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Illertissen

27.07.2018

Ein ganzer Park muss umziehen

Romantische Stimmung am Illertisser Rosengarten: Der Park ist vielen Illertissern ans Herz gewachsen. Nun muss er weichen. 
Bild: Regina Langhans

Weil in Illertissen eine Tagespflegeeinrichtung gebaut wird, muss der beliebte Rosengarten weichen. Verschwinden soll er aber nicht. Wie das funktioniert.

Der beliebte Rosengarten verschwindet nicht einfach – er zieht um: Das hat der Illertisser Pfarrer Andreas Specker am Donnerstagabend in einer Sitzung des Stadtrats bekräftigt, in der es um den Bau von seniorengerechten Wohnungen und einer Tagespflegeeinrichtung im Bereich der Beethovenstraße ging. Das Projekt des Caritasvereins war bereits Mitte Juli im Bauausschuss Thema gewesen. Wo allerdings einige Fragen offen geblieben waren – etwa zum Rosengarten, den die Mitglieder des Gartenbauvereins seit Jahren liebevoll hegen. Denn der müsste für die Tagespflege weichen.

Darüber wurde zuletzt in Illertissen viel gesprochen: Zahlreiche Bürger kennen und schätzen die Grünanlage, die im Jahr 2001 angelegt worden war. Nun stand sie erneut im Fokus. Fakt ist: Den jetzigen Rosengarten (an der Pestalozzistraße) wird es nach den Bauten so nicht mehr geben – er soll aber auf einem Platz im Herzen der Anlage neu gestaltet werden.

Alles was versetzbar ist, soll sich dort wiederfinden, sagte Planer Günter Weber in der Sitzung. Die Rede war von Blumen und einem Brunnen. Der neue Park soll barrierefrei zugänglich sein, so dass er gut von Menschen mit Rollatoren besucht werden kann. Von „platt machen“ könne keine Rede sein, sagte Weber mit Blick auf die Debatte in (und nach) der Bauausschusssitzung. Bürgermeister Jürgen Eisen (CSU) stellte denn auch fest, dass in Illertissen „viele Herzen am Rosengarten hängen“.

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Das Ende des jetzigen, etwa 300 Quadratmeter umfassenden, Kleinods bezeichnete der Planer zwar als „Schönheitsfehler“. Allerdings würden auf dem späteren Wohngelände mehr Grünflächen zu finden sein, als es jetzt dort gibt. Von 7400 Quadratmetern würden lediglich 1600 bebaut.

Rosen sollen ein bestimmendes Thema sein, so Weber. Sie werden einmal im Park sprießen und an den Gebäuden empor klettern. Aus Platzmangel könne die Tagespflegeinrichtung nicht in einem der fünf geplanten Wohnhäuser untergebracht werden, sagte der Planer. Und Pfarrer Specker betonte die Bedeutung dieser „Tagesstätte für Senioren“ – als Treffpunkt und Versorgungsort. „Die Leute wollen nicht alleine in ihrer neuen Wohnung versauern.“ Die Tagespflege sei ein wichtiges Glied des ganzen Senioren-Wohnraum-Konzepts. Mit jenem erfülle der Caritasverein als Bauherr eine gesellschaftliche Aufgabe. Durch die entstehenden Wohnungen, in denen die Mieter betreut und umsorgt werden, entstehe an anderer Stelle in Illertissen und Umgebung dringend benötigter Wohnraum für Familien und junge Leute. Der Gartenbauverein könne den neuen Park bei Interesse gerne betreuen, sagte Specker in der Sitzung. Und für einen alten Apfelbaum, der gefällt werden muss, werde eine würdige Nutzung innerhalb des Projekts gefunden. Das sicherte der Pfarrer auf Nachfrage von Rätin Heidi Ritsche-Thoma (Freie Wähler) zu, die den Gartenbauverein einst geleitet hatte.

Zu all dem Gehörten war von den Räten gestern reichlich Zustimmung zu vernehmen. So etwa von Ansgar Bauer (Freie Wähler), der damals im Bauausschuss den Antrag gestellt hatte, die Entscheidung dem Stadtrat zu übertragen. „Ich war immer voll und ganz für das Projekt.“ Kasim Kocakaplan (SPD) sprach von einem „Superkonzept“ und Bürgermeister Eisen von einem „tollen Projekt mit Zukunft“.

Die Stadträte stimmten dem Vorhaben einhellig zu.

Kommentar: Was unser Autor vom Umzug des Rosengartens hält, lesen Sie hier.

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