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Oberroth

01.10.2018

Es funkte beim ersten Tanz: Oberrother feiern Eiserne Hochzeit

Ottilia und Josef Schwägerl nahmen Glückwünsche vom Zweiten und Dritten Bürgermeister Wolfgang Lohr (links) und Werner Miller (rechts) entgegen.
Bild: Claudia Bader

Vor 68 Jahren lernten sich Ottilia und Josef Schwägerl kennen und lieben. Rüstig und glücklich feiern die Oberrother Eiserne Hochzeit.

Die eiserne Hochzeit gehört zu den Jubiläen, die nur wenige Ehepaare erleben dürfen. Ottilia und Josef Schwägerl gehören dazu. Ihren 65. Hochzeitstag haben sie in bewundernswerter Rüstigkeit gefeiert. Als wäre es erst gestern gewesen, erinnern sich die beiden an den Tag im Jahr 1950, als sie sich bei einer öffentlichen Hochzeit in der Kettershauser Gemeindehalle kennenlernten. „Beim ersten Tanz hat es gefunkt“, erzählen sie. Begeistert schwärmt Josef Schwägerl von den Kochkünsten seiner Frau, vor allem ihrem Schweinebraten mit Sauerkraut und Knödeln.

Am Ehrentag selbst geben sich die Besucher die Klinke in die Hand. „Bei uns ist immer etwas los“, verraten die Jubilare. Denn die Familien ihrer fünf Kinder sind im Laufe der Jahre um neun Enkel und zehn Urenkel angewachsen. Im Namen der Gemeinde Oberroth gratulieren Zweiter und Dritter Bürgermeister Wolfgang Lohr und Werner Miller. Auch sie hören gerne zu, als das Ehepaar Spannendes aus seiner Kindheit und Jugend erzählt.

Als eines von 13 Kindern einer Drechslerfamilie ist Josef Schwägerl 1927 im sudetendeutschen Kreis Tachau aufgewachsen. In Prag erlernte er den Beruf des Maschinenschlossers. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs musste er fünf Jahre in russischer Gefangenschaft bei minus 40 Grad arbeiten. Im Kettershauser Ortsteil Tafertshofen fand er 1950 seine Eltern wieder. Auch Ottilia Schwägerl stammt aus einer kinderreichen Familie im sudetendeutschen Rudelzau. Sie wurde aus ihrer Heimat vertrieben, kam als 16-Jährige nach Oberroth und fühlte sich dort bald zu Hause. Sie arbeitete in einem Klöppelbetrieb sowie fünf Jahre lang im Hotelgewerbe in Oberstdorf.

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1953 gab Josef Schwägerl seiner Ottilia in der Basilika Ottobeuren das Ja-Wort. Sieben Jahre später gründete er in Oberroth die eigene Schlosserei, die mittlerweile vom Sohn geführt wird. Nachdem er zunächst bei der Musikkapelle Osterberg die Trompete gespielt hatte, engagierte er sich bei der Gründung des Musikvereins Oberroth, wo er mittlerweile Ehrenvorsitzender ist.

Auch im begnadeten Alter sind die Eheleute noch rüstig, versorgen Haushalt und Garten nahezu ohne fremde Hilfe. Eine immense Vielfalt kunstvoller Drechsel- und Schnitzarbeiten im Haus verrät, dass Josef Schwägerl stets eine kreative Beschäftigung sucht. Auch das Lesen der Illertisser Zeitung gehört für die Jubilare unverzichtbar zum Tagesablauf.

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