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Jubiläum

26.09.2013

Den rechten Weg im Leben gehen

Gute Laune herrscht in der Runde der Georgs-Pfadfinder. Von links Joachim Klement, Klaus Gutermann-Georg, Volker Skrabal und Tobias Kuder.
Bild: Ursula Katharina Balken

Vöhringer St.-Georgs-Pfadfinder gibt es schon seit 60 Jahren

Vöhringen „Du bist bei den Pfadfindern? Braucht’s die noch, wo doch jeder heute im Auto ein Navi hat?“ Fragen wie diese, mit leichtem Spott, sicher nicht bös’ gemeint, hören Pfadfinder heute schon mal öfter. Die Fragen zeugen davon, wie wenig man heute über die Pfadfinder weiß. Dabei sind sie eine sehr lebendige Gemeinschaft, wie erst jüngst das 60. Gründungsfest der St.-Georgs-Pfadfinder der Michaelspfarrei zeigte.

Stamm Don Bosco mit 27 Mitgliedern

Die Gruppe der deutschen Pfadfinderschaft St. Georg, Stamm Don Bosco, in der Michaelspfarrei besteht aus 27 Mitgliedern, fünf davon sind Mädchen und junge Frauen. Die Führungsrunde, der Joachim Klement, Klaus Gutermann-Georg, Volker Skrabal und Tobias Kuder angehören, trifft sich regelmäßig im Pfarrheim. Sie alle machen kein großes Aufheben um sich. Sie gibt es einfach und sie sind da, wenn sie gebraucht werden.

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Stellt sich die Frage, was bewegt Jugendliche oder auch Familienväter zu diesem Engagement? Die Antwort darauf gibt Joachim Klement: „Pfadfinder zu sein, ist eine Lebenseinstellung. Es gibt so viele Leitlinien in unserer Gemeinschaft, die man im täglichen Leben anwenden kann. Klement ist 42 Jahre alt. „Ich schätze die Werte, die wir vermitteln wollen. Zum Beispiel ein Leben in Wahrheit.“ Ein alter Pfadfindergrundsatz heißt, der Starke schützt den Schwachen. „Sehr oft werden die Schwachen in dieser Gesellschaft untergebuttert. Wir wollen uns dafür einsetzen, dass wir diesen Schwachen helfen.“

Tobias Kuder, 21 Jahre alt, schätzt die Gemeinschaft und den Zusammenhalt. Den wollen sie wieder einmal mit einem neuen Projekt unter Beweis stellen. Sie drehen einen Kurzfilm über die Pfadfinder in Vöhringen, dem es an heiteren Pointen nicht fehlen wird, verspricht Tobias Kuder.

Volker Skrabal sagt, Pfadfinder hinterfragen die Dinge des Lebens, sie engagieren sich. „Wir wollen so eine Art Gegenpol zu dieser beschleunigten Welt setzen, die Gemeinschaft leben, die Natur entdecken und sie vor allem Kindern und Jugendlichen zugänglich machen. Man könnte das auch nennen, fit machen für das Leben.“ Was er so besonders gut am Pfadfindergedanken findet, ist das Offensein für alle, Toleranz zu üben, ein Leben in tätiger Solidarität. Das sei übrigens eine der Leitlinien der Pfadfinderschaft. Werte leben, sie weitergeben, das sei Ziel.

Klaus Gutermann-Georg ist mit 53 Jahren der Älteste der Vöhringer Pfadfindergemeinschaft. Er trat 1974 in Biberach/Riß den Georgs-Pfadfindern bei. Er war damals 14 Jahre alt. Als ein Umzug nach Vöhringen anstand und auch schon Kinder da waren, lag der Gedanke nahe, sich den Vöhringer Pfadfindern anzuschließen. Dass Gutermann-Georg dann in eine Leiterrolle hineinwuchs, geschah mehr aus Zufall. Damals, so berichtet Joachim Klement, gab es einen akuten Leitermangel. „Da sprang Klaus ein. Dabei blieb es nicht. Jetzt gehört er fest zur Führungsrunde.“

Einmal mitgegangen und dabeigeblieben

Da alles in der Familie bleibt, schloss sich auch Tochter Cora Georg, 18, den Vöhringer Georgs-Pfadfindern an. Sie brachte ihre Freundin Verena Hampel, 16 Jahre alt, mit. „Erst bin ich mal so mitgegangen und dann dabei geblieben.“ Alle sind sich einig, dass die Pfadfinder Geborgenheit und Vertrauen geben, wie in einer Familie. Alexander Stucke ist 17 Jahre alt. „Meine Kumpel waren bei den Pfadfindern und dann habe ich mich denen angeschlossen.“ Sport und viel Gemeinschaft, das ist etwas, an dem Alexander Gefallen findet und sich deshalb wohl in der Runde fühlt.

Das 60. Gründungsfest wurde in Langenneufnach bei Augsburg gefeiert. Ein Zeltlager mit einem Baseball-Turnier war genau der richtige Rahmen, auch gab es eine Feldmesse, die bei dem schönen Wetter als etwas Besonderes angesehen wurde. In Vöhringen wurde nachgefeiert, mit einer Messe in der Marienkirche und mit einem geselligen Abend, der der Erinnerung gewidmet war. Die Pfadfinder bringen sich ins Leben der Pfarrei ein. Sie fertigen Osterkerzen, die verkauft werden, und sie sind in der Osternacht für das Feuer vor der Auferstehungsfeier zuständig. Joachim Klement: „Und es meckert niemand, wenn er an diesem Tag um 4 Uhr früh aus den Federn muss.“

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