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05.07.2010

Die Kunst, Kunstwerke reifen zu lassen

Die beiden Illertisser Malerinnen Andrea Limbach-Kuntschik (links) und Madeleine Schuster (rechts) umrahmen die Bildhauermeisterin Juditha Berschin aus Weißenhorn. Foto: birm
Bild: birm

Illertissen Bürgermeisterin Marita Kaiser brachte es bei ihren kurzen Grußworten im Rahmen der Eröffnung der aktuellen Ausstellung auf den Punkt: "Es ist eine tolle Sache, dass die einzelnen Mitglieder des Kunstzirkels im "Schau-mal-rein- Haus" so viel Freiraum erhalten, um ihre künstlerischen Arbeiten zu präsentieren."

Die Erste Vorsitzende des Kunstzirkels Hedwig Gaile und die Besucher der Vernissage freuten sich über die faszinierende Mischung der gegenständlichen und abstrakten Werke: Objekte und Stelen aus Holz, Stein und Bronze der Weißenhorner Bildhauermeisterin Juditha Berschin und großformatige Bilder in Acryl- und Ölmaltechnik von Madeleine Schuster und Andrea Limbach-Kuntschik aus Illertissen.

Die Künstlerinnen verbindet Ausdauer und Kreativität

Alle drei Künstlerinnen verbindet die Ausdauer und Kreativität, in einem meist längeren Prozess ihre persönlichen, aussagekräftigen Kunstwerke reifen zu lassen, ohne zu Beginn immer bereits das fertige Objekt oder Bild vor Augen zu haben. Bei Juditha Berschin ist es zum Beispiel ein Lindenholzstamm, aus dem sie zunächst mit der Kettensäge den groben Rohling geschnitten hat, um dann mit traditionellen Werkzeugen wie Klüpfel und Schnitzeisen einen Golfspieler samt Ball und Golftasche auf der später grün bemalten Grundfläche herauszuarbeiten.

Die Kunst, Kunstwerke reifen zu lassen

Ein Neugeborenes eingebettet in schützende Hände, der Totenkopf daneben - Leben und Tod - nennt Berschin ihre Exponate aus weißem Carrara-Marmor; gegenüber auf zwei schmalen Stelen aus poliertem Granit thronen die kleinen gegossenen Bronzeplastiken "Maske" und "Torso".

Die abstrakten Acrylbilder auf Leinwand und Holz von Madeleine Schuster zeichnen sich meist durch vielfältige Untergründe aus, wie etwa Sand, Gips oder ein Stück eines Seidenbandes. Es sind zum Teil imposante Flächen, einmal in kräftigen Gelb- und Grüntönen, ein anderes Mal in zurückhaltendem Beige gehalten, die den Blick des Betrachters ruhig über die Bilder gleiten lassen, ohne den Fokus auf einzelne Details zu richten.

Auch Andrea Limbach-Kuntschik, die seit einigen Jahren Malkurse bei der Volkshochschule im Landkreis Neu-Ulm gibt, hat ihre Bilder - mit fließenden Übergängen vom Realismus zur Abstraktion - in vielen Arbeitsschritten gemalt, gespachtelt, gewischt, gekratzt, geklebt oder gar die Farbe einfach auf die Leinwand geschüttet. In einer feurig in gelb, orange und rot leuchtenden Collage findet sich, unter verschiedenen Farbaufträgen halb versteckt, ein gemalter Distelfalter, der dem Werk eine besondere Spannung verleiht, wieder.

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