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Unterroth

14.01.2021

Braucht Unterroth einen zentralen Spielplatz statt mehr Bauplätze?

Das geplante Baugebiet West in Unterroth schließt an die Ortsgrenze südlich der Illertisser Straße an.
Bild: Regina Langhans

Plus Als das geplante Baugebiet West im Unterrother Gemeinderat zur Sprache kommt, stellt ein Mitglied des Gremiums eine Forderung.

Mit einer guten Nachricht hat Bürgermeister Nobert Poppele die erste Sitzung des Gemeinderates Unterroth im neuen Jahr eröffnet: Der Plan für das neue Baugebiet West mit drei Varianten liege vor, bei der nächsten Sitzung sollen sie vom Architekturbüro vorgestellt werden. Für lösbar hält Poppele die von betroffenen Interessensgruppen geäußerten Einwände, etwa dass gutes Ackerland verbaut werde. Es müssten dafür qualitative Ausgleichsflächen gefunden werden.

Der Bürgermeister wies auf die Notwendigkeit der Bereitstellung von Bauland für junge Unterrother Familien hin, die sonst wegzögen. Da meldete sich Gemeinderätin Susanne Dietrich vehement zu Wort und forderte für Unterroth einen zentralen Kinderspielplatz, wie ihn andere, teils kleinere Orte längst besäßen. Poppele versprach dazu einen „runden Tisch“.

In Unterroth ist die Bereitschaft gering, innerorts Flächen zu verkaufen

Die Debatte entstand in Zusammenhang mit dem Thema Baulandbeschaffung in Unterroth, welche mangels Bereitschaft zu Grundstücksverkäufen innerorts immer neuen Flächenverbrauch zur Folge hat. Poppele bedauerte, dass trotz Umfrage im Dorf bis auf ein Angebot niemand verkaufen wolle: „Und dieser Platz liegt so ungünstig, dass er sich nicht erschließen lässt.“ Es gebe 14 Bauanfragen von Unterrothern, das neue Gebiet mit etwa 24 Bauplätzen könne Abhilfe schaffen, sagte Poppele. Mehrere Wohnformen mit Grundstücken von 600 bis 700 Quadratmetern seien dort geplant. Lediglich den Bau von Mehrfamilienhäusern sieht der Bürgermeister kritisch, weil damit ein Investor ins Spiel komme und eventuell Bewohner, die „nur zum Schlafen in Unterroth wohnten“ statt sich ins Dorfleben einzubringen.

Einig war sich das Gremium, dass es langfristig einer Strategie bedürfe, wie sich Unterroth weiterentwickeln könne. Doch kurzfristig und unabhängig von den Bauwünschen wünschte sich Susanne Dietrich einen zentralen Spielplatz, gegebenenfalls auch auf Kosten von Bauplätzen: „Bevor wir Wachstum begünstigen, sollten wir an die eigenen Familien mit Kindern denken.“

Die Gemeinde Unterroth muss vorrangig andere Maßnahmen finanzieren

Der Bürgermeister erwiderte, dass bei der Größe des Baugebiets Anspruch auf einen Spielplatz bestehe. Es gebe aber auch das Problem des geeigneten Standorts für einen zentralen Spielplatz, nach dem schon länger gesucht werde. Noch aus dem vorigen Gemeinderat habe er die Idee mitgenommen, Spielgeräte östlich der Sporthalle aufzustellen. Dazu seien im Haushalt 70.000 Euro vorgesehen und ein Zuschuss in Aussicht gestellt, sagte Poppele. Inzwischen eröffne sich durch die Initiative des Obst- und Gartenbauvereins zum Bau eines Backofens am Dorffestplatz auch dort die Möglichkeit, Spielgeräte zu installieren. Beide Male handele es sich um Gemeindegrund. Dass jemand eine Fläche verkauft für einen zentral gelegenen Kinderspielplatz, kann sich Poppele nicht vorstellen.

Zugleich erinnerte er an den Vorrang gemeindlicher Pflichtaufgaben, deren Planung und Finanzierung derzeit schwierig sei: „Wir haben noch keinen Haushalt und keinen Überblick über die Steuereinnahmen.“ Mit Einbrüchen sei womöglich bei Unterroths Haupteinnahmequelle, der Einkommensteuer, zu rechnen. Zu finanzieren seien Maßnahmen der Kanalsanierung und eine Wasserleitungsprüfung. Der Radweg nach Matzenhofen sei ein weiteres Thema. In Sachen Spielplatz vertröstete Poppele auf Gespräche am „runden Tisch“.

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