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Oberroth

27.11.2018

Das „Muggaseggele“ ist ihr schwäbisches Lieblingswort

Lieselotte Koch (Mitte) wurde vom Vorsitzendem Erwin Reiter für ihren Vorschlag „Muggaseggele“ beschenkt. Rechts im Bild: Edith Burkhart-Funk.
Bild: Claudia Bader

Oberrother Hobbygärtner küren den beliebtesten Begriff in ihrem Dialekt.

Wenn es auf Genauigkeit ankommt, rechnen die Oberrother nicht mehr in Zentimetern und Litern, sie haben ihr eigenes Maß: das „Muggaseggele“. Dieses schwäbische Wort beschreibt eine sehr kleine Einheit, beispielsweise für Länge. Auf dieses Wort gekommen sind die Oberrother bei der Herbstversammlung des Vereins für Gartenbau und Landespflege. Denn dort hatten die Mitglieder diesmal die Chance, ihr liebstes schwäbisches Wort zu küren. Und mit Abstand siegte – ja, genau – eben dieses Wörtchen „Muggaseggele“. Es folgten die Bezeichnungen „Grottenstengel“ (krauser Ampfer) und „Hoigata“.

Die Wahl fiel aber nicht einfach so: Die Dialektforscherin Edith Burkhart-Funk war extra aus Niederraunau ins Rothtal gekommen, um in ihrem Vortrag „Von den Lautsprachen zu den Schriftsprachen“ die Entstehung der Vielzahl an Dialekten im deutschen Sprachraum zu beleuchten. Anschaulich erläuterte sie den Unterschied der in einzelnen Regionen gesprochenen Umgangs- und Alltagssprachen.

„Muggaseggele“ gewinnt mit Abstand vor „Hoigata“ und „Grottenstengel“

Als Vorsitzender Erwin Reiter die Versammelten dann bat, ihre schwäbischen Lieblingswörter zu nennen, sprudelten diese aus den zahlreichen Besuchern geradezu heraus: „Hagamoisa“, „Goggelesbloma“, „Zuber“, „Gredda“, „Rosmugga“, „Buzzale“, „greane Krapfa“, „Werftighäs“ sowie „Babbadeckel“ und „Hoizastecka“. Genau 45 Wörter, die die Oberrother teilweise von ihren Eltern und Großeltern übernommen haben, schrieb die Dialektforscherin an die Tafel. Bei der schriftlichen Abstimmung erwies sich das von Lieselotte Koch vorgeschlagene „Muggaseggele“ dann als der eindeutige Sieger. Aber was ist das denn eigentlich? Ein „Muggeseggele“ ist im alemannischen Dialekt eine scherzhaft gebrauchte, sehr kleine Einheit für beispielsweise Länge, Volumen, Gewicht oder Zeit. Sie bezieht sich auf das Geschlechtsorgan der männlichen Stubenfliege. Im schwäbischen Dialekt wird die Stubenfliege mit etwa sieben Millimeter Körperlänge nämlich als „Mugg“ bezeichnet.

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Neben dem „Muggaseggele“ regten auch weitere Wörter die Vereinsmitglieder zu Gesprächen über ihre Kindheit an. Mit einer Tombola klang die Versammlung aus.

Was sich sonst noch in Oberroth alles getan hat, lesen Sie hier: Bürgermeister Graf zieht in Oberroth Bilanz

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