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Illertissen

20.11.2017

Eine Seniorchefin feiert

Else Kolb kann viel aus der Zeit erzählen, als ihr Hotel noch die „Bahnhofsrestauration“ war und ganz anders aussah. Eine Ansicht davon zeigt sie Bürgermeister Jürgen Eisen, als er ihr zum 95. Geburtstag gratuliert hat.
Bild: Regina Langhans

Was Else Kolb in ihren 95 Lebensjahren alles erlebt hat.

 Als Seniorin kann sich Else Kolb jeden Tag an den gedeckten Mittagstisch setzen, was im Normalfall nicht selbstverständlich ist. Doch für die frühere Chefin des Hotels Kolb am Illertisser Bahnhof gehört der tägliche Gang von ihrer Wohnung im Nachbarhaus in die Gaststätte so oder so zur liebgewonnenen Routine. Kürzlich hat Else Kolb im Kreis ihrer drei Kinder, sieben Enkel und einem Urenkel ihren 95. Geburtstag gefeiert.

Als Seniorchefin ist die gebürtige Illertisserin bestens bekannt. Und sie lässt es sich auch nicht nehmen, sonntags durch die Tischreihen zu gehen, um die Gäste einzeln zu begrüßen. Sie sagt selbst dazu: „Ich bin ja froh, dass ich mich so weit versorgen kann.“ Der Stammtisch mit den Gleichaltrigen ihres Jahrgangs 1922 sei binnen kurzer Zeit radikal geschrumpft. „Jetzt sind wir nur noch zu zweit“, bedauert sie. Daher genießt sie jeden Tag mit allem, was sie noch tun kann. Dazu zählt das Kontakthalten mit den Menschen.

Dass das Hotel Kolb oder Vogt, wie es zuzeiten ihrer Eltern Theresia und Karl Vogt hieß, heute so dastehe, sei ihrem Mann Alfred Kolb zu verdanken, sagt sie: „Er hat sich als Bauherr betätigt.“ Ihre Hochzeit war im Jahr 1957. Die von ihren Eltern anno 1920 von der Brauerei „Bürger und Engelbräu“ gekaufte „Bahnhofsrestauration“ – damit ist die Gaststätte gemeint – wurde schließlich in alle Richtungen erweitert. Else Kolbs Aufgabe bestand im Verwalten des immer größer werdenden Anwesens.

So kann sie viele Geschichten erzählen, als die „Bahnhofsrestauration“ noch Backstube und Mehllager besaß und über eine Theke zur Straße hin Brot verkauft wurde. Es wurde auch Bier in mitgebrachte Krüge ausgeschenkt und sonntags gab es Eis. Um einzukaufen, mussten die Kunden klingeln.

Nach der siebenjährigen Volksschule ging Else Kolb drei Jahre in die Handelsschule in Mindelheim, dann war Krieg. Während Gleichaltrige in dieser Zeit als Bahnschaffnerin oder Telefonistin herangezogen wurden, hielt ihr Vater sie und die jüngere Schwester zurück mit der Begründung, beide in der Gastwirtschaft zu benötigen. Nach dessen frühen Tod profitierte sie von ihrem Wissen und führte mit der Mutter das Haus weiter.

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