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Babenhausen

19.11.2020

Corona füllt die Regale im Babenhauser Rot-Kreuz-Laden

Bevor der Rot-Kreuz-Laden seine Türen öffnet, sortieren an diesem Tag (von links) Anne Schmieder, Vroni Paul-Weber und Erika Kalischek die neuen Kleidungsstücke.
Bild: Fritz Settele

Plus Offenbar haben viele in den vergangenen Monaten ihre Kleiderschränke durchforstet. Der Babenhauser Rot-Kreuz-Laden nimmt derzeit nur noch Winterkleidung an – und sucht zusätzliche Helfer.

„Gutes aus zweiter Hand“: So lautet das Motto des Rot-Kreuz-Ladens in Babenhausen, der seinen fünften Geburtstag feiert. Nicht nur das ist ein Grund zur Freude in dem „Sozialkaufhaus“ in der Stadtgasse, sondern auch, dass es in diesem Jahr umfangreiche Lieferungen erhielt. Offensichtlich haben viele Bürger die Corona-Einschränkungen genutzt, um zu Hause ihre Kleiderschränke zu durchforsten.

Mittlerweile sind die Regale und Lager weitgehend gefüllt. Deshalb nimmt der Laden derzeit nur noch Winterkleidung in „übersichtlichen Mengen“ entgegen.

Die Babenhauserin Vroni Paul-Weber verantwortet und betreut die insgesamt fünf Unterallgäuer Rot-Kreuz-Läden. Sie freut sich über die große Resonanz, die der sozialen Einrichtung im Fuggermarkt zuteilwird. Die Nachfrage sei ungebrochen. Wo gibt es schon Hemden und Hosen für zwei Euro das Stück?

Allerdings macht sie auch klar, dass es sich bei einem Rot-Kreuz-Laden nicht um eine Möglichkeit zur „Entrümpelung oder gar Entsorgung von alten Kleidungsstücken“ handelt. Vielmehr bieten Einrichtungen wie die in Babenhausen „eine große Auswahl an besten Waren aus zweiter Hand zu sozialen Preisen“ an.

In den vergangenen Monaten war eine deutliche Steigerung bei den Anlieferungen zu verzeichnen. Vroni Paul-Weber sagt, dass die Kleidungsstücke durchaus ordentlich waren, allerdings habe es immer wieder Lieferungen gegeben, die nicht ins Sortiment passten. „Sauber, tragbar und in übersichtlichen Mengen“ lautet nach ihren Worten die Devise. Aus diesen Gründen wird derzeit verstärkt darauf geachtet, nach einer ersten, groben Sichtung Kleidung nicht anzunehmen, die nicht mehr vermittelbar ist. Eine Jacke oder Hose, die man selbst aus modischen Gründen nicht mehr anziehen möchte, sollte auch nicht im Rot-Kreuz-Laden landen. „Altbackene“ Teile finden keine Abnehmer. Man sollte nur das abgeben, was man selbst eventuell noch anziehen würde.

Auch die Nachfrage ist gestiegen

Zudem weist Vroni Paul-Weber darauf hin, dass einige der Kleiderspenden zwischen den Rot-Kreuz-Läden in Babenhausen, Bad Wörishofen, Memmingen, Mindelheim und Ottobeuren rotieren. So soll gewährleistet werden, dass abgegebene Kleidung nicht bereits am nächsten Tag wieder durch denselben Ort spazieren getragen wird. Neben Kleidungsstücken für Männer und Frauen bietet der Rot-Kreuz-Laden auch andere Dinge an, beispielsweise Spielzeug und gut erhaltene Kinderartikel wie Autositze. Auch Bettwäsche und Geschirr sind zu finden.

Der Rot-Kreuz-Laden in der Babenhauser Stadtgasse.
Bild: Fritz Settele

Vroni Paul-Weber sagt, dass sich heuer nicht nur die Anlieferungen erhöhten, sondern parallel dazu die Nachfrage. Auch wenn die Preise niedrig sind, verbleibe aufgrund des guten Umsatzes ein kleiner Gewinn, welcher der Förderung der Sozialarbeit und der ehrenamtlichen Aktivitäten des BRK-Kreisverbands Unterallgäu zufließt. Die Pandemie war aber auch für einen erheblichen Ausfall verantwortlich: Weil der Frühjahrs- und der Gallusmarkt nicht stattfanden, fielen die beiden umsatzstärksten Tage flach. Dabei werden ansonsten die höchsten Tagesumsätze erzielt, sogar auf Landkreisebene.

2000 Einsatzstunden kommen zusammen

Der Erlös ist vor allem darauf zurückzuführen, dass sich die rund 20 Helferinnen – Männer sind rar – alle ehrenamtlich engagieren. So kommen trotz zeitweiser coronabedingter Geschäftsschließung in diesem Jahr rund 2000 Einsatzstunden zusammen. Allerdings will Paul-Weber nicht verhehlen, dass zusätzliche helfende Hände guttäten. Vor allem würde sie sich über die eine oder andere jüngere Mitarbeiterin freuen, gehört doch ein Großteil der Freiwilligen altersbedingt der Risikogruppe an. Und noch etwas liegt ihr am Herzen: „Es können alle hier einkaufen, wobei für soziale Härtefälle das Rote Kreuz auch Berechtigungsscheine ausgibt, womit sich dann die – ohnehin absolut niedrigen – Preise halbieren“.

Die Öffnungszeiten: Montags bis mittwochs von 9 bis 12.30 Uhr und donnerstags und freitags von 9 bis 17 Uhr.

Lesen Sie auch: So läuft die Arbeit der Illertisser Tafel zu Corona-Zeiten


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