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Konzert

21.07.2020

Carillon findet Anklang

Auf einer großen Videowand konnte das lauschende Publikum im Brunnenhof der Stadtpfarrkirche St. Martin das Carillonkonzert mit dem Würzburger Carillonneur Jürgen Buchner auch optisch mit verfolgen.
Bild: Wilhelm Schmid

Zahlreiche Zuhörer lauschen dem Programm im Brunnenhof der Illertisser Stadtpfarrkirche

Ein „Zeichen der Hoffnung“ in dieser an Kulturveranstaltungen so armen Zeit wolle man setzen – so begrüßte Kirchenmusik-Förderkreisvorsitzender Hans Scherrer das den Umständen entsprechend trotzdem zahlreiche Publikum zum Carillonkonzert. Dieses wurde zweimal hintereinander aufgeführt und hatte damit unter Beachtung der Abstandsregeln guten Anklang gefunden. Der Würzburger Universitätscarillonneur Jürgen Buchner hatte ein vierzigminütiges Programm zusammengestellt, das beide Male starken Beifall fand.

Mit dem „Präludium Nr. 5 in d-Moll“ des in einer flämischen Glockengießerfamilie beheimateten Matthias van den Gheyn (1721-1785) eröffnete Buchner seine Vortragsreihe und rief schon hier wieder einmal zweifaches Staunen hervor: zum einen über die Vielseitigkeit der Klangfarben des inzwischen 51 Glocken umfassenden Carillons und zum anderen über seine Spielfertigkeit, die man auf einer großen Videowand im Brunnenhof detailliert mit verfolgen konnte. Vier Sätze aus der „Partita in C-Dur, GWV 130“ des landgräflich-hessischen Hofkapellmeisters Christoph Graupner (1683-1760) in einer eigenen Bearbeitung von Jürgen Buchner erfreuten durch ihre differenzierte, tänzerische Rhythmik ebenso wie durch ihre Klangpracht. Ein „Andantino espressivo“ des Gitarrenvirtuosen Mauro Giuliani (1781-1829) ließ durch seine Feinfühligkeit der Melodieführung aufhorchen.

Vom großen Carillonmeister Jef Denyn (1862-1941), der die Kunst des Turmglockenspiels in den Beneluxstaaten zur Hochform entwickelt hatte, erklang ein „Ave Maria“, das mit feinstem Tremolo der kleinen hohen Glöckchen in pianissimo endete.

Dass der Filmstar Charlie Chaplin (1889-1997) auch komponiert hatte, ist bekannt; dass man aber seinen wohl berühmtesten Hit „Smile“ auch auf dem Carillon effektvoll aufklingen lassen kann, ist ein Verdienst von Jürgen Buchner, der sich offensichtlich damit genauso einen wirkungsvollen musikalischen Spaß erlaubt hatte wie in den beiden abschließenden Evergreens „I wanna be loved by you“ und „Ein Freund, ein guter Freund“. Anhaltender Applaus dankte dem Künstler hoch droben im Turm seine vorzüglichen Darbietungen.

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