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Winterrieden

27.09.2018

Er packt an beim FV Winterrieden

Auch nach seiner Knieoperation sorgt Peter Ströhm auf dem Sportgelände des FV Winterrieden immer noch für Sauberkeit und Ordnung. Als Maurer und Polier waren seine Fähigkeiten bei zahlreichen Bauarbeiten stets gefragt.  
Bild: Franz Kustermann

Der FV Winterrieden kann sich auf Peter Ströhm verlassen – egal, ob die Tribüne einen neuen Anstrich oder der Kiosk einen Getränke-Nachschub benötigt.

Peter Ströhm ist jemand, der keine halben Sachen macht. Er war beim FV Winterrieden 16 Jahre lang Leiter der Fußballabteilung. Vom 17. bis zum 55. Lebensjahr jagte er selbst dem runden Leder nach. Aber auch bei sämtlichen Baumaßnahmen auf dem Sportgelände an der ehemaligen Sandgrube war er an vorderster Front dabei. Der 68-Jährige sagt: „Ich habe das gerne gemacht, weil es mir Spaß gemacht hat.“ Er bekennt aber auch: „Mit Fußball und meinem Beruf als Maurer habe ich mein Kniegelenk kaputtgemacht.“

Denn Kontinuität bewies der Platzwart auch in seinem Beruf als Handwerker: 50 Jahre lang arbeitete Ströhm bei einer Baufirma in Babenhausen. Er stieg auf als Polier, als besonnener Vorarbeiter und bewies schließlich als sogenannter „Kapo“ Führungsqualitäten.

Seit 28 Jahren hält er den Platz in Schuss

Nach 16 Jahren als Abteilungsleiter beim Winterrieder Fußballverein wollte sich Ströhm „nicht mehr in einen solchen Job wählen lassen“. Stattdessen übernahm er im Alter von 40 Jahren das Amt des Platzwartes – „freiwillig und ohne Bezahlung“, wie der Rentner betont. Seither hält er das Sportgelände, die Tribüne, den Kiosk und den Jugendraum sauber. Ströhm kümmert sich aber auch um Wasser, Abwasser und Müllabfuhr. Bei Jugendturnieren hat er insbesondere einen Blick auf den Verkauf im Kiosk: Er ist dafür verantwortlich, dass dort immer genügend Nachschub vorhanden ist.

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Schon allein wegen seines Berufes als Maurer war er zudem bei allen Arbeiten, die im Laufe der vergangenen Jahrzehnte angefallen sind, ganz vorne mit dabei – ob beim Bau der Tribüne, der Toiletten, der Umkleiden oder des Jugendraums. Keiner habe da jemals gesagt: „Kannst Du oder kannst Du nicht?“ – So selbstverständlich war es, dass Ströhm die Arbeiten am Beachvolleyball-Patz koordinierte oder tatkräftig beim Werkeln an der Tribüne, am Soccer-Court – einem betonumrandeten kleinen Kunstrasenplatz – oder an der Flutlichtanlage mit anpackte. Ob es etwas zu streichen oder in Toiletten und Umkleiden zu erneuern gab: Konnte Ströhm etwas alleine erledigen, dann tat er das auch. Der Platzwart betont dabei: „Ohne das Verständnis meiner Frau ginge das alles aber nicht.“ Über mangelnde Unterstützung seiner Anni kann er sich wahrlich nicht beklagen – zumal sie mehr als zehn Jahre lang selbst für die Spieler Trikots gewaschen und fein säuberlich zusammengefaltet hat.

Auch das Bogenschießen gehört zu seinen Hobbys

Zusammen mit seiner Ehefrau ist Ströhm auch heute noch bei jedem Heimspiel dabei: „Aber immer ruhig“, betont der ehemalige Libero und Reservespieler, der mit 55 Jahren das letzte Mal selbst aktiv auf dem Rasen kickte. „Das Knie hat damals dann einfach nicht mehr mitgemacht“, bedauert Ströhm. „Viele Höhen und Tiefen“ habe er in seiner Fußballkarriere erlebt. Wenn Fans oder Spieler allerdings wegen einer Schiedsrichterentscheidung zum Streiten anfangen, hat er dafür keinerlei Verständnis. Dann sagt er lapidar: „Geht doch in den Kindergarten.“

Zu seinen weiteren Hobbys gehört das Bogenschießen beim örtlichen Schützenverein: „Pfeil und Bogen – ich mach’ das gerne; das macht mir Spaß.“ So viel Freude wie das Fahrradfahren: Fast jeden Tag unternimmt der Rentner eine 25 Kilometer lange Tour rund um Winterrieden. Das gehe nämlich besser als das Laufen mit seinem neuen Kniegelenk, sagt er sichtlich zufrieden. Im Garten vor seinem Häuschen am Lerchenweg macht er dagegen „nur, was mir meine Frau anschafft“. Dreimal in der Woche besucht ihn sein vierjähriger Enkel Robin. Dann leuchten die Augen des Rentners und er ist mit „Aufpassen beschäftigt“. Für seinen FV Winterrieden ist er aber auch dann übers Handy erreichbar.

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