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Vöhringen

17.12.2020

Der Wieland-Zug in Vöhringen ist gerettet

Zwei Mal täglich rattert der Wieland-Zug durch die Stadt. Nun hatte das Unternehmen überlegt, den Transport von der Schiene auf die Straße zu verlegen. Die Verantwortlichen haben sich aber letztlich dagegen entschieden.
Bild: Roland Furthmaier

Plus Das Unternehmen stellt den Bahnverkehr zu seinem Werk an der Iller nicht ein. Wieland will damit auch ein klares Zeichen für Nachhaltigkeit setzen.

Die leuchtend gelb und rot gestrichene Lok gehört für viele Vöhringer zum Stadtbild. Zwei Mal am Tag zieht sie schwer beladende Waggons durch den Ort bis hin zum Wieland-Werk. Und das mit Tradition: Seit mehr als 100 Jahren bedient die Deutsche Bahn das Werksgelände an der Iller. Quer durch Vöhringen von West nach Ost überquert der Zug mindestens vier Straßen wie die Weidachgasse, die Illerzeller Straße, die Ulmer Straße und Zur Säge.

Nur weil Dinge schon immer so waren, müssen sie nicht immer die beste Option sein. Für den Wieland-Zug gilt das aber nicht. Er darf weiterhin seinen Dienst tun. Das hat das Unternehmen, das heuer seinen 200. Geburtstag feiert, nun nach einem aufwendigen Evaluierungsprozess entschieden. Die entsprechenden Verträge mit der Deutsche Bahn-Tochter DB Cargo werden verlängert. So werden schwere Kupferkathoden, Schrotte und Halbzeuge aus Kupfer und Kupferlegierungen weiterhin auf der Schiene statt auf der Straße zum Vöhringer Werk gebracht.

Gerüchte über Aus für den Zug machten schon seit mehreren Wochen die Runde

Die Gerüchte, dass Wieland den Betrieb seines Zuges einstellen will, hatten im Vorfeld einige Bürger beunruhigt. Ihre Befürchtung: Fährt der Zug nicht mehr, rollen einige Lastwagen mehr durch den Ort. Denn mit im Schnitt zwei Mal täglich sechs bis sieben Waggons schafft die Lok eine ordentliche Menge Material hin zur größten Produktionsstätte von Wieland und wieder weg. Manch Vöhringer hat aber auch schon bis zu 20 Wagen gezählt.

Die Bürger fürchteten mehr Lärm und mehr Abgase in ihrer Stadt. Schließlich liegt die Zufahrt zum Werk relativ zentral und die Lastwagen müssen notgedrungen ein Stück durch die Stadt, insbesondere über die Illerzeller Straße fahren. Wieland hatte diese Gerüchte vor einigen Wochen auf Anfrage unserer Redaktion nur insofern bestätigt, als dass sie den Evaluierungsprozess einräumten.

Nun ist die Entscheidung zugunsten des Zuges gefallen, die dazu beitragen wird, dass das „stets wachsende Verkehrsaufkommen deutlich begrenzt wird“, wie das Unternehmen nun mitteilt. Auch das spielte eine Rolle in den Überlegungen der Geschäftsführung der vergangenen Wochen wohl eine Rolle.

Viele Gründe sprechen für den Zug

Wie das Unternehmen mit Hauptsitz in Ulm erklärt, ging es in der Entscheidung um ein Gesamtbild aller Aspekte, wie beispielsweise auch die Gefährdung der Sicherheit auf den Verkehrswegen im Werk. Genau so wurden vor diesem Hintergrund die hohen Anforderungen an Arbeitssicherheit, neu artikulierte Ansprüche an Umweltschutz und Flächennutzung bewertet.

Auch Kostenüberlegungen wurden bei der Entscheidung für die Weiterführung des Bahnbetriebs angestellt. Der Unterhalt einer Gleisstrecke verursacht schließlich Kosten in nicht unerheblicher Höhe.

Mitentscheidend war auch, dass der CO2-Ausstoß für den Transport von Vormaterial und Schrotten niedriger gehalten werden kann, als das bei der Alternative über Lastwagen-Transport möglich wäre. So leistet Wieland mit seiner Entscheidung, am Zugverkehr festzuhalten, auch einen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz, den sich der Betrieb nach eigener Darstellung auf seiner Website auf die Fahnen geschrieben hat. So wirbt das Unternehmen für sich auch mit dem Satz: „Hohe technische Kompetenz, kundenorientiertes Denken und Nachhaltigkeit bestimmen das Handeln und begründen seit 1820 den Erfolg des Unternehmens.

Lesen Sie auch: 200 Jahre Wieland: Optimismus trotz Krise

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18.12.2020

Die Deutsche Bahn gibt es erst seit 26 Jahren!
Vor der Deutschen Bahn gab es die Deutsche Bundesbahn und vor der Bundesbahn die Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft.

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