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Buch

28.10.2019

Buch rätselt: Wer hat „den Brüllmeier“ auf dem Gewissen?

Unmoral im Pfarrhaus – der Pfarrer kann es nicht fassen. Unser Bild zeigt (von links) Manfred Maier, Christine Huchler und Edgar Thoma.
Bild: zedo

Mit dem Stück „Hochwürden auf der Flucht“ bereitet die Theatergruppe des TSV Buch einen vergnüglichen Abend. Was die Zuschauer erwartet.

Mit dem Stück „Hochwürden auf der Flucht“ hat die Theatergruppe des TSV Buch am Samstag in der Rothtalhalle seine Premiere gefeiert. Auch, wenn die Besucherzahl überschaubar war – die Aufführung sorgte für beste Unterhaltung und erhielt am Ende großen Beifall.

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Regisseur Manfred Maier hat sich für dieses Jahr eine bayerische Kriminalkomödie von Walter G. Pfaus ausgesucht. Dabei geht es recht turbulent zu. Als der Vorhang aufgeht, ist die Welt noch in Ordnung. Das hervorragend gestaltete Bühnenbild zeigt ein heimelig eingerichtetes Pfarrhaus. Doch schon beim ersten Satz: „In der Sakristei liegt eine Leiche“, werden die Besucher mitgerissen. Es folgt ein lustiger Theaterabend. Trude Schwarzmann (Annika Ritter) die Haushälterin des Pfarrers schreit den Satz so laut heraus, dass es vom Pfarrer bis hin zum Mesmer schon bald jeder in der Kirchengemeinde weiß. Der impertinente Hermann Brüllmeier (Manfred Maier), die Hauptperson in diesem Stück, taucht in seiner Rolle als vermeintliche Leiche im gesamten Stück zwar mehrmals unter.

Brüllmeier: Eine vermeintliche Leiche taucht unter

Doch das scheint keinen so recht zu interessieren. Er wird von seinen „liebenden Mitmenschen“ weiter traktiert: Von Traurigkeit kann keine Rede sein – und das hat seinen Grund. Das Amt des Kirchengemeinderatsvorsitzenden ist ihm so zu Kopf gestiegen, dass er seine Schäfchen nur noch herumkommandiert. In der sonst so ruhigen Kirchengemeinde läuft rein gar nichts mehr rund. Außer der Pfarrer, der vor Brüllmeier ständig auf der Flucht ist. Gegen seinen Willen soll er eine scharfe Predigt halten – gegen die Unmoral, die durchs Dorf schleiche. Nicht nur die schwarze Soutane passt dem Darsteller Edgar Thoma an diesem Abend wie angegossen: Auch die Rolle des aufgescheuchten und vergesslichen Pfarrers scheint ihm auf den Leib geschneidert. Er wird für sein hervorragendes Mienenspiel immer wieder mit Szenenapplaus belohnt.

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Theater in Buch: Aufregung im Pfarrhaus

In all der Aufregung, die im Pfarrhaus herrscht, bemerkt die Haushälterin, dass „der Brüllmeier“ als Leiche herumläuft. Für diese Äußerung hat der Mesner Simon Brummer (Willy Weiske) aber nur ein kurzes Schulterzucken übrig. Die Leiche ist für ihn nur Nebensache. Wichtigeres steht an: Er muss seine entlaufene Ziege wiederfinden. Weit mehr besorgt zeigt sich Kirchengemeinderätin Marion Herr (Christine Huchler), obwohl Brüllmeier die anstehende Heirat seiner Tochter Eva (Laura Vorreiter) mit ihrem Sohn Robert (Michael Geiger) verbieten wollte. Aber in einem Punkt sind sich alle Betroffenen einig: Irgendwer musste ihm den Kopf zurechtrücken. So sieht es sogar seine Frau Kathi Brüllmeier (Nadja Schrapp), die das Schlimmste befürchtet. Auch die Tochter ist auf ihren Vater nicht mehr gut zu sprechen und wünscht ihm nichts Gutes. Also erhält der herrschsüchtige Brüllmeier eine Waschung der besonderen Art. Was das mit ihm macht, ist für alle wie ein Wunder. Die Darsteller haben jedenfalls im gesamten Stück die Lacher auf ihrer Seite und werden von den Zuschauern am Ende mit Applaus bedacht. Für die richtige Beleuchtung, Ton und Technik sorgt in diesem Jahr Georg Strang. Die beiden Debütanten Annika Ritter und Laura Vorreiter meistern ihre Premiere mit Bravour. (zedo)

Aufführungen: 31. Oktober um 19.30 Uhr, 2. November um 19.30 Uhr und 3. November um 18 Uhr. Karten im Vorverkauf gibt es bei Familie Weiske, Telefon 07343/459 (17 bis 19 Uhr).

Um was geht es in dem Stück "Hochwürden auf der Flucht"? Mehr dazu hier: Wie ein tyrannischer Kirchenvorsteher die Gemeinde aufmischt

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