickelte sich aus Tänzen, die junge Afro-Amerikaner auf den Straßen in New Yorks Stadtteil Bronx tanzten. Darin sind Musikrichtungen wie Hip-Hop, Soul, Blues und Jazz enthalten. Dieser Stil wurde dann gesellschaftsfähig.

Die Tänzer waren mit viel Leidenschaft bei der Sache

Die Tänzer in Vöhringen wirbelten über die Bühne, in atemberaubendem Tempo drehten sie Headspins, sie warfen ihre Partnerinnen durch die Luft, verschmolzen zirzensische Akrobatik mit Elementen des klassischen Tanzes, alles war fließend, temperamentvoll, man spürte die Leidenschaft des Ensembles. Mozarts Musik erklang in originaler Orchesterbesetzung oder gut arrangiert der heutigen Zeit entsprechend mit satten Bässen unterlegt.

Und wie schön kann ein Saxofon-Solo klingen, wenn der Solist bei der Arie „Reich mir die Hand mein Leben“ aus der Oper „Don Giovanni“ seiner Improvisationslust freien Lauf lässt? Kleine Clownerien gehörten genauso zum Programm wie Soloauftritte der Tänzer. Es saß jede Bewegung, jedes Rotieren auf dem Kopf, jeder Sprung. Ganz wesentlich ist die Synchronisation der Bewegungen zur strahlenden Musik Mozarts. Mit der Sinfonie Nr. 41 in C-Dur, auch die „Jupiter-Sinfonie“ genannt, endete eine fulminante Vorstellung. Die Zuschauer waren hingerissen, jubelten, klatschten mit. Eine Minute nach Beginn wurde aus dem Stimmungsfunken im Saal ein Feuer der Begeisterung, das bis zum Schluss anhielt.

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