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Bellenberg

17.02.2021

Beim Weltgebetstag im Dekanat Neu-Ulm geht es in die Südsee

So sieht eine Kirche im südpazifischen Inselstaat Vanuatu aus.
Bild: Regina Langhans (Repro)

Plus Irene Schmid aus Bellenberg hilft seit Jahren bei der Organisation des Weltgebetstages im Dekanat Neu-Ulm. Mit viel Kreativität bringt sie Gebete aus Vanuatu in die Region.

Für einen ökumenischen Gebetstag, bei dem möglichst viele erreicht werden sollen, scheinen Online-Lösungen naheliegend. Allein, dass heuer die Liturgie für den Weltgebetstag am Freitag, 5. März, aus dem südpazifischen Staat Vanuatu kommt, mag eher zum Surfen in tropischen Breiten verlocken. Doch tatsächlich machen die Lieder und Gebete nachdenklich. Wenn die melanesischen Frauen unter dem Motto „Worauf bauen wir?“ die Liturgie gestalten, ihre Probleme benennen und Solidarität erbitten, wollen sich Christen in diesen Anliegen weltweit real zum Gebet treffen.

Es gibt nicht nur virtuelle Angebote für die Gläubigen

Damit der Weltgebetstag wegen Corona nicht ausfallen muss, haben Irene Schmid und ihr Dekanatsteam virtuelle und reale Angebote ausgearbeitet, welche die Organisatorinnen in den Pfarreien umsetzen: Vom Gottesdienst mit Hygieneregeln über den Klima-Pilgerweg im Freien bis zur Sofa-Andacht zu Hause vor dem Bildschirm.

Junge Frauen verkaufen die Erzeugnisse ihres Gartens auf dem Markt im südpazifischen Inselstaat Vanuatu.
Bild: Regina Langhans (Repro)

In Anlehnung an die „Disaster-Food-Pakete“ (Notfallrationen, die in Vanuatu in der Erde vergraben werden) werden Desaster-Pakete mit Gebetsheftchen und anderem Material an Interessierte verteilt. Solche Bestellungen und die Kollekten am Weltgebetstag leisteten jedes Jahr einen wichtigen Beitrag zur finanziellen Hilfe für Frauen weltweit, sagt Schmid. Damit ist sie auch schon mittendrin im Erzählen von einem faszinierenden Land, „von dem wir einiges lernen können“. Denn der 83 teils kleine Inseln umfassende Staat zwischen Australien und Fidschi spüre wie kaum ein anderer die Folgen der Klimakatastrophe, leide unter ernte-zerstörenden Tropenstürmen, angespültem Plastikmüll oder sterbenden Korallenriffen. So sei Vanuatu der erste Staat mit rigorosem Plastikverbot, weiß Schmid.

Beten für Vanuatu: Inseln werden vom Klimawandel bedroht

Um nach den Katastrophen nicht zu verhungern, legten Frauen Vorräte in der Erde an. Und, obgleich es auch Gewalt gegen sie gebe, gefördert durch patriarchalische Strukturen, landeten die Bewohner Vanuatus auf Platz eins des Glücklichkeits-Gradmessers „Happy Planet Index“, sagt Schmid. Die Studie orientiere sich an Lebenserwartung, Umweltbelastung, Zufriedenheit und scheine zu belegen, dass die Leute dort glücklich sind, weil sie mit wenig zufrieden sind. Schmid: „Das ist für mich das Bemerkenswerteste an Vanuatu überhaupt.“

Irene Schmid gehört schon lange zum Orga-Team des Weltgebetstages im Dekanat Neu-Ulm.
Bild: Regina Langhans

Seit 27 Jahren ist sie im Multiplikatorinnen-Team auf Dekanatsebene für Neu-Ulm, Günzburg und Dillingen engagiert und das letzte verbliebene Urgestein, wie sie humorvoll zugibt. Heuer fanden die Vorbereitungstreffen an den drei zentralen Orten coronabedingt online statt. Mehr als 110 katholische und evangelische Frauen hätten teilgenommen und sich als die Veranstalterinnen des Weltgebetstages mit Ideen für ihre Orte eingedeckt, so Schmid. Durch die ökumenische Zusammenarbeit käme es zu Kontakten über Dekanats- und Bistumsgrenzen hinaus.

Die Geschichte des Weltgebetstages

Im Sinne ihres internationalen Mottos „informiert beten – betend handeln“ setze sich die Liturgie des Weltgebetstags jedes Jahr mit einem anderen Schwerpunktland auseinander. Der Weltgebetstag und seine Chancen seien noch zu wenig bekannt, findet Organisatorin Schmid. Es ist wie eine Vision, wenn sie sagt: „Ein Gebet wandert um den Erdball und verbindet Menschen in mehr als 150 Ländern.“ Allein in Deutschland mache das rund eine Million Frauen, Männer, Jugendliche aus. Seit den Anfängen vor rund 130 Jahren wachse der Weltgebetstag zur größten internationalen ökumenischen Basisbewegung. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts gab es erste Vorläufer des heutigen Weltgebetstages bei US-amerikanischen und kanadischen Frauenmissionen. Bei der Veranstaltung heute setzen sich Christen über kulturelle wie konfessionelle Schranken hinweg und treten mit Aktionen und Gebeten für ein Leben der Frauen und Mädchen in Gerechtigkeit und Würde ein, sagt Schmid.

Info: Über die genauen Termine in der Region informieren die Pfarreien. Der Fernsehsender Bibel-TV strahlt am Freitag, 5. März, 19 Uhr, einen Gottesdienst zum Weltgebetstag aus.

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