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Au

20.10.2020

Die alte Orgel in Au hat einen neuen Klang bekommen

Mit einem Gottesdienst und einem kleinen Konzert wurde die Orgelweihe in Au gefeiert.
Bild: Regina Langhans

Plus Pater Stefan Kling übergibt die Orgel in Au offiziell ihrer Bestimmung. Markus Hubert gestaltet dazu ein Konzert zum Reinhören und Genießen.

Ob demnächst die Kirche Mariä Himmelfahrt im Illertisser Ortsteil Au zum Orgelkonzert lädt? Potenzial dazu wäre jetzt vorhanden mit der runderneuerten Gerhard-Schmid-Orgel, die Pater Stefan Kling aus dem Kloster Roggenburg am Sonntag im Rahmen einer feierlichen Vesper gesegnet hat. Von den neuen klanglichen Möglichkeiten zeigte er sich sehr angetan. Ebenso das zahlreiche Kirchenpublikum, das nach der Feier erwartungsvoll sitzenblieb, um Kirchenmusiker Markus Hubert beim anschließenden Orgelkonzert zuzuhören.

An der Renovierung der Orgel in Au waren viele Beteiligt

Stadtpfarrer Andreas Specker eröffnete die Feier, wobei er kurz Fakten und Namen nannte, die zum Erreichten beigetragen haben: etwa den Illertisser Organisten Hubert, der Unterstützung versprach bei der Instrumentenfrage, Orgelbaumeister Stefan Heiß aus Vöhringen, Kirchenmalerin Tünde Glöggler aus Tiefenbach oder die Kirchenpflegerin Andrea Ritter, bei der die Fäden zusammenliefen. Specker gab zu, selbst Zweifel gehabt zu haben wegen anderweitiger Erfahrungen: „Was nützen Investitionen in eine Orgel, wenn in den Gottesdiensten niemand auf ihr spielt“. Denn in Au war wegen der Finanzierung anderes verschoben worden. Alle Bedenken hatten sich aber in Luft aufgelöst angesichts des optisch wie akustisch gelungenen Umbaus samt neuem Standort, wo die auf den Raum abgestimmte Anordnung der Pfeifen den Klang ins ganze Kirchenschiff trägt. Pater Stefan Kling, der als Orgelsachverständiger der Diözese Augsburg das Projekt ebenfalls begleitete, freute sich: „Sie passt wunderbar in den Raum und seine neue Akustik.“ Obwohl „nur“ 17 Register, ließen sich erstaunlich viele Klangfarben erzeugen, mehr als zu erwarten wären.

Die Orgel und ihre Geschichte

Passenderweise rückte der Pater die Bedeutung der Orgel in der Liturgie, ihren Klang und ihre Geschichte in den Mittelpunkt der Vesper. Den Organisten ließ er die gebräuchlichsten Register, vor allem das Prinzipal anspielen. Aus seinem geschichtlichen Abriss war zu erfahren, dass die Ursprünge der Orgel in der griechischen Antike liegen. In Roms Arenen wurden sie zur Unterhaltung bei Hinrichtungen von Christen gespielt, weswegen den Ostchristen der Gebrauch von Orgeln verhasst blieb, so der Pater weiter. Inden karolingischen Chroniken werde berichtet, dass eine Gesandtschaft vom byzantinischen Kaiserhof an den fränkischen Hof kam und Karl dem Großen eine Orgel schenkte. Anfänglich nur Bischofs- und Klosterkirchen vorbehalten, sei die Orgel inzwischen zum unverwechselbaren Synonym für westliche Kirchenmusik geworden.

Ursprünglich stand die Orgel in der Ulrichsbasilika Augsburg

Beim anschließenden Konzert stellte Markus Hubert die Vielseitigkeit des Pfeifeninstruments anhand verschiedener Werke aus 500 Jahren vor. Den Auftakt machte Antonio de Cabezóns „Diferencias sobre la GallardaMilanesa“ – eine Wiederaufnahme des bereits zur Orgeleinweihung am 13. Oktober 2002 gespielten Stücks, als das Instrument von der Ulrichsbasilika in Augsburg abgekauft worden war. Als besonderes Register hatte Hubert das Krummhorn verwendet. Sodann gab es Krummhorn mit Prinzipal bei der „Toccata duodecima etultima“ von Georg Muffat zu hören. Bei der Toccata von Gaston Bélier zum Ausklang zog der Organist dann wirklich alle Register: Für ein ganz starkes Hörerlebnis, bei dem die Auer nicht mit Applaus sparten.

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