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Memmingen

11.12.2020

Falsche Microsoft-Mitarbeiter: Polizei warnt vor Betrugsmasche

Falsche Microsoft-Mitarbeiter versuchen Bürger zu betrügen. Die Polizei warnt vor der Masche.
Bild: Ted S. Warren/AP/dpa

Ein vermeintlicher Microsoft-Mitarbeiter hat eine Frau aus Memmingen um mehrere hundert Euro betrogen. Die Polizei erklärt, wie man Telefonbetrüger erkennen kann.

Eine Memmingerin ist Opfer einer ausgeklügelten Betrugsmasche geworden. Am Donnerstag erhielt eine in die Frau einen Anruf von einem vermeintlichen Microsoft-Mitarbeiter. Der Mann verschaffte sich Zugang zu Kontodaten der Frau und betrog sie so.

Er gab der Frau am Telefon zu verstehen, dass er ihren PC reparieren müsste, ansonsten würde dieser nicht mehr funktionieren. Zur angeblichen Verifizierung sollte sie Kontodaten und TANs herausgeben. Die Reparatur, versicherte er aber, sei kostenlos. Von ihrem Konto wurde zwischenzeitlich ein hoher dreistelliger Eurobetrag mittels der herausgegebenen Kontodaten und TANs abgebucht, teilt die Polizei.

So funktioniert die Masche

Bei der Polizei ist dieses betrügerische Vorgehen schon bekannt. Die angeblichen - häufig nur Englisch oder gebrochen Deutsch sprechenden - Microsoft-Mitarbeiter behaupten, dass der Rechner des Angerufenen Fehler aufweise, von Viren befallen oder gehackt worden sei oder ein neues Sicherheitszertifikat benötige und bieten ihre Hilfe an.

Sie fragen nach den Kreditkartendaten oder nutzen während des Fernzugriffs das Online-Banking des Geschädigten.
Unter dem Vorwand, die Transaktion sei fehlgeschlagen, verlangen sie oft Zugriff auf weitere Zahlungsarten und fordern eine nochmalige Zahlung. Zum Teil werden die Opfer dazu aufgefordert, im Supermarkt oder an der Tankstelle Guthabenkarten für das Bezahlen im Internet zu erwerben.

Das Phänomen breitet sich aus

Die Polizei verzeichnet weiterhin eine hohe Anzahl an gemeldeten Anrufen, bei denen betrügerische Callcenter-Mitarbeiter auf diese Art versuchen, an Geld zu gelangen. So kam es 2019 im gesamten Zuständigkeitsbereich zu 87 gemeldeten Betrugsversuchen, von denen etwa die Hälfte für die Täter erfolgreich verlief. Dabei entstand ein Schaden von mehr als 80.000 Euro.

2020 ist das Phänomen sogar noch weiter auf dem Vormarsch: Der Polizei sind bislang schon über 150 Anrufe mitgeteilt worden, von denen die Täter in etwa einem Drittel der Fälle an Geld gelangten. Dabei erbeuteten die Unbekannten bislang mehr als 100.000 Euro.
Auch im Landkreis Unterallgäu und der Stadt Memmingen verzeichnet die Polizei steigende Zahlen. 2019 meldeten Bürgerinnen und Bürger noch neun solcher Anrufe, 2020 sind es bislang schon weit über 10. Im Vorjahr entstand in 3 Fällen ein Schaden von fast als 10.000 Euro, 2020 waren schon fast zehn Fälle für die Betrüger von Erfolg gekrönt, der entstandene Schaden liegt bereits bei nahezu 15.000 Euro.

Was die Polizei rät

Die Polizei gibt Bürgern Tipps im Umgang mit solchen Anrufen und erklärt, worauf man achten sollte.

• Seriöse Unternehmen nehmen keinen unaufgeforderten Kontakt zu Ihnen auf. Sollte sich ein vorgeblicher Mitarbeiter melden, ohne dass Sie darum gebeten haben: Legen Sie einfach den Hörer auf.
• Geben Sie auf keinen Fall private Daten wie Bankkonto- oder Kreditkartendaten oder Zugangsdaten zu Kundenkonten heraus.
• Gewähren Sie einem unbekannten Anrufer niemals Zugriff auf Ihren Rechner beispielsweise mit der Installation einer Fernwartungssoftware.


Falls Sie betroffen sind:
• Trennen Sie Ihren Rechner vom Internet. Ändern Sie über einen zweiten Rechner betroffene Passwörter.
• Lassen Sie Ihren Rechner überprüfen.
• Lassen Sie sich von Ihrem Geldinstitut beraten, ob Sie bereits getätigte Zahlungen zurückholen können.
• Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei.

Lesen Sie außerdem: Telefonbetrug: Kriminelle setzen bei Illertisserin auf die falsche Karte

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