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Illertissen/Neu-Ulm

24.04.2020

Corona: Lehrkräfte nähen für Lehrkräfte

Neun der insgesamt 71 Frauen, die in Heimarbeit Atemschutzmasken nähen. Auf dem Bild sind auch die Organisatorinnen des Nähkreises: Elfriede Blum (Vierte von rechts) und Claudia Heißwolf (Dritte von links).
Bild: Stephanie Scheffold

Plus 100 Kollegen aus den Grund- und Mittelschulen des Landkreises Neu-Ulm wollen 4500 Gesichtsmasken erstellen.

Schulamtsdirektor Ansgar Batzner ist mächtig stolz auf seine Lehrkräfte. Und das kann er auch sein. Denn viele engagieren sich enorm in der pandemiebedingt unterrichtsfreien Zeit. So nähen derzeit rund 100 Kolleginnen und Kollegen aus den Grund- und Mittelschulen im Landkreis Neu-Ulm Gesichtsmasken. Und die Lehrkräfte engagieren sich auch nach an anderer Stelle.

Auch Personal aus der Verwaltung macht mit beim Nähen der Masken

Den größten Nähkreis bilden 71 Lehrerinnen, aber auch Personal aus der Mittagsbetreuung und den Schulverwaltungen sowie engagierte Nachbarinnen und Freundinnen. Die Koordination liegt bei einem Team um die Fachberaterinnen im Landkreis, Elfriede Blum, Claudia Heißwolf und Rita Walcher. „Unser Ziel ist es, bis 27. April 4500 Masken zu fertigen“, sagt Blum. Seit 8. April sind die Näherinnen fleißig am Werk. 2000 Stück haben sie bereits fertig. In der laufenden Woche sollen weitere 2500 Exemplare folgen. „Wir wollen am 25. April zum großen Teil fertig sein, sodass die Masken dann bis nächsten Montag, 27. April, wenn die Schulen wieder öffnen, weitgehend dort verteilt werden können“, so Blum. Hauptsächlich sollen Lehrkräfte und schulisches Personal damit ausgestattet werden.

Fachlehrerinnen nähen Mund-Nasen-Masken

Die ersten 2000 Exemplare sind aus Stoff gemacht, aus dem normalerweise zertifizierte FFP2-Masken hergestellt werden. Sie wurden ausschließlich von Ernährungs- und Gestaltungs-Fachlehrerinnen der Grund- und Mittelschulen genäht. „Die Fertigung war sehr aufwendig. Gleichwohl verliert der Spezialstoff beim Waschen seine elektrostatische Schutzwirkung“, erläutert Blum. Deshalb sei überlegt worden, wie das Verhältnis von Aufwand zu Nutzen optimiert werden könne. Heraus kam das Muster 2, von dem jetzt 2500 Masken produziert werden: Die Schutzmaske aus herkömmlichem Stoff mit Inlay aus „FFP2-Stoff“ erfülle das Anforderungsprofil vollkommen, stellt Blum heraus. Für die ursprünglichen aufwendigen FFP2-artigen Masken benötigten die Näherinnen für 50 Stück mit Zuschneiden circa fünf bis sieben Stunden. Die Herstellung der einfacheren Masken dauert circa drei bis vier Stunden.

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Für Grundschulen entstehen Masken aus Baumwollstoff und Fleece

Sehr produktiv ist – neben weiteren – eine zweite schulische Nähgruppe im Landkreis Neu-Ulm. Im Lehrerzimmer der Bischof-Ulrich-Grundschule in Illertissen trafen sich bislang viermal insgesamt 15 Lehrkräfte und nähten bis dato 150 einfache Schutzmasken. Weitere 80 sind noch in Arbeit. „Wir benutzen Baumwollstoff und bügeln Fleece auf“, erklärt Silvia Lang. Erhalten sollen die Masken die Lehrerinnen und Lehrer an den Grundschulen in Illertissen und Tiefenbach.

Einsatz im Tafelladen

Gemeinnütziges Engagement zeigen Lehrerinnen und Lehrer in der Corona-Krise auch, indem sie sich für bedürftige Mitbürgerinnen und Mitbürger als Helfer in den Tafelläden einsetzen. Wie etwa Natalia Rink, Lehrerin an der Bürgermeister-Engelhart-Grundschule in Senden, begutachten und sortieren sie Lebensmittel, welche die Tafeln aus Supermärkten und aus der Gastronomie gespendet bekommen. Anschließend packen sie Lebensmittel-Päckchen, die dann an die Bedürftigen ausgeliefert werden. „Etwas Gutes zu tun in der freien Zeit, die ich nun mehr habe“, gibt Natalia Rink als Motivation an. Damit liegt sie mit den „Näherinnen“ auf einer Wellenlänge. „Die Arbeit macht Spaß und ist sinnvoll“, sagt Silvia Lang. Elfriede Blum sieht ebenfalls zweierlei Sinn in ihrer Aktion: „Wir können helfen und stärken gleichzeitig unseren Teamgeist.“ (az)

Eine Anleitung für die aktuelle Maske gibt es hier.

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