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Vöhringen / Illerberg

08.02.2019

Das Bräuhaus in Illerberg wird zur unendlichen Geschichte eines Umbaus

Aus dem Bräuhaus in Illerberg wird nach und nach ein Wohnhaus. Nach einem Baustopp von rund einem halben Jahr ist es jetzt wieder eingerüstet. Die Arbeiten gehen also weiter. Im Spätsommer sollen die Bewohner einziehen können – so der Plan.
Bild: Balken

Plus Neun Appartements sollen in dem ehemaligen Bräuhaus in Illerberg entstehen. Doch bis dahin war und ist es noch ein langer Weg. Was alles dazwischen kam.

Wer schon einmal ein Haus gebaut hat, kann ein Lied von den Tücken singen, die während der Bauzeit auftreten können. Wer sich aber daran macht, in einem historischen Gebäude Wohnungen einzurichten, der kann wohl gleich mehrere Lieder davon singen, wenn er beim Umbau auf ungeahnte Schwierigkeiten stößt. Um das zu überstehen, braucht es Zeit – und Geld. Diese Erfahrung machte jetzt Wolfgang Kling aus Hittistetten. Er will aus dem Bräuhaus in Illerberg ein Wohnhaus machen. Aber das war leichter gedacht als getan.

Bräuhaus Illerberg: Interessenten können noch nicht einziehen

2017 hatte Kling, Chef der gleichnamigen Firma für Nutzfahrzeuge in Hittistetten, das Gebäude im Ortsmittelpunkt von Illerberg gekauft. Sein Ziel war es, neun Wohneinheiten in dem Altbau zu schaffen (wir berichteten). Die Arbeiten an dem Gebäude begannen Anfang 2018. Zunächst hieß es, das Haus auskernen. Dann wurden neue Fenster eingebaut und somit Schritt für Schritt mit dem Umbau begonnen. Beauftragt war damit eine Münchner Firma. Die erstellte die notwendige Statik. Aber damit war es nicht getan. Das Landratsamt verlangte eine Prüfstatik. Denn in Deutschland ist es – bei besonderen Bauten – vorgeschrieben, eine bereits vorliegende Statik überprüfen zu lassen. Das ist dann eine sogenannte „Prüfstatik.“ Die sollte von einem Ulmer Ingenieurbüro für Tragwerksplanung kommen. Aber auf das Ergebnis musste Bauherr Kling warten.

Baustopp am ehemaligen Bräuhaus in Illerberg?

Das Bräuhaus in Illerberg wird zur unendlichen Geschichte eines Umbaus

„Der August war Ferienmonat und bei der Vielzahl von Neubauten, musste ich mich ganz hinten anstellen.“ Das Büro stellte schließlich fest, dass die Statik nicht ausreichend sei – es müssten Stahlträger an bestimmten Stellen eingezogen werden, hieß es. Das Landratsamt, das über diese Aussage informiert worden war, verhängte sofortigen Baustopp. Alle Arbeiten mussten eingestellt werden.

Ein Schlag ins Gesicht für den Bauherrn

Das war für Kling ein Schlag ins Kontor. Denn es gab bereits Käufer für die Appartements. Die Interessenten konnten so aber nicht fristgerecht einziehen. Das heißt, sie müssen bis zur Fertigstellung des Baus in einem Hotel auf Kosten des Bauträgers übernachten. So schlug Kling dem Landratsamt vor, an nicht „Statik relevanten“ Teilen des Hauses weiterbauen zu dürfen. Doch dafür bekam Kling keine Erlaubnis. Die Antwort des Sachbearbeiters war: „Eingestellt ist eingestellt.“ Das war bereits am 26. Juli 2018. Jetzt mussten also erst die Stahlträger im Erdgeschoss, im ersten und zweiten Obergeschoss eingezogen werden. „Ein Kraftakt“, wie Kling sagt, „denn die Träger mussten von zwölf Männern hochgestemmt werden.“

Aber das Einziehen der Träger war nicht der einzige zeitliche Hemmschuh. Das Gerüst um das Haus war aus Gründen der Bausicherung während des Baustopps abgebaut worden. Und dann das: Im Herbst gab es mehrere starke Stürme. Dachplatten lösten sich aus der Halterung und landeten auf öffentlichen Verkehrsflächen. Die Feuerwehr rückte an und mahnte Kling Vorkehrungen zu treffen, damit dies nicht wieder passieren kann. Das hieß für Kling, das Gerüst wieder aufzubauen, weil man sonst nicht aufs Dach kam. Nachdem die Platten abgesichert waren, konnte mit offizieller Erlaubnis, die am 28. Dezember 2018 eintraf, weiter gebaut werden. Der Baustopp war aufgehoben.

Schwarzarbeiter? - Die Gerüchteküche brodelt

„Ein richtiges Ärgernis“, so Kling, „waren aber Klagen, die an die Stadt Vöhringen heran getragen wurden, ich würde Schwarzarbeiter auf dem Bau beschäftigen.“ Diese Vorwürfe weist er mit Nachdruck zurück.

Die Gerüchteküche brodelte dennoch weiter. Weil so lange nichts am Bau geschah, hieß es, dem Bauherrn wäre die finanzielle Puste ausgegangen und jetzt würde das alte Bräuhaus versteigert werden. Doch diese Gerüchte nahm Wolfgang Kling gelassen.

Weniger entspannt nahm er hingegen die Steigerung der Umbaukosten auf rund 1,2 Millionen Euro hin. Darin ist der Kaufpreis mit inbegriffen. Trotz allem ist Bauherr Kling aber immer noch zuversichtlich, dass das Projekt in diesem Sommer fertig wird. Gearbeitet werde nämlich auf Hochtouren.

Wie sich ein spezieller Burger-Imbiss in Vöhringen schlägt, lesen Sie hier: Imbiss mal anders mitten in Vöhringen

Und was Vöhringen für die Umwelt tut, gibt es unter diesem Link: Was die Stadt Vöhringen für die Umwelt tut

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