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Illertissen

13.02.2020

Beim Wohngebiet: Vorfahrtsregelung, Ampel oder doch ein Kreisverkehr?

Wie soll das neue Wohngebiet Illertissen Süd erschlossen werden? Ein Kreisverkehr ist nur eine der möglichen Varianten.
Bild: Weizenegger

Plus Für das Gebiet „Illertissen Süd“ braucht die Stadt einen Anschluss. Drei Varianten wurden im Bauausschuss vorgestellt - doch alle haben Vor- und Nachteile.

Es ist eine vermeintlich einfache Frage, die sich den Mitgliedern des Bau- und Umweltausschusses des Illertisser Stadtrats am Dienstagabend stellte: Sollen die Fahrer zum künftigen Baugebiet „Zwischen Memminger Straße und Josef-Rimmele-Straße“ über eine Vorfahrtskreuzung, eine Kreuzung mit Ampelsteuerung oder einen Kreisverkehr geleitet werden? Doch die Frage ist schwieriger, als sie auf den ersten Blick erscheint. Denn die Erschließung wirkt sich nicht nur auf das gesamte Entwicklungsgebiet „Illertissen Süd“ aus – sie hat auch Folgen für den Verkehr in der Innenstadt.

Claudia Zimmermann, Diplom-Ingenieurin der Bernard Gruppe (Aalen) war zu der Sitzung in die Schranne gekommen, um dem Gremium die drei möglichen Varianten vorzustellen, wie das vorgesehene Wohngebiet an die Memminger Straße angebunden werden kann. Ihr Besuch wird sich wiederholen müssen, denn die Ratsmitglieder wurden sich einig, dass die Entscheidung vertagt werden müsse.

Vorfahrtsregelung kostet am wenigsten - auch beim Platz

Die Mindestanforderung für das Ableiten des Verkehrs erfüllen alle drei Möglichkeiten, erklärte die Ingenieurin. Knotenpunkte wie diese, so Zimmermann, würden in Qualitätsklassen eingeteilt – wobei „A“ die bestmögliche Variante darstellt und „D“ das Minimum sei. Eine vorfahrtsgeregelte Kreuzung wäre an dieser Stelle die kompakteste und preisgünstigste Lösung, bei der sogar ein Teil der vorhandenen Flächen weiter genutzt werden könnte. Sie fällt nach Einschätzung der Planer in die Qualitätsstufe „C“. Die Kostenschätzung liege bei 250 000 Euro. In die Kategorie „B“ setzen die Planer eine Kreuzung mit Ampelanlage, die mit einer Linksabbiegespur von der Memminger Straße aus vorgesehen wäre. Mit 440 000 Euro liegen auch die geschätzten Kosten im Mittelfeld.

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Etwas kleiner als die ursprünglich mit 40 Metern Durchmesser angedachte Variante wäre schließlich Lösung Nummer drei, der 35-Meter-Kreisverkehr. Er hätte den größten Flächenbedarf, komme aber bei der Abwicklung des Verkehrs auf die höchste Qualitätsstufe „A“, erklärte die Planerin den Stadträten. Mit Querungen für Radfahrer und Fußgänger an allen drei Armen und einer Geschwindigkeit dämpfenden Wirkung auf den Stadtverkehr wäre der Kreisverkehr die bevorzugte Variante der Planer – aber leider auch die teuerste. Kosten von 700 000 Euro stehen dafür im Raum.

Auch andere Kreuzungen müssen mit betrachtet werden

Den Mitgliedern des Bauausschusses war die Bewertung noch nicht schlüssig genug, um bereits abstimmen zu können. „Es sind zu viele Faktoren noch im Ungewissen“, so Wilhelm Fischer (CSU). Auch Bürgermeister Jürgen Eisen schloss sich den Bedenken an. Die Kreuzung an dieser Stelle dürfe nicht isoliert betrachtet werden, auch an Straßen in der Umgebung könne es sonst zum Chaos kommen. „Es muss gut überlegt sein, was wir hier machen.“ Das Gremium folgte deshalb dem Antrag von Helga Sonntag (ÖDP/AB/Grüne), das Thema zu vertagen und erst genauere Untersuchungen vorzunehmen. Die Stadtverwaltung will auch mit dem Erschließungsträger darüber sprechen, wie eine mögliche Kostenteilung für die Verkehrsanbindung aussehen kann.

Über die Erschließung hatte der Bauausschuss bereits im Herbst diskutiert. Mehr dazu lesen Sie hier: Ein Kreisverkehr für den Illertisser Süden?

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