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Illertissen

05.11.2019

Die Musiknacht in Illertissen wird sicherer

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Während der Musiknacht in Illertissen wird meist fröhlich gefeiert, der Besucherzustrom ist ungebrochen. Dennoch muss mehr für die Sicherheit getan werden.
Bild: Alexander Kaya

Plus Der Bürgermeister wünscht sich nach Rücksprache mit der Polizei mehr privates Wachpersonal auf Straßen und Plätzen. Und: Der Freiluftausschank stellt ein Problem dar

Die Musiknacht soll wieder so werden wie früher, das wünscht sich Bürgermeister Jürgen Eisen. 2015 zogen erstmals Scharen von Menschen entspannt durch die Stadt und bekamen in vielen Lokalitäten ein äußerst breit gestreutes Angebot serviert. So ging das auch in den folgenden Jahren, nur heuer gab es einige unschöne, alkoholbefeuerte Szenen, welche die bis dahin makellose Erfolgsbilanz der Veranstaltung ein wenig eintrübten. Dem will die Stadt nun einen Riegel vorschieben. Nach einem Gespräch mit der Polizei weiß der Bürgermeister auch schon wie. Nun müsse nur noch der Stadtrat zustimmen.

Als ein Grundproblem der diesjährigen Musiknacht erwies sich offenbar der Ausschank im Freien. Nach Beobachtung von Eisen seien vor drei Gaststätten Alkoholika verkauft worden, obwohl dort überhaupt keine Band gespielt habe: „Das geht nicht“, sagte der Bürgermeister, die Stadt wolle das unterbinden. Eine unangenehme Begleiterscheinung der Musiknacht waren die vielen Scherben, die vor allem auf dem Marktplatz den Boden bedeckten. Dagegen möchte der Bürgermeister mit einer Art Doppelstrategie vorgehen, einerseits einem neuen Pfandsystem und andererseits mit einer städtischen Verordnung.

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Vielleicht war das verlangte Gläserpfand in Höhe von zwei Euro noch zu billig, sodass es mancher nicht unbedingt lohnend fand, das Leergut wieder zurückzugeben. Möglicherweise lasse sich dagegen mit einem Kunststoffbecher vorgehen. Der könnte etwa mit einem eigenen Motiv für die Illertisser Musiknacht bedruckt werden. Wer das Geld wiederhaben möchte, kann ihn entsprechend zurückgeben, oder aber das unzerbrechliche Stück als Souvenir mit nach Haus nehmen. So etwas hat sich bei großen Open-Air-Festivals bewährt.

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Doch dass es derart viele Scherben gab, lag nicht nur am Freiluftausschank, sondern auch daran, dass etliche Gäste von auswärts mit dem Zug anreisten. Ihren „Treibstoff“ brachten sie entweder mit oder besorgten ihn sich im Supermarkt. Gelage unter freiem Himmel könnte eine entsprechende städtische Satzung verbieten, wie Eisen erläutert. Die würde an bestimmten Tagen, wie etwa der Musiknacht, das Trinken auf Straßen und Plätzen verbieten. Es geht dem Bürgermeister nicht darum, das Ereignis trockenzulegen, wie er betont: „Innen drin in den Gaststätten ist das ja kein Problem.“ Mit einer entsprechenden Satzung könne dann rechtzeitig gegen trinkfreudige Besucher vorgegangen werden, denen der Sinn eigentlich weniger nach Musik als vielmehr nach Rausch und Rummel steht. „Mit einer entsprechenden Satzung haben wir eine Handhabe“, sagte Eisen.

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Was zudem heuer den allgemeinen Musikspaß störte, waren einige Schlägereien, bei denen natürlich auch der Alkohol eine Rolle spielte. Diese Art von Ärger soll einerseits durch eine erhöhte Polizeipräsenz unterbunden werden, andererseits will die Stadt mehr Security-Personal auf Streife schicken. In diesem Jahr schauten erstmals sechs private Wachleute nach dem Rechten, künftig wünscht sich der Bürgermeister zehn: „Die werden wir brauchen.“ Die Kosten dafür trage die Kommune. Früher hatte die Stadt den Gastronomen eine kleine Anschubfinanzierung gewährt, um ihnen die Teilnahme schmackhaft zu machen. Das Geld fällt mittlerweile weg, dafür übernimmt die Stadt die Kosten für die Wachleute. Über die höheren Sicherheitskosten müsse der Stadtrat entscheiden.

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Mit den neuen Maßnahmen will Eisen erreichen, dass die Musiknacht wieder so wird wie früher: „Da war Illertissen voll mit Leuten, die alle gut drauf waren. Wir wollen es wieder so hinbringen, wie in den ersten Jahren.“ Eintritt zu verlangen, wie das in anderen Orten üblich ist, davon hält der Bürgermeister nichts. Illertissen gehe eben einen anderen Weg. Den will er noch weiter ausbauen und möglichst alle Bevölkerungsschichten ansprechen. Das habe in diesem Jahr gut geklappt. So spielte etwa in der Schranne die Kapelle Oldie Dreams zum Tanz auf und sprach damit erfolgreich ein älteres Publikum an. Eisen: „Wir sollen einfach allen etwas bieten und eine möglichst breite Streuung erreichen.“

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