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Illertissen

12.05.2017

Die Schwabengilde wird 40 und feiert

Gildemeisterin Maria Störk greift gerne mal zum Waschbrett, wenn es gilt, die Musiker auf originelle Weise zu unterstützen.

Die Matzenhofer Poeten haben mit Theo Waigel als letztes lebendes Gründungsmitglied einen prominenten Gast. Was sie heuer noch alles vorhaben.

Die Matzenhofer Schwabengilde ist 40 und somit im besten Alter. Denn wie es so schön heißt, wird der Schwabe mit 40 Jahren weise. Das ist den Mundart-Poeten heute Abend im Historischen Stadttheater Weißenhorn im Kreis 90 geladener Gäste eine Feier wert. Gildemeisterin Maria Störk aus Pfaffenhofen freut sich, dabei Theo Waigel begrüßen zu können.

Er ist als einziger von 13 Gründungsmitgliedern noch am Leben, die sich auf Initiative des Tiefenbachers Heinrich Finkele 1977 anlässlich der „Poetenwallfahrt“ in Matzenhofen zusammentaten. Erich Rueß aus Grafertshofen erzählt, wie er ein Jahr später sofort dazugestoßen ist, als er von der Gilde hörte: „Sie dient dem Erhalt der schwäbischen Sprache und Kultur in lyrischer und musikalischer Form.“ Er kannte Finkele noch als Verfasser von „D’r Buchfink v’rzählt“ .

Doch die Gilde belässt es nicht beim Feiern. Im steten Bemühen, die schwäbischen Mundarten lebendig zu halten, werden sie noch einen besonderen Weg beschreiten, einen „Poetenweg“ in Matzenhofen. Die Idee, die Gründungsstätte wieder mehr in ihre Aktivitäten einzubeziehen, gibt es schon länger. Nun wird ein echter Poetenweg eingerichtet mit zehn Lyrik-Stelen zum Ablaufen. Die Einweihung am 18. Juni steht fest. Gildemeisterin Störk erklärt, dass die Verse regelmäßig ausgewechselt werden. An Nachschub dürfte es nicht mangeln: Im Lauf von 40 Jahren hat sich ein beachtenswerter literarischer Schatz angehäuft – etwa von Liesl Bee (Illerberg), Anni Galler (Illertissen) oder Arthur Jall (Babenhausen). Spaziergänger werden sich über die unverbindlichen Kostproben amüsieren.

Maria Störk gehört seit acht Jahren dem Vorstand an und hat nach dem plötzlichen Tod des Gildemeisters „Zinkel Schorsch“ vor mehr als zwei Jahren die Nachfolge angetreten. Ihren Vorgängern zollt sie Respekt, denn „ohne ihre Verbundenheit zur schwäbischen Sprache hätte die Gilde nicht fortbestehen können“. Derzeit umfasst der Verein 83 Mitglieder mit Wohnorten teils außerhalb des Landkreises, was für seine Inhalte und Ziele spricht. Der Jahresbeitrag von sechs Euro ist gering. „Wir erhalten auch Spenden“, sagt Störk, der Verein lebe von der Idee. „Versleschreiber“ finanzieren ihre Bücher selbst, Gildebriefe oder Beiträge in der Reihe „Mei Ländle“ übernimmt die Gilde“, informiert Peter Semmlin. Für den Illertisser Poeten ist die schwäbische Sprache ein Stück Heimat „zum Rumtra“. Durch Kooperation mit dem „Literaturschloss“ Edelstetten und Professor Klaus Wolf hat diese sogar Anschluss an die Uni Augsburg.

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